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Debelius ehrt „Vorzeige-Mitarbeiter“

Kellner im Restaurant „Zur Burgruine“ Debelius ehrt „Vorzeige-Mitarbeiter“

Andreas Drescher wurde jüngst ausgezeichnet: Seit 30 Jahren arbeitet er im selben gastronomischen Betrieb – „eine absolute Ausnahme“, wie sein Chef Konrad Debelius erklärt.

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Drei Generationen Debelius gratulieren Andreas Drescher (Mitte) zu seinem Jubiläum: Konrad (von links), seine Mutter Anna sowie Sohn Henrik mit seiner Frau Corinna.

Quelle: Andreas Schmidt

Frauenberg. „Die Gastronomie ist ein harter Job“, sagt Konrad Debelius, Inhaber des Gasthofs „Zur Burgruine“ am Frauenberg. „Manchmal war es schwierig, manchmal hat es ein bisschen gestürmt – aber alles in allem sind wir sehr gut miteinander klargekommen“, sagte Debelius in seiner Laudatio auf Andreas Drescher. Dabei ist der Chef sehr bewegt, wie man an seiner Stimme hört. „Ich bedanke mich“, bringt er absolut gerührt noch heraus, bevor er das Wort an Ottmar Wiegand vom Hotel- und Gaststättenverband übergibt.

Wiegand bezeichnet es als „Sensation, dass jemand in der Gastronomie 30 Jahre lang beim selben Unternehmen beschäftigt ist – noch dazu als Kellner, wo der Kunde immer König ist, obwohl dieser einem das Leben ganz schön schwermachen kann“. Drescher habe die vergangenen 30 Jahre perfekt gemeistert, „wir sind stolz, als Hotel- und Gaststättenverband in Hessen einen solchen Vorzeige-Mitarbeiter auszuzeichnen“.

Auch der ehemalige Marburger Verkehrsdirektor Hans Christian Sommer richtete das Wort an den Jubilar: Bereits 1973 habe er die Burgruine kennengelernt, den Jubilar dann einige Zeit später.

Den Gästen auch mal einen Wein erklären

„Sie haben mir einige schlaflose Nächte bereitet“, scherzte Sommer, denn er habe nachgedacht, wie viele Kilometer Drescher wohl in seiner Berufszeit zurückgelegt habe, „um die Gäste jederzeit freundlich und höflich zu bedienen – denn so habe ich Sie erlebt“. Auf eine endgültige Kilometerzahl sei er nicht gekommen, „aber es sind jeden Tag bestimmt 20“, so Sommer, der Andreas Drescher mit einem Gedicht gratulierte und ihm eine Marburg-Krawatte überreichte.

Konrad Debelius erklärte, dass Drescher damals, als er das Restaurant von seinen Eltern übernommen habe, „der erste Profi-Mitarbeiter war, vorher hatten wir nur ungelernte Kräfte“. Er habe nach einer Kraft im Service gesucht, „die den Gästen auch mal einen Wein erklären kann. Damals hat er gesagt, er wolle nur zwei Jahre bleiben und sich dann selbstständig machen“, erinnert sich Debelius lachend. Mittlerweile gehöre Andreas Drescher so gut wie zur Familie.

„Aus der Selbstständigkeit ist nichts geworden, denn auch meine Frau arbeitet in der Gastronomie, sie ist Köchin und wir haben uns während der Ausbildung kennengelernt. Für ein eigenes Lokal fehlte die Zeit“, sagt Drescher. Seiner Frau danke er vor allem für ihr großes Verständnis, „denn wenn man in der Gastronomie arbeitet, sieht man sich mitunter kaum“.

In den vergangenen 30 Jahren habe er wahnsinnig viele Anekdoten gesammelt – doch die behält er zurückhaltend für sich. „Ich habe eigentlich nur nette Gäste“, sagt Andreas Drescher. „Viele begleiten mich schon seit den gesamten 30 Jahren – die sind für mich Freunde und schon fast Familie“, sagt der 57-Jährige.

von Andreas Schmidt

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