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"Denkzettel" für Vorstand von 3 U

Hauptversammlung "Denkzettel" für Vorstand von 3 U

Nach einem überaus schwierigen Geschäftsjahr 2012 möchte sich das Marburger Unternehmen 3U in diesem Jahr konsolidieren.

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Das Marburger Unternehmen 3U fuhr im vergangenen Jahr kräftige Verluste ein. Foto: Tobias Hirsch

Marburg. Die Aktionäre der Marburger 3U Holding haben ihrem Unmut über das schlechte Geschäftsjahr 2012 auf der Jahreshauptversammlung mächtig Luft gemacht: Sie verweigertem dem Vorstandsvorsitzenden Michael Schmidt mit einer Zweidrittelmehrheit die Entlastung für das Geschäftsjahr. Die beiden anderen Vorstandmitglieder Christoph Hellrung und Andreas Odenbreit entgingen dem gleichen Schicksal vor allem deswegen, weil Schmidt - mit gut 25 Prozent der Aktien größter Anteilseigner - für die Entlastung seiner Vorstandskollegen stimmte und ihnen dadurch eine zustimmende Mehrheit sicherte.

Praktische Konsequenzen hat die Verweigerung der Zustimmung allerdings nicht. Wie Peter Alex, „Head of investor relations“ (Leiter der Anlegerbeziehungen) und Veranwtwortlicher fü die Unternehmenskommunikation bei der 3U Holding im OP-Gespräch berichtete, steht der Aufsichtsrat des Unternehmens hinter Schmidt - wie auch hinter den anderen Vorstandsmitgliedern. „Dazwischen passt kein Blatt Papier“, sagte Alex. Die wirtschaftliche Strategie des Vorstands werde vom Aufsichtsrat mitgetragen.

Ein „Denkzettel“ sei die Hauptversammlung gleichwohl für die Führungsebene gewesen, räumte Alex ein. Neben der verweigerten Entlastung für Schmidt hatten Aktionäre die Abberufung des Aufsichtsrats und die Liquidation des Unternehmens gefordert, aber ohne Erfolg.

Es gebe aber keine persönlichen Vorwürfe gegen Vorstand und Aufsichtsrat, vielmehr mache ein Teil der Aktionäre die Führungsbebene für das dramatisch schlechte Geschäft im Jahr 2012 verantwortlich.

Die 3U Holding fuhr im Jahr 2012 bei einem Umsatz von 60,98 Millionen Euro einen Verlust von 9,38 Millionen Euro.

Peter Alex nannte im Gespräch mit der OP als Gründe „erheblich veränderte Rahmenbedingungen“ in zwei von drei Teilmärkten des Mischkonzerns: Im Geschäftsfeld Telefonie führen die Pflicht zur Tarifansage sowie geringere Vermittlungsvergütungen durch die Deutsche Telekom zu Gewinneinbrüchen. Das Konzernergebnis in diesem Geschäftsfeld lag bei nur noch 0,03 Millionen Euro, wie der Geschäftsbericht ausweist.

Im Geschäftsbereich Erneuerbare Energien sorgte, so Vorstandsvorsitzender Michael Schmidt in seiner Rede auf der Hauptversammlung, vor allem die Novellierung des Erneuerbare Energien Gesetzes für starke Verunsicherung beim Verbraucher. Andererseits, so ergänzte Alex gegenüber der OP, sei der Solarpark Adelebsen in Südniedersachsen, 2011 als Immobilie von 3U Holding erworben, innerhalb von nur 11 Monaten im August ans Netz gegangen. Es sei davon auszugehen, dass der Solarpark im Jahr 2013 Erträge erwirtschafte.

Die 3U Holding reagierte auf das schlechte Jahresergebnis mit Umstrukturieerungen und der Reduzierung von Personalkosten. Von einst 188 Mitarbeitern sollen bis zur jahresmitte nur noch weniger als 160 Mitarbeiter im Unternehmen sein. „Wir werden den Turnaround im zweiten Halbjahr 2013 schaffen“, ist sich Alex sicher. Ziel für das Jahr 2013 ist eine „rote Null“, ab 2014 will das Unternehmen wieder Gewinne erwirtschaften.

von Till Conrad

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