Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 17 ° Regenschauer

Navigation:
CSL Behring bleibt auf Wachstumskurs

Pharmaunternehmen CSL Behring bleibt auf Wachstumskurs

In den nächsten Wochen entscheidet der Mutterkonzern CSL Limited, ob in Singapur oder in der Schweiz ein neues Produktionswerk entsteht. Der Standort Marburg spielt im globalen Verbund der Gruppe eine bedeutende Rolle.

Voriger Artikel
Erster Tag für Ortsumgehung steht
Nächster Artikel
40 Aussteller präsentieren sich

Aufsichtsratschefin Mary Sontrop, früher selbst Chefin am Standort Marburg, schneidet die Geburtstagstorte. Am Tag des zehnjährigen Bestehens von CSL Behring traf sich der Aufsichtsrat am Dienstag zu einer Sitzung. Geschäftsführer Dr. Roland Martin (vorne rechts) erklärte, dass das Unternehmen 350 Millionen Euro in den Standort Marburg investiert hat.Foto: CSL Behring

Marburg. Heute herrscht Geburtstagsstimmung, fast auf den Tag genau vor zehn Jahren war vielen Mitarbeitern von CSL eher zum Weinen zumute. Das heutige Unternehmen CSL Behring ging 2004 hervor aus dem Zusammenschluss der damaligen Aventis Behring Gruppe mit Sitz in King of Prussia (USA) und ZLB Bioplasma in Bern (Schweiz), der Plasmasparte der australischen CSL-Gruppe. Die neue Struktur führte zum drastischen Abbau von Stellen: 450 Arbeitsplätze fielen weg, berichtet Unternehmenssprecher Hans Herberg. Zehn Jahre später ist CSL-Geschäftsführer Dr. Roland Martin stolz darauf, dass das Unternehmen inzwischen 2300 Mitarbeiter in Marburg beschäftigt und damit 500 mehr als vor zehn Jahren.

Das Geschäft mit Medikamenten aus Humanplasma läuft seitdem gut. Innerhalb von zehn Jahren wurde der Umsatz verdoppelt, und der Gewinn vor Steuern vervierzehntfacht. „Das ist innerhalb der Gruppe eine enorme Leistung, auf die wir stolz sind“, sagte Martin im Gespräch mit der OP. „Nicht nur die Aktionäre freuen sich, sondern auch die Mitarbeiter“. In zehn Jahren habe das Pharmaunternehmen Mitarbeitern 80 Millionen Euro an Boni ausgezahlt. Und die Stadt Marburg hat als Wirtschaftsregion vom Erfolg des Unternehmens und seiner Mitarbeiter profitiert. Heute zahle CSL Behring 14 mal so viel an Gewerbesteuern wie vor zehn Jahren, erklärt Martin, der seit 2007 Geschäftsführer ist.

Auch wenn der 51-Jährige immer wieder das Unternehmen als Teil der Region Marburg hervorhebt: Das Unternehmen denkt und handelt global: Marburger Produkte sind in mehr als 80 Ländern zugelassen. 250 neue Zulassungslizenzen erhielt CSL Behring in den vergangenen zehn Jahren. Derzeit sind drei weitere Produkte in der Entwicklung und befinden sich im Stadium der klinischen Prüfung. Im September wird die Firma die Einweihung des neuen und großen Produktions-Gebäudes M 240 feiern, kündigte Martin an.

Bereits in den nächsten Wochen wird sich entscheiden, wo der australische CSL-Konzern einen neuen Standort für die Produktion von rekombinanten Blutgerinnungs-Medikamenten aufbaut. Schweiz oder Singapur sind im Gespräch. Die Marburger können die Entscheidung gelassen abwarten, so Martin. „Die neue Großanlage wird die globale Produktion ergänzen. Bevor aber Medikamente für den Markt hergestellt werden, werden sie hier in Marburg für die klinische Prüfung entwickelt“, sagt er.

Eine weitere wichtige Bedeutung hat der Standort Marburg bei der Verpackung und Abfüllung. So werden viele Medikamente, die in Australien oder in der Schweiz hergestellt wurden, in Marburg abgefüllt oder verpackt. Und es sollen künftig noch mehr werden. Das ist in der Branche derzeit keine Selbstverständlichkeit. Pharmaunternehmen wie Eli Lilly schließen in Gießen ihre Arzneimittelverpackung, mehr als 220 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz.

Nicht nur der CSL-Aufsichtsrat hat in dieser Woche getagt, sondern auch das Personal. Thema bei den Beschäftigten ist derzeit die anstehende Betriebsratswahl. Auch darüber wird die OP in den kommenden Tagen berichten.

von Anna Ntemiris

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr