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Center soll Mitte 2018 neu eröffnen

Sanierung des Allianzhauses Center soll Mitte 2018 neu eröffnen

Ein neues Einkaufszentrum am Fuße der Oberstadt: Ideen dafür gibt 
es seit vielen Jahren. Jetzt liegen konkrete Pläne vor.

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Das Geschäftshaus in der Stadtmitte ist alles andere als ein Schmuckstück. Das Haus soll saniert werden. Neben Tegut ziehen weitere Läden ein, möglicherweise auch eine Hotelkette.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. „Center-Entwicklung auf gutem Weg“: Unter diesem Titel meldet die Pressestelle der Stadt Marburg, dass die „vorbereitenden Arbeiten für die Revitalisierung des Centers Ecke Universitätsstraße/Gutenbergstraße voranschreiten“.

Es geht um das Allianzhaus, um das bis vor einem Jahr der Berliner Investor Joachim Tenkhoff jahrelang mit der Allianz als Eigentümer, der Stadt und dem Land Hessen verhandelt hatte, um ein neues Einkaufszentrum zu errichten.

Eröffnungstermin bis Sommer 2018 angestrebt

Doch den Zuschlag erhielt am Ende ein anderer: Ein Investor, die Werner-Gruppe, der für das Fuldaer Lebensmittelunternehmen Tegut Gebäude baut. Der in dem Eckhaus befindliche Tegut-Markt wird also Hauptmieter bleiben. Tegut hatte der OP gegenüber bereits vor einem Jahr erklärt, dass die Immobilie im Jahr 2016 grundlegend saniert wird. Diesen Zeitplan bestätigte nun die Stadt.

Die Werner-Gruppe habe Prüfungsarbeiten an der Bausubstanz durchführen lassen und das Projekt insgesamt auf neue Beine gestellt. Jetzt wird ein Eröffnungstermin bis Sommer 2018 angestrebt, erklärte Klaus Diegelmann, Geschäftsführer der Werner Projektentwicklung GmbH.

Laut Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) entwickelt die Werner-Gruppe in enger Abstimmung mit der Stadt das neue Center-Konzept mit einer maximalen Verkaufsfläche von 10.000 Quadratmetern. Es wird also kleiner als noch vor Jahren geplant. Die frühere Konzeption unter Federführung der Tenkhoff-Gruppe hatte noch 12.000 Quadratmeter Verkaufsfläche vorgesehen.

Keine Konkurrenz 
zur Oberstadt

Die Vorgaben aus dem Masterplan Einzelhandel für Marburg der CIMA von 2009 sollen berücksichtigt werden, erklärt Vaupel im OP-Gespräch. Das bedeutet: In dem umgestalteten Center sollen vor allem „mittelgroße Ladenflächen“ vermietet werden. Und zwar an Betreiber, die in der Oberstadt nicht vorhanden sind, aber von externen Interessenten stark nachgefragt werden.

Kurzum: Das große Einkaufshaus soll die Geschäfte – und Kundschaft – in der Oberstadt nicht abziehen. Im Gegenteil: Ein attraktiver Branchenmix soll mehr Kaufkraft nach Marburg holen.

Derzeit laufen Vermietungsgespräche, zu den geplanten Mietern möchte er sich jedoch zurzeit noch nicht äußern, so Diegelmann. Nach Informationen der OP ist es möglich, dass neben Tegut ein weiterer Ankermieter einzieht, ein Geschäft mit Sogeffekt. Da noch keine Kaufverträge unterzeichnet seien, halten sich die Beteiligten mit Informationen bedeckt. Keiner will die Preise verderben.

Für Vaupel und Diegelmann ist besonders erfreulich, dass die Bausubstanzuntersuchungen bestätigt haben, dass ein Abriss des gesamten Gebäudes nicht nötig werde. Das war bis zuletzt nicht klar gewesen, so Vaupel. Allerdings seien umfangreiche Sanierungsarbeiten erforderlich und die Spindel – Auf- und Abfahrt zu den Parkgeschossen – müsse komplett erneuert werden.

Rücksichtnahme auf „städtebauliche Gestalt Marburgs“

Auch das ist neu: Zusätzlich werde das Gesamtgebäude bis an die Ecke Gutenbergstraße/Schulstraße erweitert. Das ist eine Weichenstellung, denn jahrelang konnten potenzielle Investoren dieses Filetstück nicht erwerben.

Erforderliche Grunderwerbsverhandlungen seien erfolgreich abgeschlossen worden, so Diegelmann. Insbesondere bei der Fassadengestaltung und bei der Höhenentwicklung des Gebäudes werde man „selbstverständlich auf die empfindliche städtebauliche Gestalt Marburgs Rücksicht nehmen“, erklärt Diegelmann. Im zweiten und dritten Obergeschoss werden Parkplätze gebaut.

Auch scheint ein von Vaupel befürwortetes Projekt nun bald umgesetzt werden zu können. In dem Center sei die Unterbringung eines 2- oder 3-Sterne-Hotels möglich. Die Stadt benötigt seit Jahren mehr Hotelbetten. Sollten die Verhandlungen für ein Hotel im Center scheitern, gibt es nach Informationen der OP in der Nähe des Einkaufszentrums einen alternativen Standort.

Insgesamt wertete Vaupel den jetzt erreichten Projektstand sehr positiv. Er sei zuversichtlich, dass der Zeitplan eingehalten werden könne. „Ich freue mich sehr, dass die entscheidenden Weichenstellungen für dieses wichtige Projekt der Stadtentwicklung jetzt durchgeführt werden. Die Universitätsstadt Marburg wird dieses Projekt an zentralster Stelle der Stadt nach Kräften unterstützen“, so Vaupel.

von Anna Ntemiris

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