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Dachkontrolle mit der Drohne

Dachdeckermeister setzt auf moderne Technik Dachkontrolle mit der Drohne

Der Nesselbrunner Dachdecker Yannick Müller 
inspiziert Dächer mittels einer ferngesteuerten Drohne auf Schäden. Das spart Zeit, Kosten und ist sicherer, als auf ein Gerüst zu steigen.

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Mitten in der Oberstadt würde ein Gerüst nur für Behinderungen sorgen, außerdem wäre es teuer: Dank seiner Drohne kann Dachdeckermeister Yannick Müller aus Nesselbrunn eventuelle Schäden am Dach vom Boden aus analysieren.

Quelle: Richard Kiefer

Marburg. Frühmorgens in der Marburger Oberstadt. Blauer Himmel, die Sonne scheint und es ist wenig los. Die richtige Zeit für den Dachdeckermeister und Energieberater Yannick Müller, seine Drohne zu starten.

Das Ordnungsamt hat ihm die Fluggenehmigung für das Fluggerät erteilt. Die muss er haben. Die Häuser in der Altstadt stehen eng, Dach an Dach, sind verwinkelt, kaum zugänglich. Auch von innen durch die geöffneten Fenster lässt sich der Schaden schlecht beurteilen.

Müller hat einen Kundenauftrag und muss ein Dach nach Schäden absuchen. Ein Gerüst wäre eine Alternative, die allerdings in der Oberstadt zusätzliche Engpässe verursachen würde. „Und die auch die teurere Variante ist“, wie der Juniorchef des Dachdeckerbetriebs Hans-Werner Müller aus Nesselbrunn zu bedenken gibt.

Bei einer Kirchenrenovierung habe der Auftraggeber durch einen Drohnenflug mehrere tausend Euro gespart, erzählt Müller von einem Beispiel. Yannick Müller hat zum ersten Mal vor wenigen Jahren von dieser Art der Dachinspektion gehört und sich sofort dafür begeistert. „Mein Vater ist offen für solche Dinge, er lässt mich machen“, ist der 27-Jährige begeistert. „Wir sind auch die Ersten und Einzigen, die diese Technik hier in der Umgebung einsetzen“, sagt er.

Abhauen kann 
die Drohne nicht

Mit der Drohne fliegt er vom Boden aus hoch hinaus aufs Dach. Über ein Display orientiert er sich, wenn es mal ganz verwinkelt wird. Er macht Fotos und kann somit alles gut dokumentieren, ohne hinauf zu müssen.

Das spart nicht nur Kosten und Zeit, sondern ist auch viel sicherer für den Dachdecker. „Man denke an manche maroden Dächer, die gefährlich werden können“, sagt Müller. Auch Hochhäuser können so sicherer und besser kontrolliert werden – das hat der Dachdecker jüngst bei einem 14-geschossigen Haus bewiesen.

Im Vorfeld hat Müller Lehrgänge besucht und eine Aufstiegsgenehmigung beim Bundesluftfahrtministerium bekommen. Die weiße Drohne mit den vier Propellern, die etwa 1600 Euro kostet, beherrscht er gut. Leise surrt das ferngelenkte Fluggerät in den Marburger Himmel über der Altstadt. Abhauen kann sie nicht und gefährlich für Passanten wird sie auch nicht. Schließlich habe sie einen „Coming-Home-Button“, der sie wieder sicher an den Ausgangspunkt führe, sagt Drohnenpilot und Dachdecker Yannick Müller.

von Richard Kiefer

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