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Blista übernimmt Vorreiterrolle

Barrierefreie Informationstechnik Blista übernimmt Vorreiterrolle

Barrierefreiheit ist vor allem für Menschen mit Handicap bei der Arbeit wichtig. Die Blindenstudienanstalt (Blista) geht nun mit gutem Beispiel voran und wurde als Kompetenzzentrum in diesem Bereich ausgezeichnet.

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Die Einrichtung hat eine Auszeichnung als Kompetenzzentrum für barrierefreie Informationstechnik erhalten.

Quelle: Norbert Försterling / dpa

Marburg. Damit behinderte und nicht behinderte Menschen gleichberechtigt in einer inklusiven Arbeitswelt bevorzugte Tätigkeiten mittels Informationstechnik ausüben, sind barrierefreie Lösungen zur Kommunikation und Teilhabe an komplexen Softwareprogrammen mehr denn je gefordert.

Dieser grundlegenden Bedeutung widmet sich das sogenannte „Biti“-Projekt des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf, um Arbeitnehmern in Wirtschaftsunternehmen und Institutionen entsprechendes Know-how zu vermitteln. „Biti“ steht dabei für „barrierefreie Informationstechnik für inklusives Arbeiten“.

„Die Konzepte zur Barrierefreiheit sollen langfristig in den Arbeitsstrukturen impliziert werden“, sagte Projektleiter Karsten Warnke. Dafür erfolgt die konkrete Schulung der Mitarbeiter in bestehenden Internet-, E-Mail- und Textverarbeitungsprogrammen auf eine barrierefreie Anwendung.

In Microsoft-Office-Anwendungen werden zum Beispiel gezielt Formatvorlagen zur barrierefreien Textverarbeitung bei Seheinschränkung genutzt. „Es gibt kein extra Tool, die Benut-zeroberflächen bleiben erhalten“, so Warnke.

Wissen soll an Dienstleister weitergegeben werden

Als neuer Projektpartner qualifizierte sich die Blista als Hessens erstes Kompetenzzentrum für barrierefreie IT, um aus dem „Biti“-Projekt gewonnenes Wissen künftig an weitere Dienstleister in der Region weiterzugeben. In erster Linie sollen Blista-Schüler, Lehrer und Abteilungen von der Qualifizierung profitieren.

„Der Bedarf an den Kompetenzzentren wird steigen“, ist sich Rudi Ullrich, Abteilungsleiter Kommunikation und Teilhabe, sicher. Von dem Vorwissen der Blindenschulung der Blista können somit externe Organisationen und Partner direkt profitieren.

Unter der Leitung von Warnke arbeiten „Biti“-Berater, Prüfer und Sozialwissenschaftler an den Standorten Marburg, Hamburg und Berlin daran, die gesetzten Projektziele umzusetzen. „Das Kundenpotenzial ist groß“, erklärte Blista-Vorstand Dr. Imke Troltenier.

Nach Wunsch des DVBS sollen bis Projektende im Jahr 2016 rund zehn Kompetenzzentren deutschlandweit durch die Förderung vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales entstehen.

Die je nach Kompetenzpartner individuell entwickelten Konzepte zur Arbeitsplatzaufwertung der Mitarbeiter stehen dementsprechend richtungsweisend für den „moralischen Anspruch“ des inklusiven Miteinanders, ergänzte Warnke am Ende der Urkundenübergabe.

von Arnd Hartmann

Projektleiter Karsten Warnke (Mitte) übergibt die Urkunde über die Auszeichnung an den Blista-Vorstand und die Abteilungs leiter. Foto: Arnd Hartmann
 
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