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Bonuspunkte sollen Kaufkraft binden

Kundenservice Bonuspunkte sollen Kaufkraft binden

Eine Umfrage belegt: Bonusprogramme verändern das Kaufverhalten. Doch neben den bekannten Karten wie Payback und Co. gibt es auch regionale Karten - eine davon ist die KirchhainCard.

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Hannelore Wachtel, Vorsitzende des Kirchhainer Verkehrsvereins, schiebt die „KirchhainCard“ in ein Terminal. Die Karte ist das Bonusprogramm der Kirchhainer Einzelhändler.

Quelle: Andreas Schmidt

Kirchhain. Seit mehr als zehn Jahren gibt es mittlerweile die „KirchhainCard“: Eine regionale Bonuskarte, herausgegeben vom Kirchhainer Verkehrsverein. Für Hannelore Wachtel, Vorsitzende des Verkehrsvereins, ist klar: „Die KirchhainCard ist ein Erfolgsschlager.“ Denn es seien etwa 8000 Karten im Umlauf. „Und da die Karten als Familienkarten genutzt werden, ist die Nutzerzahl noch wesentlich höher.“

Hannelore Wachtel erinnert sich noch gut an die Einführung der Bonuskarte: „Wir wollten eine Stärkung der inhabergeführten Einzelhandelsgeschäfte in der Innenstadt erreichen“, sagt sie.

Aktion gegen die „Grüne Wiese“

Denn damals habe sich ein großer Einkaufsmarkt in Kirchhain angesiedelt - da galt es, einen Anreiz zu schaffen, damit die Kaufkraft nicht aus der Innenstadt abfließt. Wachtel ist sich sicher: „Die ,Grüne Wiese‘ nimmt der Innenstadt bestimmt Potenzial weg.“ Doch für eine Stadt in der Größe von Kirchhain habe sich die KirchhainCard bestens entwickelt. „Und sie ist in dieser Form auch einzigartig in der Region.“

Mittlerweile nehmen 26 Geschäfte an dem Bonuskarten-Programm teil. Der Ablauf ist simpel: Für jeden Einkauf bekommen die Kartenbesitzer Bonuspunkte gutgeschrieben - allerdings in unterschiedlicher Höhe je ausgegebenem Euro. „Das ist den Teilnehmern selbst überlassen“, erläutert die Verkehrsvereins-Vorsitzende.

Jeder Punkt entspricht einem Cent. Die gesammelten Punkte können dann in den Geschäften mit dem Einkauf verrechnet werden. Doch mit der Karte haben die Kunden weitere Vorteile. So gibt es beispielsweise in den teilnehmenden Geschäften, zu erkennen am KirchhainCard-Aufkleber an der Eingangstür, einen Leihservice für Schirme.

Zudem findet jeden Monat eine Verlosung statt. „Beim Einkauf werden die Kartennummern registriert, anhand derer dann der Preis verlost wird“, erläutert Wachtel. Sie sieht durchaus noch Potenzial, dass weitere Geschäftsleute an dem Bonusprogramm teilnehmen. Die Voraussetzungen: Eine Mitgliedschaft im Verkehrsverein und die Anschaffung des Terminals für die Kartennutzung. „Einige Mitglieder scheuen die initialen Investitionen von etwa 650 Euro. Und auch der Bonus muss ja vom Händler bezahlt werden, geht vom Gewinn ab“, erläutert Hannelore Wachtel. Doch sie ist sicher, dass sich die Kundenbindung auf lange Sicht rechne.

Dass Kundenbindung durch Bonuskarten durchaus eine realistische Einschätzung ist, zeigt eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Dr. Grieger & Cie. unter 2035 Verbrauchern zu Bonus- und Vorteilsprogrammen.

Die Umfrage belegt: Jeder Deutsche nimmt durchschnittlich an 4,3 Bonusprogrammen teil. Wichtigster Teilnahmegrund sei demnach für die Verbraucher die Möglichkeit, Geld zu sparen.

Verbraucher nehmen für Punkte Umwege in Kauf

Die Studie zeige auch, dass Teilnehmer von Bonusprogrammen willentlich ihr Kaufverhalten änderten, um die damit verbundenen Vorteile nutzen zu können: So gaben 38 Prozent an, häufiger in einem Geschäft einzukaufen, das sie mit einem Bonus oder Sammelpunkten belohnt. 26 Prozent kaufen bewusst mehr und 18 Prozent nehmen sogar einen Umweg in Kauf, um beim Einkauf die Vorteile eines Bonusprogramms zu erlangen. „Es ist höchst bemerkenswert, wie vielen Verbrauchern bewusst ist, dass sie ihr Kaufverhalten durch Bonusprogramme ändern“, erläutert André Wolff von den Marktforschern.

Verbraucher ziehen händlerübergreifende Programme den Bonussystemen einzelner Händler vor, gleichwohl existieren zahlreiche Programme einzelner Händler.

„Die Bonusprogramm-Landschaft in Deutschland ist sehr uneinheitlich, der goldene Weg wurde noch nicht oder nur teilweise gefunden“, resümiert André Wolff.

Es läge nun an den Anbietern, auf die Verbraucher zu hören und sich so vom Wettbewerb zu differenzieren.

von Andreas Schmidt

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