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Datensicherung rettet Erinnerungen

„World Backup Day“ Datensicherung rettet Erinnerungen

Diesen Dienstag ist „World Backup Day“ – er soll daran erinnern, sich vor Datenverlust zu schützen. Laut Umfragen haben 25 Prozent der Deutschen kein aktuelles Backup – obwohl vieles nur digital vorliegt.

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Auch Smartphone-Backups sind wichtig gegen Datenverlust. Ob man sie lokal auf dem Rechner oder online in der Cloud speichert, muss jeder Nutzer gut abwägen.

Quelle: Andrea Warnecke

Marburg. Plötzlich macht es platsch. Das Smartphone, am Waschbecken abgelegt, rutscht vom Rand ins Wasser. Da helfen die schnellsten Reflexe nichts. „Die Hardware lässt sich ersetzen, oft sind die persönlichen Daten wie Fotos oder Nachrichten aber unersetzlich“, sagt Manuel Fischer vom IT-Verband Bitkom. Auch bei Diebstahl oder Systemfehlern des Smartphones droht Datenverlust. Doch es muss nicht alles verloren sein – vorausgesetzt, es gibt ein Backup.

Auch Josef Reitberger kann es regelmäßig nicht fassen, wie sorglos viele Menschen mit den Daten umgehen. „Da sind die unwiederbringlichen Kinderfotos nur auf dem Laptop und das war‘s. Wenn dann die Festplatte kaputtgeht – und irgendwann geht jede Festplatte kaputt – ist alles weg“, sagt der Chefredakteur der Computerzeitschrift „Chip“. Mit einer anständigen Datensicherung passiert so etwas nicht.

Einfache und günstige Lösungen

Auch in Internet-Foren gibt es immer wieder Fragen zu schlecht laufenden Systemen oder der Wiederherstellung gelöschter Daten. Dort lautet die Devise dann häufig: „Kein Backup – kein Mitleid.“

Der „World Backup Day“, der jährlich am 31. März stattfindet, soll PC-Nutzer daran erinnern, sich wirksam vor Datenverlust zu schützen. Gründe für diesen Denkanstoß gibt es reichlich: Vor allem Privatpersonen sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vernachlässigen das Thema Backup regelmäßig – obwohl es einfache und günstige Lösungen gibt.

Zwar machen laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) 89,3 Prozent der Deutschen ein Backup. Nur 25 Prozent jedoch führen ihre Datensicherung wöchentlich oder sogar häufiger durch. Dass der Studie zufolge rund die Hälfte der Deutschen schon einmal Daten verloren hat – vor allem Fotodateien und Textdokumente –, kann vor diesem Hintergrund nicht überraschen. Als Hauptursachen für den eher laxen Umgang mit dem Thema Datensicherung haben Experten Bequemlichkeit und Nachlässigkeit ausgemacht.

Backup und Original getrennt aufbewahren

Mittlerweile gibt es zahlreiche Datensicherungs-Lösungen – lokal mittels externen Festplatten oder „in der Cloud“, also via Internet auf einem externen Server. In der Regel genügt eine externe Festplatte, per USB-Schnittstelle angeschlossen. Doch die Datensicherungs-Experten verdeutlichen: „Das ist eigentlich noch kein Backup – sondern eine Sicherungskopie.“

Der Unterschied: Ein Backup werde räumlich getrennt von den Original-Daten aufbewahrt. Denn: „Im Fall eines Einbruchs oder Brandes kann die externe Platte zerstört werden – und damit wäre auch die Datensicherung verloren.“  Allerdings sei eine Sicherungskopie zumindest schon einmal ein großer Schritt nach vorne.

Um die Datensicherung mehr oder weniger automatisch ablaufen zu lassen, gibt es auch Netzwerk-Lösungen, die – etwa aufgestellt neben dem Router – die Sicherung automatisch starten. Und das nach vorgegebenen Intervallen: Stündlich oder täglich. „Der Vorteil ist, dass sich der Benutzer um nichts mehr kümmern muss, sobald die Sicherung einmal eingerichtet ist“, so der Informatiker.

Systeme schützen nicht vor Anwenderfehlern

Im lokalen- oder Netzwerk-Betrieb kristallisieren sich auch sogenannte „Spiegel-Festplatten“ als Lösungen heraus. Solche Gehäuse bieten Platz für zwei oder mehr Festplatten – und die werden kontinuierlich gespiegelt. Das Prinzip ist simpel: Die beiden Festplatten kommunizieren untereinander und spiegeln sich ständig oder zu festen Zeiten. Schiebt man den Ordner mit den Urlaubsfotos auf Platte A, schickt diese sie an Kollegin B weiter. Raucht eine der Platten ab, ist da immer noch die zweite.

Und als Netzwerkfestplatten stehen die zwar neben dem heimischen WLAN-Router – Zugriff hat man aber theoretisch von überall, wo man Internet hat. Ein weiterer Vorteil: Man kann vielen Nutzern Zugriff auf die Platten geben – etwa der ganzen Familie als gemeinsamen Datenspeicher.

Doch es gibt auch Nachteile: So schützen diese Systeme nicht vor dem Fehlverhalten der Nutzer. Heißt: Wer eine Datei auf Platte A löscht und dies nicht schnell genug merkt, findet die Daten auch nicht mehr auf Platte B – denn auch dort werden sie gelöscht.

Eine Möglichkeit sind auch „Hybrid-Backups“: Dabei werden die Daten gleichzeitig auf externen Festplatten und in der Cloud gespeichert. Wer sich dabei Sorgen um den Datenschutz macht: Manche Cloud-Anbieter schließen die Datenhaltung im Ausland aus.

von Andreas Schmidt und unserer Agentur

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