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Breidenbacherin tourt durch die Sahara

Abenteuer Breidenbacherin tourt durch die Sahara

Die 23-jährige Larissa Lauber, Abenteurerin und Mitarbeiterin bei Mega-Optik der Firma Siebert in Wehrda nahm an Motor-Cross-Rallye teil und durchquerte die größte Wüste der Erde.

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Die orangefarbene Schutzweste mit Staatswappen und der Schutzhelm gehörten zur Larissa Laubers Ausrüstung.Foto: Ina Tannert

Marburg. Wie kam es dazu, dass die junge Frau aus Breidenbach sich mehr oder weniger spontan in die ferne Wüste aufmachte? Darüber und über ihre Erlebnisse berichtete die Augenoptikerin bei ihrer offiziellen Willkommensfeier in den Räumen ihres Arbeitgebers.

Alles begann mit einem Casting-Wettbewerb der deutschen Handwerkszeitung. Diese suchte für ein Projekt Frauenpower im Handwerk in einem bundesweiten Casting zwei Handwerkerinnen, die an der französischen Rallye „Aicha des Gazelles Morocco“ teilnehmen würden.

Über 100 Handwerkerinnen hatten sich für die Vorauswahl für die beiden begehrten Plätze im Team beworben, davon kamen 16 in die nächste Runde. „Beim Auswahltraining war mein Ehrgeiz geweckt“, erinnert sich Larissa Lauber. Sie gewann das Casting zusammen mit ihrer Teampartnerin, der Betriebswirtin Sabrina Mayer aus Stuttgart.

Sie hatte sich eher spontan beworben und eigentlich nicht mit einem Sieg gerechnet, erzählt sie mit einem Lachen. Als sie ihrem Chef schließlich mitteilte, dass seine erst im letzten Jahr zur Firma Siebert dazugestoßene frisch gebackene Betriebsleiterin angenommen und demnächst in die Wüste geschickt werde, war dieser erst mal entsetzt. Doch schnell entwickelte sich beim gesamten Team eine große Begeisterung für das Abenteuer der Kollegin. „Wir haben alles gespannt im Internet verfolgt“, erzählt Geschäftsführer Christian Großmann.

Alle fieberten mit, als sie sich im März, nach umfangreichen Fahrtrainings- und Vorbereitungskursen in Deutschland und Frankreich, nach Marokko aufmachte.

Fahrzeug ausgraben gehörte zum Alltag

In der Nähe des kleinen Ortes Taouz fiel der Startschuss für das große Abenteuer Wagen gegen Wüste. Das Team Lauber/Mayer nahm dieses mit einem geräumigen Mercedes-Sprinter in Angriff. Schon bei ihrer Ankunft mussten die Frauen eine orangefarbene Weste mit dem Staatswappen überziehen und durften diese aus Sicherheitsgründen während der gesamten Zeit nicht ablegen. Ständige Begleiter waren zudem der obligatorische Schutzhelm, Kompass sowie eine große Anzahl Landkarten und verschiedene Messwerkzeuge zur Bestimmung der Längen- und Breitengrade. Andere Orientierungshilfen, um sich in der Wüste zurecht zu finden erhielten sie nicht. Mit an Bord waren außerdem Stoßdämpfer, Ersatzreifen und -filter, die aufgrund des strapaziösen Wüstenbodens fast täglich von den Teilnehmern gewechselt werden mussten. Regelmäßig das im Sand fest steckende Fahrzeug auszugraben, gehörte ebenfalls bald zum Alltag in der Wüste, erzählt die Rallyefahrerin lachend.

Geschlafen wurde im Zelt nach jeder Etappe oder zur Not auch im Auto - allerdings nur vier Stunden pro Nacht. Erst im Camp erhielten die Teilnehmerinnen zudem Essen und konnten ihre Fahrzeuge auftanken. Sprit war knapp bemessen, wer zu weit von der geplanten Strecke abkam, lief Gefahr liegen zu bleiben. Aus Sicherheitsgründen wurde jedes Fahrzeug mit GPS und Funk ausgestattet, mit denen im Notfall Hilfe gerufen und zusätzlich via Internet jeder Wagen öffentlich verfolgt werden konnte.

Insgesamt gab es sechs Tages- und zwei Marathonetappen, die aus einer zweitägigen Fahrt ohne weitere Versorgung bestanden. Nach rund 2500 Kilometern erreichten Lauber und ihre Teamkollegin die ersehnte Ziellinie nahe der Ortschaft Foum Zguid. Sie belegten sogar einen stolzen Platz sechs in der Crossover-Kategorie. Ein Preisgeld gab es nicht, denn die Rallye ist eine Wohltätigkeitsveranstaltung. Die Teilnehmer brachten einen Riesenberg an Sachspenden für die marokkanische Bevölkerung mit. Die Teilnahmegebühr wird großzügig für soziale Zwecke und ärztliche Versorgung verwendet.

„Wir sind stolz auf unsere Kollegin“, lobte Geschäftsführer Harald Kühn und überreichte ihr unter anderem eine große Flasche Sekt, wie es sich für eine echte Motorsportlerin gehört.von Ina Tannert

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