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CSL Behring auf Wachstumskurs

Bilanz CSL Behring auf Wachstumskurs

Das australische Mutterunternehmen kann stolz auf seine Marburger Tochter sein: 35 Prozent des Gesamtumsatzes kommen von der CSL Behring GmbH. Das geht aus der aktuellen Bilanz hervor.

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Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen werden in Marburg Blutplasma-Medikamente produziert. Foto: CSL Behring

Marburg. „Kcentra“ brachte dem Marburger Pharmaunternehmen CSL Behring nicht nur Erfolg in der Medizinforschung, sondern auch in der Bilanz. Erst vor Kurzem wurde „Kcentra“, das bei Patienten mit akuter Blutung eingesetzt wird, die so genannte Blutverdünner einnehmen müssen, für den amerikanischen Markt zugelassen - ein Meilenstein in der Geschichte des Marburger Unternehmens (die OP berichtete). Das aus Humanplasma in Marburg hergestellte Medikament, auf dem deutschen Markt heißt es „Beriplex“, ist ein wichtiger Treiber für künftiges Umsatzwachstum.

Investitionen in Forschung und Entwicklung stiegen

Wie das australische Tochterunternehmen CSL Limited bekannt gab, verbesserte sich der weltweite Umsatz der CSL Gruppe auf umgerechnet 3,8 Milliarden Euro. Der Nettoprofit nach Steuerabzug erreichte 924 Millionen Euro, das ist ein Plus von 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Die Australier geben ihre Geschäftszahlen stets für die Zeitspanne Juli bis Juni heraus. CSL-Vorstand Paul Perreault, seit 1. Juli im Amt, sprach in Australien von einem hervorragenden Ergebnis, an dem alle Unternehmen mitgewirkt hätten. Besonders hervor hebt er in einem Mitarbeiterbrief die Zulassung für „Kcentra“ und spricht von „bedeutenden Kapazitätserweiterungen“ in Marburg. Die Investitionen in Forschung und Entwicklung stiegen weltweit um insgesamt 16 Prozent, gab CSL Limited weiterhin bekannt. Für das kommende Jahr prognostiziert Perreault einen Nettogewinnzuwachs von zirka zehn Prozent.

Nach der aktuellen Bilanz wuchsen die Produktverkäufe der globalen CSL Behring-Gruppe um zehn Prozent und erreichten 3,4 Milliarden Euro. Der Umsatz der CSL Behring GmbH in Marburg machte im vergangenen Geschäftsjahr rund 35 Prozent des Umsatzes der globalen CSL-Gruppe aus.

Dr. Martin kommentiert Gewerbesteuerdebatte

„Durch die anhaltend gute wirtschaftliche Entwicklung von CSL Behring wurden neue Arbeitsplätze am Standort geschaffen und im zurückliegenden Geschäftsjahr über 60 zusätzliche Mitarbeiter einstellt“, erklärte Dr. Roland Martin, Geschäftsführer von CSL Behring in Marburg auf Anfrage der OP. „Dank dem hohen Engagement konnten wir unsere Produktivität deutlich steigern“, erklärt Dr. Anita Kohl-Truebenbach, Leiterin der Produktion und Mitglied des Managements. CSL Behring zählt in Marburg zu den größten Gewerbesteuerzahlen. Nachdem die OP über das Millionenloch in der städtischen Haushaltskasse Marburgs berichtete, verweist Geschäftsführer Martin darauf, dass die Stadt direkt vom Erfolg von CSL Behring profitiere. „Auch mit dem aktuellen Hebesatz haben sich unsere Gewerbesteuerzahlungen in den letzten Jahren beständig erhöht, Wir leisten einen wesentlichen Beitrag zu den Einnahmen der Stadt und unterstützen Investitionen, die andernorts vielleicht nicht möglich sind. Als globales Unternehmen vertrauen wir darauf, dass der Wirtschaftsstandort Marburg auch in Zukunft attraktiv bleibt“, erklärt Martin in Anspielung an die Diskussion um eine Erhöhung der Gewerbesteuer.

Seit 2004 habe CSL Behring 200 Millionen Euro für Investitionen in den Standort ausgegeben. In den kommenden Jahren sollen die Produktionskapazität für Medikamente zur Behandlung von Blutgerinnungsstörungen gesteigert und Anlagenteile modernisiert werden. Dafür steht laut Martin ein Investitionsvolumen von mehr als 180 Millionen Euro zur Verfügung. Weil CSL mehr produziert, wird Platz benötigt. Die Produktionshalle M 300 ist ausgelastet und künftig soll in diesem Gebäude nur noch die reine Produktion stattfinden. Im nächsten Jahr soll das neue Gebäude M240 in Betrieb genommen werden, dort werden sich unter anderem Schleusen oder Sozialräume befinden. Dort finden Tätigkeiten statt, die der eigentlichen Produktion vorgelagert sind. Über eine Brücke können die Mitarbeiter dann in die Produktionshalle M 300 gelangen.

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