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Carus gewinnt die Dieselmedaille

Auszeichnung im Deutschen Museum Carus gewinnt die Dieselmedaille

Mit der Verleihung der Dieselmedaillen hat das Deutsche Institut für 
 Erfindungswesen am ­Freitag in München herausragende Innovatoren 
geehrt – einer der Gewinner: Carus aus Fronhausen.

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Die Preisverleihung: Dr. Andreas Ritzenhoff (Carus GmbH & Co. KG, von rechts), Dr. Bernd Storm van’s Gravesande (Gründerkonferenz Bits & Pretzels), Felix Haas, Dr. Martin Herrenknecht (Herrenknecht AG), Frank Schmiechen (Online-Magazin Gründerszene) und Alex Hofmann.

Quelle: Tinnefeld

München. Aus insgesamt zehn Nominierungen wählte das Dieselkuratorium unter Vorsitz von Professor Alexander Wurzer vier Preisträger aus, die den Gedanken der Dieselmedaille – Innovation und ihre Förderung prämieren – in besonderer Weise verkörpern. Zusammen mit Dr.  Heiner Pollert, Vorsitzender des Trägervereins der Diesel­medaille, „Deutsches Institut für Erfindungswesen“, verlieh Wurzer die Dieselmedaillen in vier Kategorien.

Carus, ein Tochterunternehmen der Seidel GmbH & Co. KG, produziert in seinem Werk in Fronhausen LED-Lampen und war in der Kategorie „nachhaltigste Innovationsleistung“ nominiert – und sicherte sich prompt die begehrte Auszeichnung.

Dr. Andreas Ritzenhoff ist sichtlich bewegt, sich nun in dieser Reihe von Unternehmern sehen zu dürfen. „Unsere Idee hat sicherlich etwas Besonderes. Aber es ist für uns sehr schön, wenn auch andere Experten und Gremien diesen Wert erkennen und sogar prämieren. Die Dieselmedaille ist ein wahnsinnig große Ehre für uns und ich bin sehr dankbar, ­diese in Empfang nehmen zu dürfen. Insbesondere die Mitarbeiter von Carus haben in den letzten zwei Jahren wirklich ­Großes geleistet und viel, viel Arbeit investiert, damit wir heute mit einem kleinen Produkt Großartiges und insbesondere Nachhaltiges schaffen.“

Jede Lampe ist 
aktiver Klimaschutz

Carus setzte sich damit gegen illustre Konkurrenten durch: So waren auch der europäische Marktführer für technische Sonnenschutzprodukte, Warema Renkhoff SE, und der Anbieter dezentraler Umwelt- und Verwertungslösungen, die Pyreg GmbH, nominiert. „Auch die anderen Nominierten leisten einen nachhaltigen Beitrag und so macht es froh, dass unsere kleinen und leichten LED-Lampen diese Auszeichnung bekommen“, so ­Ritzenhoff.

Jede Lampe sei aktiver Klimaschutz, da sie lokal und mit besonders niedrigem Ressourceneinsatz produziert werde. „Die sehr gute Recyclebarkeit macht das Produkt auch nach den langen Jahren des Gebrauchs zum umweltfreundlichen Produkt. Von daher ist unsere Innovationsleistung wirklich nachhaltig, da niemand sonst auf der Welt sich dem Thema bislang so gewidmet hatte“, betont der heimische Unternehmer.

Die volle Automatisierung der Produktionsanlage machte Carus den Einstieg in die LED-Leuchtmittel erst möglich, da auf dem Weg die Lohnkosten von Fernost egalisiert werden konnten. „Wir haben mit diesem Schritt Arbeitsplätze geschaffen, sinnvolle und sichere Produkte nach Hause geholt und der Umwelt einen wertvollen Beitrag geleistet. Auch das macht uns bei der täglichen Arbeit große Freude.“

60 Prozent weniger Rohstoffe

Von der Idee bis zur Produktion stand viel Arbeit vor dem Team der Carus-Ingenieure: Mehr als 100 am Markt befindliche Konkurrenzprodukte sägten sie auseinander, es wurde gewogen, geprüft, verglichen. Resultat: Alle LED-Leuchten waren aus chinesischer Produktion, nirgendwo war ein systematisches Konzept erkennbar, die Leuchten waren schwer, enthielten 
jede Menge gefährliche Substanzen und stammten offenbar nicht aus automatischer Produktion.

Die Ingenieure schafften es, dass die Leuchtmittel aus Marburg-Biedenkopf im Vergleich zu Konkurrenzprodukten 60 Prozent weniger Material benötigen. Aluminium, Zinn, Kupfer und Kunststoffe werden bei den Carus-Lampen um ein Vielfaches eingespart, das Gewicht liegt um bis zu 60 Prozent niedriger als bei vergleichbaren Produkten.

Außerdem wird in der Carus-Produktion auf Klebstoff verzichtet – für eine noch bessere Recyclefähigkeit. Nach der Produktlebensdauer von 25 Jahren genüge ein Handgriff, um die Carus-Lampen zu demontieren – um danach Plastik und Aluminium gezielt wiederzuverwenden. Elektroschrott werde somit komplett vermieden. Deshalb sind die Lampen für den Bundespreis „ecodesign“ 2015 nominiert.

von Andreas Schmidt

 
Weitere Gewinner

In der Kategorie „Beste Innovationsförderung“ wurde die Dieselmedaille an die Münchener Gründerkonferenz „Bits & Pretzels“ vergeben.

In der Kategorie „Medienkommunikation“ gewann das in Berlin ansässige Online-Magazin „Gründerszene“.

Die Kategorie „Erfolgreichste Innovationsleistung“ entschied der Technologie- und Weltmarktführer für maschinelle Tunnelvortriebstechnik, die Herrenknecht AG aus Schwanau, für sich.

 
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