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Bürger finanzieren Heizwerk der Stadtwerke vor

Holzhackschnitzel Bürger finanzieren Heizwerk der Stadtwerke vor

Auf dem Gelände der Kaufmännischen Schulen Marburg weihten Oberbürgermeister Egon Vaupel, Vertreter der Stadtwerke und Bürger jüngst das neue Biomasse-Heizwerk der Stadtwerke ein.

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Zwar läuft das Heizwerk der Stadtwerke schon seit einiger Zeit – doch die Verantwortlichen drückten dennoch den symbolischen Startknopf.

Quelle: Yves Bellinghausen

Marburg. Eigentlich ist es schon ein paar Tage her, dass im Marburger Stadtteil Ockerhausen das neue Biomasse-Heizwerk der Stadtwerke Marburg in Betrieb genommen wurde. Trotzdem ließen es sich die Gäste am Freitagvormittag nicht nehmen, den symbolischen roten Knopf zu drücken und das bisher größte Biomasse-Kraftwerk in der Region der Öffentlichkeit vorzustellen.

„Mit einer Leistung von bis zu 1 000 Kilowatt kann das Vorzeigeprojekt der Stadtwerke Wärme erzeugen und an umliegende Haushalte und vor allem Schulen verteilen“, erklärte Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Kühne. Dass das Kraftwerk selbst auf dem Hinterhof einer Schule errichtet wurde, stört Schulleiter Sigmar Günther gar nicht, er sieht in dem Geschäft mit den Stadtwerken eine klassische Win-win-Situation. „Und als Leiter einer Kaufmännischen Schule gefällt mir so etwas natürlich besonders gut“, sagt er.

Auch Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) freut sich über die Eröffnung, wichtig ist ihm vor allem die Regionalität des Projektes. Bei der Errichtung des Kraftwerkes kamen insbesondere heimische Unternehmen zum Zug, auch die Holzhackschnitzel, die in der Anlage verfeuert werden, kommen aus einem Umkreis von 50 Kilometern um Marburg.

Zinsen besser als bei vielen Banken

Durch die Verwendung von regionalem Holz erreicht das Kraftwerk auch seine theoretisch CO2-neutrale Klimabilanz, da das Verbrennen von Holz nur so viel des Gases freisetzt, wie es im Laufe seines Wachstums selbst gebunden hat, rechnen die Stadtwerke vor.

Eine weitere Besonderheit des Biomasse-Heizwerks liegt in seiner bisher ungewöhnlichen Finanzierungsmethode. Financiers des Projektes sind zu einem großen Teil Bürger. Das vorgestreckte Geld wird denen, die vor wenigen Jahren investiert haben, nun mit Zinsen zurückgezahlt. „Die Zinsen sind dabei sogar deutlich besser als bei den meisten Banken“, erklärt Geldgeber Gerhard Prölß der OP. Der pensionierte Pfarrer gab vor vier Jahren einige Tausend Euro, nachdem er von dem Projekt erfahren hatte.

Neben dem finanziellen Vorteil für sich und seine Frau haben den Geistlichen im Ruhestand auch die positiven Auswirkungen auf die Umwelt überzeugt. „Das Projekt trägt dazu bei, die Schöpfung zu schonen“, drückt er es aus, während er seine Bratwurst genießt. Bratwurst und Getränke der Eröffnung waren bei dem knapp 1 Millionen Euro teurem Projekt übrigens mit eingerechnet.

von Yves Bellinghausen

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