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Der Nikolaus ist schon ein alter Hase

Arbeitsagentur vermittelt Saisonpersonal Der Nikolaus ist schon ein alter Hase

Auch dieses Jahr vermittelt die Arbeitsagentur wieder Nikoläuse, die in Familien und auf Firmenfeiern ebenso zum Einsatz kommen, wie in Altenheimen und Kindergärten.

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Zumindest für das Foto hat sich der Nikolaus nochmal hingelegt. Doch nun kann der bärtige Geselle wieder bei der Agentur für Arbeit für Besuche gebucht werden.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Große Augen beim Pressetermin mit dem Nikolaus in der Arbeitsagentur Marburg. Kein Wunder, ist der rot gekleidete, stattliche Mann mit weißem Rauschebart, Sack und Glöckchen doch früh dran – es ist ja erst Anfang November.

Doch Dr. Heike Beber, Sprecherin der Agentur, weiß: „Wenn es jetzt kälter wird, geht es langsam los – dann denken die Menschen daran, dass bald Weihnachten ist.“ Und dann steige auch die Nachfrage nach ­Besuchen des Nikolaus.

Der Nikolaus im Pressegespräch ist jedenfalls kein ­Anfänger: Schon seit 15 Jahren zieht er in der Adventszeit los. Doch wie wird man Nikolaus? „Indem man es von Herzen möchte und sich dann bei der Arbeitsagentur meldet“, sagt er. Denn: Halbherzig sei der Job nicht zu machen, „für mich gibt es nichts Schöneres, als leuchtende Kinderaugen“. Dabei könnten die Kinder „auch schon mal gut 80 Jahre alt sein“ – etwa bei Besuchen im Krankenhaus oder im Altenheim.

Einige Altenheime gehörten schon zu seiner „Stammkundschaft“, genauso, wie die Lebenshilfe. „Für die Bewohner dort ist mein Besuch mit das Höchste im ganzen Jahr – dementsprechend lange bleibe ich auch, um Geschichten zu erzählen, Lieder zu singen – und natürlich Geschenke zu verteilen.“

Planung ist das A und O

In den 15 Jahren hat der Nikolaus schon viel erlebt. „Ich stand auch schon mal ohne Geschenke da, weil die Eltern vergessen hatten, sie am vereinbarten Ort abzulegen“, sagt er schmunzelnd. Das könne in der Aufregung schon passieren – etwa, dass der vereinbarte Ablageort, wie ein Schuppen, abgesperrt ist. „Für diesen Fall habe ich immer ein paar Kleinigkeiten dabei, um improvisieren zu können – und dann die echten Geschenke zu holen“, erzählt er.

Selbst durch Fenster sei er schon gestiegen, weil eine Tür verschlossen gewesen sei, „oft sind die Eltern nämlich genauso aufgeregt wie die Kinder“, weiß der Nikolaus. Aber er versuche immer, dass die Kinder nicht enttäuscht würden.

Die Beispiele zeigen schon: Planung ist entscheidend. Im Vorfeld spricht der Nikolaus mit den Auftraggebern ab, was diese wünschen, und eben auch den Ablageort der Geschenke.­ 
Außerdem legt er sich seine Fahrtrouten fest – zeitlich muss er gut strukturiert sein. Denn: „Natürlich bin ich hauptsächlich am Nikolaustag und an Heiligabend sehr gefragt.“ Da könne es schon mal hektisch werden. Doch das dürfe der Kunde nie merken: „Es nutzt nichts, wenn ich während eines Termins schon an den nächsten denke und nur die Uhr im Kopf habe. Da, wo ich bin, ist in dem Moment immer der wichtigste Kunde.“ Das sei er den Kindern schuldig.

Die Rute bleibt zuhause

Ansonsten ist der Nikolaus auf so ziemlich alle Eventualitäten vorbereitet: Neben den erwähnten kleinen Geschenken hat er Fußmatten im Auto, falls er sich festfahren sollte, „das habe ich nämlich schon erlebt“. Außerdem hat er nicht nur ein, sondern zwei Ersatzräder an Bord. Zudem eine zweite Autobatterie, die im Fußraum parat steht.

Hinzu kommen diverse ­Taschenlampen, Decken, Sand zum Streuen – „mit den Jahren hat man viel erlebt und sorgt entsprechend vor“, sagt der Nikolaus. Sein Auto sei bei seinen Einsätzen immer voll gepackt – noch dazu ist Logistik nötig, denn es ist „nur“ ein Smart.

Und was gibt der Nikolaus dem „Nachwuchs“ mit auf den Weg? „Er muss es mit Hingabe machen, das ist das A und O“, sagt er. Zudem sei ein ordentliches Kostüm Pflicht, und während eines Termins ist nicht nur das Handy tabu, sondern vor allem auch Alkohol im Vorfeld. „Macht es mit Hingabe – der Rest ergibt sich von alleine“, rät er.

Es gibt auch etwas, wofür er nicht zu haben ist: „Ich lasse nicht mit der Angst vor dem Nikolaus drohen, eine Rute habe ich nicht dabei.“ Denn ab und zu hätten die Kinder auch mal Angst, weinten, wenn er käme. „Aber es ist noch nie vorgekommen, dass ein Kind noch weint, wenn ich wieder weggehe.“

  • Wer den Besuch vom Nikolaus wünscht, kann die Job-Vermittlung der Agentur für Arbeit Marburg nutzen, Telefon: 06421/605194, E-Mail: Marburg.JobService@arbeitsagentur.de. Das Honorar geht bei 25 Euro los.

von Andreas Schmidt

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