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Das Los entscheidet über die Zuteilung

CO2-Sparbrief Das Los entscheidet über die Zuteilung

Rund 1100 Kunden der Stadtwerke Marburg wollten den „CO2-Sparbrief“ zeichnen, der für eine Laufzeit von fünf Jahren eine Rendite von 1,6 Prozent garantiert. Gestern entschied das Los, wer zum Zug kommt.

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„Glücksfee“ Nico Lindenlaub dreht die Lostrommel, im Hintergrund schauen Norbert Schüren (von links), Katharina Deppe, Harald Schick und Sebastian Finck zu. Foto: Andreas Schmidt

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Neun Tage lang konnten Kunden das Papier zeichnen, das von Stadtwerken und Sparkasse aufgelegt wird. Die Resonanz war immens, schon am ersten Zeichnungstag, dem 4. Oktober, hätten die Menschen vor dem Kundencenter der Stadtwerke Schlange gestanden. Dort saßen Mitarbeiter der Sparkasse, um die Zeichnungen entgegenzunehmen.

Dass die Nachfrage so hoch war, wundert Sparkassen-Vorstand Harald Schick überhaupt nicht: „In der heutigen Niedrig- oder sogar Negativzinsphase sind 1,6 Prozent über fünf Jahre ein phantastischer Wert. Wir hätten sogar 20 Millionen erzielen können.“ Die längste Wartezeit hätte eineinhalb Stunden betragen, „das kennt man sonst nur von Fachärzten“, so Schick.

Das Papier sei dreifach überzeichnet gewesen, denn beim Erreichen von sechs Millionen Euro war Schluss. Da das Interesse der Kunden jedoch deutlich höher gewesen sei, habe man sich bei der Zuteilung bewusst gegen das „Windhund-Prinzip“ entschieden, bei dem nur die schnellsten Zeichner auch eine Zuteilung bekommen hätten. Aus diesem Grund wurden die Zuschläge verlost - als „fairste Möglichkeit“, so Schick.

Geld fließt in Energiewende

Norbert Schüren, Geschäftsführer der Stadtwerker, erinnerte sich noch an die erste Auflage des Sparbriefs, den die Stadtwerke noch ohne Beteiligung der Sparkasse aufgelegt hatten. „Das war ein aufregender Prozess und etwas ganz anderes, als wenn man Strom verkauft“, schmunzelte er. „Mit den sechs Millionen Euro aus der jetzt dritten Auflage können wir einen guten Beitrag für die weitere Arbeit an der Energiewende im heimischen Raum leisten“, sagte er. Denn dafür soll das Geld verwendet werden: So wollen die Stadtwerke etwa die Kraft-Wärme-Kopplung in Marburg vorantreiben und das Wärmekraftwerk am Ortenberg sanieren. Schüren fügte hinzu: „Wir könnten das Geld durch Kredite billiger bekommen. Aber der Sparbrief ist für uns auch ein Instrument zur Kundenbindung.“

Dann begann die Auslosung: Auf dem Konferenztisch standen zehn große Aktenordner mit den Unterlagen der 1100 „Zeichnungswilligen“, Name und Kundennummer fanden sich auch, fein säuberlich gefaltet, in einer Lostrommel.

Die bediente „Glücksfee“ Nico Lindenlaub: Los um Los zog er, die ermittelte Nummer wurde mit einer Datenbank abgeglichen, in der die Zeichnungssumme vermerkt war. Denn jeder Kunde durfte einen Anteil zeichnen - Höchstsumme waren 25.000 Euro. Dann wurden die Briefe aus den Aktenordnern geholt, die Daten abgeglichen - alles unter den Augen der Revisorin Stefanie Müller.

Insgesamt kamen 370 Kunden der Stadtwerke zum Zug - dann war die Ausschüttungssumme sogar mit 6.024.000 Euro leicht überschritten. „Es war alles dabei“, sagte Stadtwerke-­Pressesprecher Pascal Barthel, „von 1.000 bis 25.000 Euro. Die Durchschnittssumme lag bei 16.300 Euro“.

Die Kunden werden per Brief von der Zuteilung informiert.

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