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DVAG kauft Waldecker Hof

Ende einer Ära: DVAG kauft Waldecker Hof

Der Marburger Hotelier Achim Heide gibt seinen traditionsreichen Familienbetrieb auf. Die DVAG, die das Haus gekauft hat, macht keine Angaben zu ihren Nutzungsplänen.

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Der „Waldecker Hof“ schließt zum Jahresende. Die DVAG hat das Gebäude gekauft.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. „Ankommen in Marburg und sich im Waldecker Hof wohlfühlen“: Mit dieser Aussage wirbt das Drei-Sterne-Hotel, das sich nur wenige Schritte vom Hauptbahnhof befindet, auf seiner Homepage. Wer sich dort ab Ende Dezember wohlfühlen möchte, erhält die Information, dass zum gewünschten Zeitraum keine Buchung möglich ist. Hartmut Reiße von der Tour GmbH des Landkreises bestätigte der OP, dass der Hotelier beantragt hat, ab 2013 aus dem Hotelverzeichnis gestrichen zu werden.

Warum das Hotel zum Jahresende schließt, wollte Eigentümer und Betreiber Achim Heide gegenüber der OP nicht erklären. Die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) hat das Gebäude in der Bahnhofstraße gekauft, wie deren Pressesprecherin Maria Lehmann der OP auf Anfrage bestätigte. Weitere Angaben könne sie dazu nicht machen. Die Planungen für die weitere Nutzung seien noch nicht abgeschlossen, so Lehmann. Gerüchte, dass dort ein neues Hotel oder Appartements entstehen, wollte die Sprecherin weder bestätigen noch dementieren.

Weiterer Hotelbetrieb ist unwahrscheinlich

Dass die DVAG dort neue Übernachtungsmöglichkeiten unter ihrer Regie führt, ist eher unwahrscheinlich. Nur wenige Schritte entfernt befindet sich das Fünf-Sterne-Hotel des Marburgers und DVAG-Unternehmensgründers Dr. Reinfried Pohl und seiner Familie. Vom „Waldecker Hof“ schaut man auch auf das neue Congress- und Schulungszentrum der DVAG.

In dem hochmodernen Gebäudekomplex befindet sich unter anderem auch Gastronomie - daher ist es ebenfalls unwahrscheinlich, dass aus dem „Waldecker Hof“ ein neues Restaurant wird. Davon auszugehen ist aber, dass das Finanzunternehmen zunächst einmal das Gebäude sanieren wird.

Eine Schließung des „Waldecker Hofes“ würde zunächst bedeuten, dass „70 Betten für Gäste fehlen“, erklärte Klaus Hövel, Geschäftsführer von Marburg Tourismus und Marketing GmbH. „Wir brauchen eher mehr als weniger Betten in Marburg“. Die Universitätsstadt hat bekanntlich viele Touristen und Tagungsgäste.

Hotelgebäude ist zum Filetstück geworden

Seit längerer Zeit spricht auch Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) davon, dass in Marburg noch ein Bedarf an Zwei- oder Drei-Sterne-Hotels sei. Er hatte zuletzt gegenüber der OP vorgeschlagen, dass das neu geplante Einkaufs-Center in der Universitätsstraße auch eine gute Adresse für ein Hotel sei.

Eine bessere Adresse in Marburg soll in den nächsten Jahren das Bahnhofsviertel werden. Nicht nur der Hauptbahnhof wird aufwändig saniert, auch der gesamte Vorplatz wird nach und nach neu gestaltet. Das Nordviertel verändert derzeit sein Gesicht, die Bauarbeiten laufen auf Hochtouren. Das Hotelgebäude ist damit zum Filetstück geworden. Vor anderthalb Jahren hatte Hotelier Heide, der das Haus in vierter Generation führt, gegenüber der OP erklärt, dass er die geplante neue Verkehrsführung aus Sicht der Autofahrer für unpraktisch hält. Er hatte zudem vor, seinen Parkplatz zu vergrößern. Auch wenn sein Hotel sich so nah am Bahnhof befinde wie kein anderes in Marburg, so habe er doch auch viele Gäste, die mit dem Auto anreisen, hatte er damals gesagt.

Wohin die Reise für den Familienbetrieb in vierter Generation geht, will der Hotelier nun nicht sagen.

von Anna Ntemiris

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