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Minijob und „Klebe-Effekt“

Ausstellung in Arbeitsagentur informiert Minijob und „Klebe-Effekt“

Mit einer Wanderausstellung informiert die 
Arbeitsagentur Marburg derzeit im Foyer der Agentur rund um das 
Thema Minijob.

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Marion Guder, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (von links), Leiter Volker Breustedt und Wiedereinstiegsberaterin Heiderose Knapp stellten die Ausstellung vor.

Quelle: Freya Altmüller

Marburg. Jeder sollte von seinem Lohn leben können“, sagt Marion Guder, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt in der Agentur für Arbeit. Deshalb will die Ausstellung „Minijob? Da geht noch mehr“ unter anderem Menschen, die in einem solchen Arbeitsverhältnis angestellt sind, über ihre Möglichkeiten informieren.

„Aus einem Minijob kann man mehr machen“, so Guder. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, des Fachkräftemangels sowie der steigenden Zahl von Teilzeitstellen hätten Angestellte gute Chancen, ihren Minijob in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umzuwandeln.

Auch für Arbeitgeber bieten die zehn Aufsteller im Foyer der Agentur interessante Informationen. „Der Mitarbeiter fühlt sich als Minijobber als Aushilfskraft“, so die Wiedereinstiegsberaterin Heiderose Knapp. In einem sozialversicherungspflichtigen Angestelltenverhältnis hingegen stiegen die Motivation und die Zugehörigkeit zum Unternehmen. Aber auch finanziell biete beispielsweise ein Midi-Job, der mit 700 Euro bezahlt wird, Vorteile gegenüber zwei Minijobs für das gleiche Geld, weil geringere Sozialabgaben anfielen.

Fragen um soziale Absicherung

„Für Minijobber gelten gleiche Arbeitsrechte wie für Vollzeitangestellte“, so Knapp. Viele­ wüssten beispielsweise nicht, dass Arbeitstage, die auf Feiertage fielen, bezahlt und nicht nachgearbeitet werden müssten.

Der Minijob könne zum Beispiel ein Sprungbrett für den beruflichen Wiedereinstieg sein. Und dennoch blieben viele Personen darin „hängen“. Vor allem Frauen würden diesen „Klebe-Effekt“ kennen: Was nach der Familienphase so praktisch war, sei zu einem Dauerzustand geworden. Wie sieht es mit Aufstiegschancen, sozialer Absicherung, späteren Rentenanspruch aus? Das sind nur einige der Fragen, die die Ausstellung thematisiert.

Frauen machen im Landkreis mit 64 Prozent den größten Anteil der Minijobber aus. Vor einem Jahr gingen hier knapp 17.000 Menschen ausschließlich einer geringfügigen Beschäftigung nach.

  • Bis 30. Juni kann die Ausstellung während der Öffnungszeiten der Agentur besucht werden: montags und dienstags von 8 bis 16 Uhr, mittwochs und freitags von 8 bis 12.30 Uhr sowie donnerstags von 8 bis 18 Uhr.

von Freya Altmüller

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