Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Das Sprachrohr der Wirtschaft

Industrie- und Handelskammer Das Sprachrohr der Wirtschaft

Alle Branchen sind in der Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg vertreten - und das seit 250 Jahren. Anlässlich des Jubiläums findet am Freitag ein großer Festakt in Kassel statt.

Voriger Artikel
Blühende Innenstadt zum Genießen
Nächster Artikel
Grünen-Pläne „gefährden“ Ranking

Die Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg hat ihren Hauptsitz in Kassel im Haus der Wirtschaft.Foto: Dieter Schachtschneider

Quelle: Freier Mitarbeiter

Marburg. Ob Gemüsehändler, Kioskbesitzer oder Großunternehmer: Wer einen Laden, einen Betrieb oder eine Firma führt, gehört - sofern es sich nicht um einen Handwerksberuf oder einen freien Beruf handelt - der Industrie- und Handelskammer an. Diese „Pflichtmitgliedschaft“ stößt bei einigen Selbstständigen auf Unverständnis. Man zahle Beiträge, habe aber keinen Nutzen davon, sagen sie.

„Die gesetzlich festgeschriebene Zugehörigkeit ist die Basis dafür, dass die IHK alle Gewerbetreibenden neutral und gleichberechtigt vertreten kann und nicht nur im Interesse einzelner Branchen spricht“, erklärt Oskar Edelmann, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer. Im Schnitt zahle jedes Unternehmen einen Mitgliedsbeitrag von 118 Euro im Jahr, und die Hälfte der Mitglieder sei vom Beitrag befreit. Einen Nutzen, ist sich Edelmann sicher, habe jedes Mitglied. Denn die IHK versteht sich gegenüber Politikern und den Entscheidungsträgern als Sprachrohr für die kleinen, mittelständischen und großen Unternehmen.

„Wir mischen uns ein“, so Edelmann. Die IHK habe sich beispielsweise gegen die einst von der Stadt Marburg angedachte Erhöhung des Gewerbesteuerhebesatzes in Marburg ausgesprochen. „Eine Erhöhung der Gewerbesteuer führt nicht dazu, dass Unternehmen von heute auf morgen Arbeitsplätze abbauen, sondern der Prozess findet schleichend statt“, so Edelmann. Der Ausbau der A 49, die Schaffung von Parkplätzen in der Innenstadt oder die Verkehrsentwicklung im Nordviertel gehören ebenfalls zu den Themen, bei denen die IHK klar Position bezieht. Die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu erhalten und zu stärken, sei ein Ziel. „Die Region ist gut durch die Krise gekommen“, sagt Edelmann. Nordhessen und Marburg habe eine Branchen-Vielfalt und eine gute starke Industrie zu bieten, die Universität bereichere den Standort ebenfalls.

Marburg ist erst seit Kurzem im Namenstitel

Edelmann, der von Marburg aus die Geschäftsfelder Finanzen, Recht, Innovation und Umwelt betreut sowie für die gesamte Verwaltung der IHK Kassel-Marburg zuständig ist, hat sich insbesondere für die Bedeutung der Marburger Mitglieder stark gemacht. Die Früchte könne man seit Jahresanfang deutlich sehen, sagt Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel und weist auf den Namen hin: Erst seit Kurzem heißt die Institution IHK Kassel-Marburg. Bisher fehlte „Marburg“ im Titel. Rechtzeitig zum Jubiläum sind Logos, Visitenkarten, Plakate ersetzt worden. „Die Zeit war reif dafür, Marburg ist das zweite Oberzentrum im Bezirk und wirtschaftsstark“, sagt Edelmann. „Marburg kann ein Bindeglied zwischen Nordhessen und dem Rhein-Main-Gebiet sein. Das ist eine Chance“. Dabei dürfe man nicht außer Acht lassen, dass zur Region auch die starken Unternehmen im Ostkreis oder Südkreis gehören - die Stadtallendorfer Firmen Ferrero, HOPPE und Eisengießerei Winter beschäftigen zum Beispiel allein mehr als 10 000 Mitarbeiter. Sie gehören zu den großen und leistungsfähigen Unternehmen der IHK Kassel-Marburg. Die Grundbeiträge - je nach Leistungsfähigkeit - betragen 35 bis über 10000 Euro im Jahr. Der Beitrag beträgt 0,17 Prozent des Gewerbeertrags.

n Ausblick: Die IHK will dem Fachkräftemangel entgegen wirken und sich daher weiterhin in der Bildung engagieren (siehe Artikel unten). Ob die Unterstützung des Chemikums in Marburg, die Einrichtung von Berufswahlbüros in Schulen oder die Betreuung von Auszubildenden: Unter dem Stichwort Demografie und Fachkräftemangel stehen der traditionsreichen IHK noch viel Arbeit und Herausforderungen in den nächsten Jahren bevor.

n Die Rahmenbedingungen für Frauen, die nach der Elternzeit zurück in die Arbeitswelt wollen, sollen verbessert werden. Auch dieses Thema liege der IHK am Herzen, so Edelmann.

n Bessere Rahmenbedingungen für Kinderbetreuung stärken ebenfalls den Standortfaktor. „Wir spiegeln die Forderungen der Region wider. Und man sieht, es ist schwierig, ein Thema zu finden, das keine Auswirkung auf die Wirtschaft hat“, so Edelmann. Aus der Parteipolitik halte man sich allerdings heraus.

n Das 300-jährige Bestehen der IHK Kassel-Marburg könnte man in Marburg feiern, schlägt Edelmann vor.von Anna Ntemiris

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr