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Der Mensch zwischen Tablett und Theke

OP-Ausbildungsserie: Fachkräfte im Gastgewerbe Der Mensch zwischen Tablett und Theke

Freundlichkeit, Einfühlungsvermögen, Freude am Umgang mit Menschen, Teamarbeit und nicht zuletzt Ausdauer zeichnen den Berufsalltag für Fachkräfte im Gastgewerbe aus.

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Als frisch gebackene Fachkraft im Gastgewerbe hat Sarah Lucas ihren Wunschberuf im Waldgasthaus Christenberg bei Münchhausen gefunden und erlernt. Nun und plant sie bereits eine weiterführende Karriere im Service.

Quelle: Ina Tannert

Münchhausen. Service, Beratung, Lebensmittelkunde: Fachkräfte im Gastgewerbe behalten nicht nur den Überblick im Gastraum und organisieren den reibungslosen Ablauf im gastronomischen Betrieb, sondern wissen auch genau, was auf dem Teller landet.

Als frisch gebackene Fachkraft kennt sich Sarah Lucas bereits gut in der turbulenten Branche aus. Ihre Ausbildung absolvierte die 21-Jährige im Waldgasthaus Christenberg bei Münchhausen und schloss die Lehre im Juli als Jahrgangsbeste ab.

Das Gästeaufkommen in dem bodenständigen Gasthaus in idyllischer Waldlage ist so unterschiedlich wie die Arbeit in der Gastronomie. Vom einzelnen Wanderer bis zur großen Festgesellschaft – Sarah wird es in ihrem Wunschberuf nie langweilig. Dabei zählt die Branche unter Jugendlichen nicht gerade zu den beliebtesten Ausbildungsberufen, öffnet jedoch viele Türen auf dem nationalen wie internationalen Arbeitsmarkt. „Viele stellen sich die Arbeit schlimmer vor als sie eigentlich ist“, sagt Sarah.

Bestellung, Betreuung und Beratung

Fachkräfte im Gastgewerbe arbeiten in gastronomischen Betrieben, in Hotels, am Empfang oder in der Freizeitwirtschaft auf der ganzen Welt. „Es ist ein internationaler Beruf, Arbeit im Gastgewerbe gibt es überall – vom kleinen Restaurant bis zum Kreuzfahrtschiff“, erklärt Hannelore Köhler von der Agentur für Arbeit Marburg.

Die Fachkräfte sind für die Betreuung und Beratung der Gäste zuständig, nehmen Bestellungen auf, servieren Speisen und Getränke oder arbeiten hinter der Bar. Auch dekorieren sie die Tische, erstellen Speisepläne oder bereiten in der Küche einfache Gerichte zu.

Im Zimmerservice kontrollieren sie die Räume. Die Fachkräfte kennen sich in allen Gastbereichen bestens aus, wechseln regelmäßig die Arbeitsbereiche. Eine breite Erfahrung an den verschiedenen Stationen gehört dazu: „Jeder macht mal alles, es wird nie langweilig“, weiß Sarah. In ihrem manchmal durchaus stressigen Arbeitsalltag fühlt sie sich heute äußerst wohl und schätzt ihre abwechslungsreiche Tätigkeit.

Das Gastgewerbe verlangt den Mitarbeitern einiges ab und erfordert gute Nerven wie auch ein gewisses Maß an Kraft. Flexibilität, Team- und Kommunikationsfähigkeit und nicht zuletzt körperliche Belastbarkeit sind wichtig. Im Gastraum legen die Fachkräfte lange Laufstrecken zwischen den einzelnen Stationen zurück, kompetentes, freundliches Auftreten ist auch im größten Trubel wichtig.

Flexible Fachkraft

„Für diesen Beruf muss man Menschen mögen und darf die Bewegung nicht scheuen“, erklärt Sarah. Offenheit, gutes Benehmen und nicht zuletzt Selbstbewusstsein und Kritikfähigkeit sind angebracht. „Das lernt man automatisch mit der Zeit, man darf sich nicht aus der Ruhe bringen lassen“, weiß die 21-Jährige, die selber am Anfang ihrer Ausbildung auch mal an ihre Grenzen stieß, jedoch erfolgreich durchgehalten hat. „Man entwickelt sich und lernt nicht nur den Umgang mit Menschen, sondern auch die eigene Menschlichkeit kennen“, sagt auch Ulrike Wenzel, Inhaberin des Waldgasthauses.

Innerhalb der zweijährigen Ausbildung erlernen die künftigen Fachkräfte eine Vielzahl an Fähigkeiten in den Arbeitsschwerpunkten Service und Küche. Neben dem korrekten Umgang mit Lebensmitteln und verschiedenen Hygienevorschriften beschäftigen sich die Lehrlinge mit dem Zubereiten von einfachen Speisen wie Salaten und Suppen.

In der Lebensmittelkunde büffeln sie unter anderem Inhalte und Eigenschaften der Nahrungsmittel, wie Proteine, Kohlenhydrate oder Fette. Auch die Kommunikation mit den Gästen in englischer Sprache wird geschult. „Es ist sehr interessant und auch für den Alltag nützlich. Ich habe nichts gelernt, was ich als unsinnig betrachte“, kann Sarah heute sagen.

Die Ausbildung kann auch ein Grundstein für berufliche Weiterqualifizierung sein. „In diesem Beruf bleibt man auf vielerlei Arten nicht stehen“, erklärt Wenzel. Auch Sarah hat bereits ihren Arbeitsort zum ersten Mal gewechselt und plant bereits eine weitere Ausbildung. Noch ein Jahr will sie als Fachkraft berufliche Erfahrungen sammeln und sich dann zur Betriebswirtin für Hotel- und Gastgewerbe weiterbilden lassen.

Längeres Praktikum führte zum Traumberuf

Bevor sie sich für ihren heutigen Traumberuf entschied, schaute sie sich genau auf dem Ausbildungsmarkt um. Um sich zu orientieren, absolvierte sie ein freiwilliges soziales Jahr und nahm schließlich an dem Programm der berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen der Agentur für Arbeit teil. „Ich war auf der Suche nach einem Beruf, der mir Spaß macht – und den habe ich durch ein längeres Praktikum gefunden“, sagt Sarah.

Mit der betrieblichen Einstiegsqualifizierung unterstützt die Agentur junge Menschen bei der beruflichen Orientierung. Bei einer Qualifizierungsphase erhalten Arbeitgeber und Auszubildende die Möglichkeit, sich näher kennenzulernen. Außerdem gibt es erste Einblicke in den beruflichen Alltag.

Neben einem mehrmonatigen Praktikum im Wunschberuf können die Jugendlichen an verschiedenen vorbereitenden Projekten teilnehmen. Neben Fachwissen stehen dabei Persönlichkeitsbildung, berufliche Grundfertigkeiten, Sprachförderung oder Bewerbungstraining im Mittelpunkt des Programms. „Eine gute Möglichkeit, sich nach der Schule erst einmal zurechtzufinden“, erklärt Arbeitsvermittlerin Köhler.

Das Waldgasthaus Christenberg verfügt noch über eine freie Ausbildungsstelle zur Fachkraft im Gastgewerbe. Interessenten, die generell noch Bewerber oder einen Ausbildungsplatz für 2015 suchen, können direkt beim Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur nachfragen. Kontakt unter 06421 / 605212 oder der E-Mail-Adresse marburg.arbeitgeber@arbeitsagentur.de .

von Ina Tannert

 
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(Quelle: Agentur für Arbeit Marburg)

 
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