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Brauerei Bosch geht das Leergut aus

Facebook-Appell Brauerei Bosch geht das Leergut aus

Das Geschäft der Brauerei Bosch in Bad Laasphe läuft dank des Wetters gut – fast zu gut. Denn dem Unternehmen gehen langsam die Flaschen aus.

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Nach dem Austrinken bitte nicht das Zurückbringen vergessen. Darum bittet die Brauerei Bosch – denn in Bad Laasphe werden die Flaschen knapp.

Quelle: Nadine Weigel

Bad Laasphe. Mit einem Appell auf seiner Facebook-Seite hat sich das Unternehmen jetzt an seine Kunden gewandt: „Wir haben derzeit einen guten Lauf. Das ist einerseits natürlich sehr schön. Andererseits geht uns aufgrund zahlreicher neuer Bosch-Liebhaber und dem guten Wetter langsam das Leergut aus. Ohne Leergut können wir leider nicht abfüllen. Daher wäre es klasse, wenn Ihr Eure leeren Kisten zügig beim Getränkehändler Eurer Wahl abgeben könntet.“

Eine Brauerei, der die Flaschen ausgehen – wie kann das denn sein? Das erklärt Hans-Christian Bosch, Geschäftsführer des Unternehmens: „Wir verkaufen in diesem Sommer erheblich mehr als im Vorjahreszeitraum“, freut sich der Geschäftsführer – genaue Zahlen will er nicht nennen, spricht aber „beim Hauptprodukt Pils von zweistelligen Wachstumsraten“. Das sei dem „wochenlangen Bombenwetter“ geschuldet, „das regt ganz klar den Durst an“, sagt Bosch im Gespräch mit der OP.

Doch diese Medaille hat offenbar zwei Seiten – denn nun fehlen der Brauerei Flaschen. Hans-Christian Bosch erklärt: „Mit jeder Kiste, die im Markt steht, müssen wir mit ungefähr fünf weiteren Kisten rechnen, die bei unseren Kunden im Keller stehen – dadurch haben wir erstmals eine Knappheit, dass wir mehr Nachfrage als Leergut haben.“

Häufig befinden sich falsche Flaschen in Kisten

Laut Bosch seien derzeit um die 150.000 Bierkisten im Umlauf. Die Produktion sei jedoch noch nicht gefährdet, „wir sind noch in allen Bereichen lieferfähig. Aber es macht unsere Produktion schwierig, weil wir immer nur das Produkt abfüllen, für das wir auch das Leergut dahaben“.

Heißt: Anstatt einen Tag lang Pils in 0,5-Liter-Flaschen abzufüllen, „was sinnvoll wäre“, müsse man bereits nach wenigen Stunden auf eine andere Produktlinie umstellen. „Wir kommen zwar klar, aber es wäre schon schön, wenn wir ein paar Tausend Kisten zurückbekämen“, so Bosch.

Und nicht nur die „Hamster-Mentalität“ der Kunden bereitet der Brauerei Sorgen. „Ein großes Problem sind auch die steigenden Anteile an Fremdflaschen im Leergut“, so Bosch. Mittlerweile müsse die Brauerei rund 20 Prozent aller zurückkommenden Flaschen händisch aussortieren, da die Flaschen das falsche Format, eine Reliefprägung oder die falsche Glasfarbe hätten.

„Diese Falschflaschen müssen wir dann aufwändig und kostenintensiv bei Flaschenhändlern gegen unsere passenden Longneck- und Euroflaschen zurücktauschen. Das kostet leider auch Zeit. Daher wäre es prima, wenn alle Bosch-Freunde ihr Leergut sortenrein im Getränkehandel abgeben würden“, so Hans-Christian Bosch.

Entwicklung entgegen dem bundesweiten Markt

Denn: „Neue Flaschen und Kisten in den Mengen, wie wir sie benötigen, bekommt man nicht von heute auf morgen.“ Ansonsten hat Bosch aber keinen Grund zu klagen: „Eigentlich ist die Leergut-Knappheit ja was Positives, denn das bedeutet, dass wir viele neue Bierfreunde gewonnen haben.“ Und das in einem Markt, der bundesweit im vergangenen Jahr geschrumpft ist.

Warum das so ist? Das erklärt Hans-Christian Bosch so: „Es ist schon eine Entwicklung bei den Kunden zu sehen, die wegführt vom industriellen Bier, das gerade im Angebot ist – hin zu einem Bier, das handwerklich gebraut wird und von dem man weiß, wer es macht.“ Außerdem sei man in der Region die letzte Brauerei, die noch handwerklich arbeite.

Im vergangenen Jahr hatte die Gießener Brauerei Insolvenz angemeldet – auch das macht sich bei den Bad Laasphern bemerkbar. „Wir haben alleine für sechs Kirmes-Veranstaltungen im Großraum Gießen den Zuschlag bekommen – die Veranstalter wollten eine Marke haben, die regional verwurzelt ist und bei denen sie nicht nur eine Nummer sind“, so Hans-Christian Bosch.

von Andreas Schmidt

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