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Bio-Produkte sorgen für Zuwachs

dm-Märkte im Landkreis steigern Umsatz Bio-Produkte sorgen für Zuwachs

Die Drogeriemarkt-Kette dm wächst kräftig weiter: Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz in Deutschland um 9 Prozent auf mehr als 7 Milliarden Euro. Im Landkreis wuchs dm um 15,6 Prozent.

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In Marburg ist vor allem die Nachfrage nach veganen und Bio-Produkten in den Filialen der Drogeriemarktkette dm besonders hoch.

Quelle: Uli Deck

Marburg. Motivierte und gut geschulte Mitarbeiter seien ein Grund für den Erfolg, sagte dm-Chef Erich Harsch am Donnerstag bei der Vorstellung der Jahreszahlen. Der Drogerieriese ruhe sich zudem nicht auf dem bereits Erreichten aus: „Wir arbeiten ständig an der Erneuerung.“ Zum Gewinn macht das Unternehmen traditionell keine Angaben.

Lippenstift, Nagellack und Wimperntusche seien gefragt – dm hat deshalb das Kosmetik-Sortiment mit der neuen Eigenmarke „Trend it up“ aufgehübscht. Im boomenden Bio-Segment mischt dm seit dem Frühjahr mit der Reihe „dm Bio“ mit. Außerdem gibt es in 54 Test-Märkten vegane Produkte. Was aus den bei Kunden beliebten Alnatura-Produkten wird, ließ Harsch offen: „Das werden wir sehen.“

Der Verkaufserfolg von Deos, Windeln und Cremes im Internet ist dagegen noch bescheiden. Harsch sagte, er sei im Online-Geschäft mit einer „schwarzen Null“ schon zufrieden.

Auch die Mitarbeiter profitieren

In den europaweit 3224 dm-Märkten arbeiten mehr als 55.000 Menschen. Weiter zulegen will das Unternehmen vor allem in Deutschland, wo im vergangenen Geschäftsjahr allein mehr als 7 Milliarden Euro an Umsatz erzielt wurden.

Wie viel davon unterm Strich in absoluten Zahlen übrig bleibt, gibt dm nicht bekannt. Die Umsatzrendite – das Verhältnis vom Gewinn zum Umsatz – bewegte sich laut Harsch aber zuletzt wie jedes Jahr „zwischen einem und zwei Prozent“, dies entspräche also einem Ertrag von 90 bis 180 Millionen Euro. Was darüber liegt, werde investiert oder komme den Mitarbeitern zugute – für die gab es in diesem Jahr Einkaufsgutscheine im Wert von jeweils 850 Euro.

Im laufenden Geschäftsjahr plant dm konzernweit 160 neue Märkte und Investitionen von 370 Millionen Euro. Bestehende Filialen sollen aufgefrischt und neue errichtet werden, zudem ist ein drittes Verteilzentrum voraussichtlich im Nordosten Deutschlands geplant. Im Frühjahr soll der Bau der neuen Firmenzentrale in Karlsruhe beginnen.

Umsätze im Kreis haben Planungen übertroffen

Auch im Landkreis befindet sich die Kette weiter auf Wachstumskurs, wie der Gebietsverantwortliche Alexander Hüge am Donnerstag im Gespräch mit der OP erläuterte. Demnach sei der Umsatz der fünf heimischen Märkte – drei in Marburg, einer in Stadtallendorf und einer in Kirchhain – im vergangenen Geschäftsjahr von 13,5 Millionen auf 15,5 Millionen Euro gestiegen – ein sattes Wachstumsplus von 15,6 Prozent. Im vergangenen Jahr lag die Steigerung allerdings noch bei 26,2 Prozent.

Sorgen bereitet Hüge das allerdings nicht: „Wir sind mit der Entwicklung sehr zufrieden, die Umsätze haben die Planungen übertroffen“, resümierte er.

Vergangenes Jahr hatte der neue Markt in Cappel eröffnet. „Der hat sich auch recht gut entwickelt, blieb jedoch ein wenig hinter den Erwartungen zurück“, so Hüge. Schuld daran habe die Baustelle getragen. „Gefühlt gab es jede Woche eine andere Verkehrsführung – das schreckt schon den ein oder anderen ab, der den Weg dann nicht auf sich nimmt. Aber jetzt ist es so, dass der Markt den Erwartungen entsprechend funktioniert.“

In Marburg seien weiterhin vegane und Bio-Produkte sehr stark gefragt, die als „beherrschendes Thema in meinem Gebiet auch nur in Marburg in dieser ausgeprägten Form so vorherrschen“. Das erkläre auch zum Teil das Umsatzwachstum.

Belegschaft wächst um 17 Mitarbeiter

Marburg habe sehr dm-affine Kunden. Und mit jedem neuen Standort gewinne man auch neue Kundenkreise, „wir schwächen damit keine benachbarten Standorte“. Einen neuen Markt werde es aber wohl in absehbarer Zeit nicht geben. „Wir sehen durchaus noch Potenzial, das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht“, sagt Hüge. Wenn sich die Möglichkeit böte, „würden wir bestimmt noch einmal zuschlagen. Aber es mangelt bisher an einem Standort“. Vor allem im Hinterland würde man sich einen Standort wünschen, „wir sind bereit, mögliche Angebote zu prüfen“.

Parallel zur Umsatzsteigerung wuchs auch die Belegschaft an: 84 Menschen arbeiten im Landkreis derzeit bei dm, im Vorjahr waren es 67. Dieses Plus sei auch der Neueröffnung in Cappel geschuldet. Hinzu kämen acht Auszubildende.

Auch das caritative Engagement der Drogeriemarktkette werde weiterhin einen hohen Stellenwert haben, betonte Hüge. Jüngst sah sich das Unternehmen allerdings bei einer seiner Kassier-Aktionen, bei denen für den guten Zweck eingekauft wird, einem „Shitstorm“ im Internet ausgesetzt: Rupert Neudeck, Mitbegründer von Cap Anamur, wollte in Troisdorf kassieren und hatte die kurdische Gemeinschaft Rhein-Sieg/Bonn als Spendenempfänger vorgeschlagen – um Deutschunterricht für Flüchtlinge zu unterstützen. In sozialen Netzwerken war es dadurch zu Boykott-Aufrufen und Gewaltandrohungen gekommen, die Aktion wurde abgesagt.

„Auch in der Region werden wir weiterhin solche Aktionen anbieten, wir werden unser soziales Engagement aufgrund dieser Erfahrung nicht zurückfahren“, verspricht Hüge. Denn man wolle Initiativen vor Ort unterstützen. Darüber hinaus habe man bereits zahlreiche Sachspenden an die Flüchtlingscamps in Cappel und Stadtallendorf geleistet – auch dies werde man beibehalten.

von Andreas Schmidt 
und unserer Agentur

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