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CSL Behring feiert ein „Brückenfest“

Pharmabranche CSL Behring feiert ein „Brückenfest“

Das Projekt M240 ist Teil eines 180 Millionen Euro schweren Investitionsprogramms. OB Vaupel will diese Investitionsfreude nicht trüben: Er kündigte gegenüber der OP an, dass er keine Gewerbesteuererhöhung vorsieht.

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Die fast 18 Meter lange Brücke verbindet den Rohbau M 240 mit dem Produktionsgebäude M 300 von CSL Behring.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Sie ist der Weg zur „Außenwelt“: Die jetzt fertiggestellte fast 19 Meter lange Brücke verbindet in Höhe des ersten Stocks zwei wichtige Gebäude des Pharmaunternehmens CSL Behring miteinander. Da ist auf der einen Seite das jetzige Gebäude M 300. Nachdem CSL Behring beschlossen hatte, die Produktionskapazität für Medikamente zur Behandlung von schweren Blutgerinnungsstörungen zu steigern, reicht der Platz dort nicht mehr aus. Oder anders ausgedrückt: Der Platz reicht nur dann aus, wenn er ausschließlich für Produktionszwecke genutzt wird. Alle Tätigkeiten, die der Produktion vorgelagert sind, finden bald auf der anderen Seite statt: im neuen Gebäude mit dem Namen M 240.

In dem dreistöckigen Gebäude mit einer Fläche von insgesamt 12000 Quadratmetern werden Umkleideräume, Personalschleusen, Büros, Lagerräume und Werkstätten eingerichtet. Auch ein modern eingerichteter Aufenthaltsraum - mit Sesseln in einer Lounge-Ecke - wird die Adresse M 240 haben, erklärte Projektleiter Axel Lehnfeld.

Wer - nach der Fertigstellung in einem Jahr - von der Lounge oder einem Büro über die Brücke in die Produktionshalle läuft, muss sterile Kleidung tragen und die strengen Sicherheitsrichtlinien beachten. Im zweiten und dritten Stock des neuen Gebäudes werden moderne Laboratorien für die Qualitätskontrolle geplant, die ebenfalls in einem Jahr eingeweiht werden sollen. Der Spatenstich für M 240, das „Produktionssupport- und Labor-Gebäude“, fand vor genau einem Jahr statt. „Wir liegen genau im Zeitplan, trotz des langen Winters gab es keine Verzögerungen“, erklärte CSL-Geschäftsführer Dr. Roland Martin gestern beim so genannten Brückenfest.

Stärkung des Pharmastandortes Marburg

Die neue Verbindung zwischen M 300 und M 240 nahm die Geschäftsführung zum Anlass, um mit Mitarbeitern zu feiern. Dabei machte Martin auch deutlich, dass die Brücke Teil eines über 180 Millionen Euro umfassenden fünfjährigen Investitionsprogramms am Standort Marburg ist, das der CSL-Aufsichtsrat in Australien im vergangenen Geschäftsjahr genehmigt hatte. Im Geschäftsjahr 2012/2013 waren für die erste Ausbaustufe bereits 84 Millionen Euro vorgesehen.

Der Ehrengast des Festes, Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD), bedankte sich in seiner kurzen Rede mehrmals für die Investitionen am Standort Marburg. „Das bedeutet ein Vertrauen in den Standort. Dieses Vertrauen wollen wir zurückgeben“, sagte Vaupel vor mehr als 100 Mitarbeitern von CSL Behring, das zurzeit insgesamt rund 2200 Beschäftigte in Marburg hat und einer der größten Arbeitgeber in der Region ist.

„Die Rahmenbedingungen werden nicht viel anders sein als in diesem Jahr“, kündigte Vaupel für das nächste Jahr an. Als er von einem „guten Standort“ sprach, warf Martin ein, es könnte ja „auch noch besser werden“. Der Rathauschef bestätigte: „Wir versuchen, auch noch besser zu werden“. Auf Nachfrage der OP, ob er damit deutlich machen wollte, dass keine Gewerbesteuererhöhung beabsichtigt ist, erklärte Vaupel: „Ich habe sie nicht in meinem Haushaltsentwurf vorgesehen“. Nachdem die politische Debatte um eine Erhöhung des Gewerbesteuerhebesatzes in Marburg neu entfacht war, hatte CSL-Geschäftsführer Martin erklärt, dass dies für Unternehmen eine Bremse für Investitionen sein könnte. Ähnlich äußerten sich auch andere Führungskräfte aus der Wirtschaft sowie die Industrie- und Handelskammer.

von Anna Ntemiris

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