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„Brot-und-Butter-Geschäft“ läuft gut

Sparkasse Marburg-Biedenkopf „Brot-und-Butter-Geschäft“ läuft gut

Die Marktzinsen sind 
weiter im Keller. Dennoch legen die Menschen 
 weiterhin ihr Geld bei der Sparkasse an. Geld verdient diese aber am meisten mit Krediten. Und 
dieses Geschäft lief für die Sparkasse gut.

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Erstmals präsentierte Jochen Schönleber (links) als neues Vorstandsmitglied Geschäftszahlen der Sparkasse. Zum letzten Mal tat dies Rolf Zährl (rechts), der Ende Juni aus dem Unternehmen ausscheidet. Vorstandsvorsitzender Andreas Bartsch wird künftig mit Schönleber und Harald Schick das größte Kreditinstitut im Landkreis führen.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. „Im Grunde genommen gibt es keine Zinsen“, sagte Sparkassenvorstandsvorsitzender Andreas Bartsch am Dienstag bei der Präsentation des Geschäftsberichts für das Jahr 2015. Zinssätze von 0,5 Prozent seien kein Grund mehr, um das Geld 
anzulegen.

Und dennoch: Die Menschen im Landkreis Marburg-Biedenkopf legen ihr Geld nach wie vor bei der Sparkasse an. Da jeder zweite Einwohner im Landkreis sein Konto bei der Sparkasse hat, ist die Zahl der Sparkassen-Sparer ohnehin groß. Die Menschen wollen Sicherheit und vertrauen „ihrer“ regionalen Sparkasse, erklärte der Bank-Chef.

Aber Bartsch kann auch auf die am Dienstag vorgelegte Bilanz für das Geschäftsjahr 2015 verweisen, um zu verdeutlich, dass das Einlagengeschäft sowie das 
 Kreditgeschäft als das „Brot-und-Butter-Geschäft“ der Sparkasse gut war.

Kredite fließen meist in Immobilien

Im vergangenen Jahr bewilligte das heimische Kreditinstitut 9742 neue Darlehen mit einem Gesamtvolumen von 594 Millionen Euro. Im Vorjahr betrug das Kreditvolumen im Neugeschäft 467 Millionen Euro. Der Gesamtbestand der Kredite stieg trotz hoher Tilgungsleistungen der Kunden von rund 204 Millionen Euro um 93,1 Millionen Euro auf 1,95 Milliarden Euro. Das ist ein Wachstum von fünf Prozent im Vergleich zu 2014.

Etwa 60 Prozent der vergebenen Kredite gingen an Privatpersonen. Die meisten Kunden investierten ihr geliehenes Geld in Immobilien. Bei den privaten Immobilienfinanzierungen gab es ein Wachstum von zehn Prozent. Dies entspreche einem Neugeschäft von 179 Millionen Euro. Unter Berücksichtigung der Tilgungen verbleibe ein Bestandsplus von 65,5 Millionen Euro.

Um das Kreditgeschäft wird sich in diesem Jahr Jochen Schönleber kümmern, der als Nachfolger von Vorstandsmitglied Norbert Höpp erstmals an einer Bilanz-Präsentation des Vorstands teilnahm. Zum letzten Mal war Rolf Zährl dabei. Er scheidet in rund vier Monaten aus dem Vorstand aus (die OP berichtete).

Die Zuwächse um 4,6 Prozent im Einlagengeschäft waren „beachtlich“, berichtete Rolf Zährl aus seinem Aufgabengebiet. Besonders gefragt seien kurzfristig verfügbare Produkte, um bei steigenden Renditen doch noch flexibel an das Geld kommen zu können. Der Bestand an täglich fälligen Geldern (zum Beispiel Tagesgeldkonten) stieg dadurch um über 14 Prozent. Auch das Wertpapiergeschäft verzeichnet ein Plus: Der Bestand in den Depots der Kunden stieg um 5,3 Prozent auf rund 532 Millionen Euro.

Kundenservice-Ausbau

Die Bilanzsumme von 3,37 Milliarden Euro liegt um 4,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Summe ist weder Anlass für Euphorie noch für Sorge, sondern Zufriedenheit. „Als regional verwurzelte Sparkasse haben wir uns recht wacker geschlagen“, sagte Bartsch während der Pressekonferenz. Er betonte, dass es sich um „ein natürliches Wachstum, ohne Zugriff auf den Kapitalmarkt“ handelt.

Die Sparkasse möchte die Kundenberatung neu strukturieren, kündigte Bartsch an. Ab dem 20. April sollen vier Mitarbeiter im Kundenservice für telefonische Anfragen zuständig sein. Bisher ist die Telefonzentrale mit einer Person besetzt. Ziel soll sein, dass Kunden auch telefonisch beraten werden können. Langfristiges Ziel: Kein Kundentelefonat soll mehr auf 
einen Anrufbeantworter umgeleitet werden.

Der Sparkassen-Vorstandsvorsitzende geht davon aus, dass in den nächsten fünf Jahren mehr Frauen in Führungspositionen aufsteigen. Dass bisher nur Männer die Geschäftsberichte des Unternehmens präsentieren, spiegele nicht die Struktur der Sparkasse wider, so Bartsch. Allerdings sind die Vorstandsposten nun besetzt: Für den ausscheidenden Zährl wird Harald Schick nachrücken (die OP berichtete).

Schick nahm am Dienstag an der Pressekonferenz teil. Er ist bisher als sogenannter Verhinderungsvertreter für den Vorstand tätig. Das heißt, er nimmt an den Vorstandssitzungen teil und ist berechtigt, Vorstandsmitglieder zu vertreten.

  • Mit 434.000 Konten, davon rund 139.000 Girokonten, ist die Sparkasse Marburg-Biedenkopf das größte Kreditinstitut im Landkreis. 890 Mitarbeiter sind in den 59 Geschäftsstellen tätig.

von Anna Ntemiris

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