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"Das ist keine Personalplanung, das ist Willkür"

UKGM-Betriebsratschefin "Das ist keine Personalplanung, das ist Willkür"

Wenn das Uni-Klinikum auf das vorzeitige Ausscheiden von Mitarbeitern setze, müsse die Situation „hochdramatisch“ sein, reagiert Betriebsratschefin Bettina Böttcher auf Äußerungen der Geschäftsführung.

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Die Betriebsratsvorsitzende am UKGM-Standort Marburg, Bettina Böttcher, spricht von Stellenabbau. Archivfoto

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Sie möchte weder Wortspiele noch Ping-Pong-Spiele mit der Geschäftsführung des UKGM beginnen, schickt Bettina Böttcher voraus. Die Betriebsratsvorsitzende am Marburger Uni-Klinikum sei allerdings so empört über die Aussagen des Geschäftsführers Dr. Gunther K. Weiß, dass sie nun die hessische Landesregierung zum „Eingreifen“ auffordere. Weiß hatte erklärt, dass in der Pflege derzeit keine Stellen frei sind, um den Auszubildenden ab April ein Übernahmeangebot zu machen (die OP berichtete). Auch andere Berufsgruppen, zum Beispiel in der Technik, sind von diesem Übernahme-Stopp betroffen.

Dass Weiß nun äußere Rahmenbedingungen wie zum Beispiel den geringen Landesbasisfallwert für Krankenhäuser in Hessen als Argument nenne, um die wirtschaftliche Situation des Klinikums zu erklären, könne sie nicht akzeptieren. „Dieser Wert betrifft alle Kliniken in Hessen, also auch den UKGM-Standort in Gießen. Dort werden die Auszubildenden übernommen“, sagt Böttcher. Weiß hatte auch erklärt, dass nur neun Mitarbeiter das Abfindungsangebot Ende vergangenen Jahres angenommen hatten und vorzeitig in den Ruhestand eintraten und die Fluktuation nicht so groß wie erwartet ausgefallen sei. „Ich bin heilfroh, dass nur neun diese Abfindungsverträge unterschrieben haben. Wir können auf die Qualität der erfahrenen Mitarbeiter nicht verzichten. Mir fehlt hier die Wertschätzung“, sagte Böttcher.

Frei werdende Stellen werden nicht nachbesetzt, befristete Verträge nicht verlängert, Auszubildende nicht übernommen. Das sei eine hochdramatische Situation. „Das ist keine Personalplanung, das ist Willkür“, sagt Böttcher weiter.

von Anna Ntemiris

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