Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Das Geburtstagskind ist ein Porsche

Serie "50 mit 50": Teil 11 Das Geburtstagskind ist ein Porsche

Des Deutschen liebstes Kind ist das Auto. Aber welches? Helmut Henkel ist ein richtiger Oldtimer-Fan. Für seinen 50 Jahre alten Porsche schmiss er eine Geburtstagsparty.

Voriger Artikel
Insolvenzen: Kreis kontert Bundestrend
Nächster Artikel
Der „Alleskönner“ im Baugewerbe

Des Deutschen liebstes Kind ist das Auto – Helmut Henkel mag seinen Porsche, aber noch mehr natürlich sein Enkelkind – dessen Bild auf dem T-Shirt abgedruckt ist.Foto: Anna Ntemiris

Marburg. Das Geburtstagskind glänzte - der tomatenrote Lack war frisch poliert. Keiner schüttelte dem Jubilar jedoch die Hand, keiner umarmte ihn. Auch das Wetter war nicht lieb zu ihm und so stand er am Samstag an seinem Ehrentag im Regen.

Der 50-Jährige ist eine Kultfigur unter den Oldtimern - ein Porsche der Reihe 356 C. Sein Besitzer ist der frühere Kreishandwerksmeister Helmut Henkel, der den Porsche mehr pflegt als fährt. „Ich fahre höchstens 3000 Kilometer im Jahr mit ihm“, sagt er. Henkel hatte sich vor mehr als einem Jahr überlegt, ein Gartenfest anlässlich des Porsche-Jubiläums zu feiern. Aus der spontan gefassten Idee wurde dann ein gut organisiertes Fest: Da Henkel kürzlich das Bundesverdienstkreuz erhalten hatte, gab es nun schließlich gleich mehrere Gründe zum Feiern.

Spenden statt Geschenke

„Geschenke möchte der 50er nicht“ hatte der Gastgeber in seiner Einladung erklärt. Der 67-Jährige bat seine rund 60 Gäste, stattdessen Spendengeld für die „Marburger Tafel“ mitzubringen. „Wer einen Porsche fährt, braucht keine Geschenke“, sagte Henkel, freute sich aber dennoch über die edlen Tropfen - das gute Motoröl, dass ein Freund mitgebracht hatte. Die Vorsitzende der „Marburger Tafel“, Rita Vaupel, sowie ihr Ehemann, Oberbürgermeister Egon Vaupel, gehörten zu den Gästen, unter ihnen mehrere Oldtimer- und Sportwagenfans. So unterhielten sich viele der Frauen und Männer „vom Fach“ über alte und teure Autos, über verrückte Hobbys oder über ungeschriebene Oldtimer-Fahrer-Regeln. Wer bisher beispielsweise dachte, der „natürliche Feind“ des Morgan-Fahrers sei ein Porsche-Fahrer, irrt. Henkel hat beides: einen Morgan und einen Porsche. Passen wunderbar zusammen, meint er. Dass die Party ausgerechnet am Tag der Oldtimer-Fahrt im Landkreis stattfand, war übrigens reiner Zufall. Henkel musste auf die Rallye-Teilnahme verzichten, ein 50. Geburtstag findet schließlich nicht alle Tage statt. Henkels 75-PS-starker Schatz ist übrigens einer von 16686 Stück der Baureihe C des Jahres 1964. Eine Rarität also. Der Beltershäuser kaufte den Porsche 1999 einem Ehepaar aus Aachen ab. Auch die Vorbesitzer kamen zur Geburtstagsparty in den Ebsdorfer Grund. Und waren beeindruckt davon, dass sich ihr „Ex“ so gut gehalten hat. Keine Kratzer, keine Dellen. Helmut Henkel lächelt. Ja, ja, er kümmert sich schon gut um seinen Porsche, der mit jedem Jahr faszinierender für ihn wird. Der Porsche 356 ist das erste Serienmodell des Entwicklers Ferdinand Porsche.

von Anna Ntemiris

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr