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Brücken bauen für den Nachwuchs

Hessenweites Projekt „Olov“ Brücken bauen für den Nachwuchs

Jugendlichen den Übergang von der Schule in den Beruf möglichst reibungslos zu ermöglichen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden und auch den Fachkräftebedarf zu decken, ist Ziel der hessenweiten Strategie „Olov“.

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Unterzeichneten die Vereinbarung: Kreishandwerksmeister Rolph Limbacher (von links), Jugendbildungsreferentin Susanne Kaiser, Arbeitsagenturleiter Volker Breustedt, Landrätin Kirsten Fründt, Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, Schulamtsdirektor Arno Bernhardt, DGB-Gewerkschaftssekretär Dr. Ulf Immelt, Oskar Edelmann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Kassel-Marburg, und Eberhard Flammer, Präsident der IHK Lahn-Dill. Es fehlen Fred Schneider, Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Biedenkopf, und Melanie Wicht, Geschäftsführerin der Steuerberaterkammer Hessen.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Zugegeben, der Titel „Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit im Übergang Schule-Beruf“ ist äußerst sperrig. Doch für das Land Hessen ist die qualifizierte Ausbildung junger Menschen ein zentrales Thema der Zukunft – sie trage dazu bei, den Wirtschaftsstandort Hessen zu stärken.

Daher sei der Übergang von der Schule in den Beruf ein wichtiges Handlungsfeld für Politik, Unternehmen und Schulen. Aus diesem Grund wurde „Olov“, wie das Projekt abgekürzt heißt, 2005 als ein Projekt des Hessischen Paktes für Ausbildung ins Leben gerufen.

Auch eine lokale Projektgruppe gibt es – mit allen Akteuren, die maßgeblich am Übergang von der Schule in den Beruf beteiligt sind. Dazu gehört das Schulamt ebenso, wie Gewerkschaft, Kammern, Jugendberufshilfe, Arbeitsagentur sowie Stadt Marburg und der Landkreis. All diese Akteure – elf an der Zahl – unterzeichneten am Dienstag eine Kooperationsvereinbarung, in der die Ziele der Strategie festgeschrieben sind.

Gemeinsames Ziel sei es, möglichst allen Jugendlichen eine Berufs- und Zukunftsperspektive zu eröffnen, die es ihnen ermögliche, sich über Ausbildung und Arbeit eigenständig ihre Existenz zu sichern.

Vereinbarung bietet auch Betrieben eine Perspektive

Um den Fachkräftebedarf in der Region sicherzustellen, soll jungen Menschen die berufliche Eingliederung und der direkte Übergang in den Beruf ­ohne Warteschleifen ermöglicht sowie Möglichkeiten und Chancen vor Ort aufgezeigt werden. Auch wolle man nicht nur die gesellschaftliche Akzeptanz und das Image der dualen Ausbildung sowie des dualen Studiums stärken, sondern den Dialog zwischen Schulen, Hochschulen, jungen Menschen, Eltern und Betrieben fördern.

„Wir brauchen die regionale Netzwerkarbeit im Übergang Schule-Beruf, um die Kompetenzen der Akteure zu bündeln und so die Jugendlichen im Übergang von der Schule in den Beruf erfolgreich zu unterstützen“, verdeutlicht Burkhard Schuldt vom Staatlichen Schulamt.

Für Landrätin Kirsten Fründt ist klar: „Was hier durch die Olov-Gruppe auf den Weg gebracht wurde ist zwingend notwendig, wenn wir unseren jungen Menschen eine Perspektive bieten wollen, in eine Ausbildung und den Beruf zu kommen.“

Gleichzeitig biete die Vereinbarung auch eine Perspektive für die heimischen Betriebe und Handwerksbetriebe. Der Weg von der Schule habe sich verändert: „Heute müssen die Unternehmen miteinander konkurrieren, um Bewerber zu bekommen“, sagte Fründt, denn es strömen weniger junge Menschen auf den Arbeitsmarkt.

„Und das in einer Arbeitswelt, die in ihrer Fülle und Vielfältigkeit ganz anders aufgestellt ist als vor 30 Jahren. Das macht es nicht einfacher.“ Vor diesem Hintergrund könne das Olov-Netzwerk viele Informationen für die Schulabgänger bündeln und dabei auch die Bedarfe der Unternehmen im Blick haben.

Klare Vorstellungen 
zur Strategie formuliert

Monika von Brasch, Leiterin der hessenweiten Olov-Koordination, begleitet den Prozess im Landkreis bereits seit 2005. „Der Übergang von der Schule in den Beruf ändert sich permanent. Der Ausbildungsmarkt ist dynamisch – aber Olov ist es auch“, sagte sie. Daher dürften die Beteiligten nicht nachlassen, „beides mit seinen aktuellen Gegebenheiten aktiv und zupackend zu gestalten“.

Dass die Abstimmungen zwischen allen Beteiligten, die ja jeweils mit einer eigenen Agenda am Tisch säßen, gelänge, dafür sei mitunter auch viel Diplomatie nötig. Von Brasch bescheinigte den Akteuren im Landkreis, dass sie nun mit der Vereinbarung „eine klare Vorstellung über die Strategie von der Schule in den Beruf“ geschaffen hätten.

Kreishandwerksmeister Rolph Limbacher sieht die Vereinbarung als „einen guten Weg, Fachkräfte zu gewinnen.“ So organisiere man beispielsweise jährlich die Aktion „Komm rein – mach mit“, bei der Schulabgänger Berufe praktisch ausprobieren können, „das läuft sehr gut“, sagte er.

Für Oskar Edelmann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Kassel-Marburg, ist es wichtig, „dass alle wichtigen ­Institutionen gemeinsam in eine Richtung gehen. Das finden wir gut und unterstützen wir auch.“

von Andreas Schmidt

 
 
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