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Bildungscoach öffnet Türen für Berufsabschluss

Stabsstelle Wirtschaftförderung Bildungscoach öffnet Türen für Berufsabschluss

Bis zu 4000 Euro Zuschuss für die Karriereleiter: Als neuer Bildungscoach des Landkreises Marburg-Biedenkopf sorgt Heike Weichert für mehr Nachqualifizierung ambitionierter Arbeitnehmer: vom ungelernten Helfer zur Fachkraft.

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Heike Weichert von der Stabsstelle Wirtschaftsförderung ist neuer Bildungscoach des Landkreises Marburg-Biedenkopf.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. In ihrem Büro in der Stabsstelle der Wirtschaftsförderung laufen seit Anfang des Jahres die Fäden der Nachqualifizierung zusammen. Als Ansprechpartnerin berät sie Arbeitgeber und Beschäftigte über die Initiative „Pro Abschluss“ und geeignete Qualifizierungswege für aufstiegswillige Arbeitnehmer. „Ich öffne Türen“, beschreibt sie ihre Tätigkeit.

Bei Bedarf sondiert sie in Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber vor Ort, welche Mitarbeiter für eine Nachqualifizierung in Frage kommen, welche Vorkenntnisse diese bereits besitzen sowie ob und welche finanziellen Fördermöglichkeiten zur Verfügung stehen. „Ich versuche alle Möglichkeiten zu bündeln und in alle Richtungen zu beraten“, erklärt die 47-Jährige. Ihre Klienten erhalten einen finanziellen Zuschuss aus dem Fördertopf und werden den gesamten Prozess über begleitet.

Nach erfolgter Weiterbildung wird der Berufsabschluss schließlich über die zuständige Prüfungskommission erworben. Beispielhaft beschreibt Heike Weichert den möglichen Bildungsgang eines ungelernten Dachdeckers, der bei einem Unternehmen beschäftigt ist, sich jedoch zum vollwertigen Handwerker weiterbilden möchte.

Bewusstsein für betriebliche Weiterbildung fördern

Für den dazu notwendigen Abschluss wird die bereits vorhandene Berufserfahrung angerechnet. Fehlende Kompetenzen erhält der Mitarbeiter während der Nachqualifizierung und kann das Projekt nach bestandener Prüfung als Dachdecker-Geselle verlassen. Das Angebot steht allen Arbeitnehmern ab 27 Jahren ohne passenden Berufsabschluss zur Verfügung.

„Wir wollen ein Bewusstsein für betriebliche Weiterbildung fördern“, erklärt Weichert. Ziel der Initiative sei es, dem steigenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Mit einer Nachqualifizierung der eigenen Mitarbeiter hätten Firmen die Möglichkeit, ihren Personalbedarf im eigenen Unternehmen zu sichern.

Die Arbeitgeber sollen animiert werden „nach innen“ zu schauen, ambitionierte Beschäftigte mit Potenzial gezielt zu fördern. Diese sollen dann wiederum innerhalb des Unternehmens aufsteigen, um Platz „nach unten“ zu schaffen, sodass geringer qualifizierte Mitarbeiter diesen füllen und dann auch aufsteigen können, erklärt die Beraterin das Konzept.

Fördergrenze angehoben

Die Arbeitnehmer profitieren dabei von den finanziellen Zuschüssen aus dem Fördertopf – bis zu 50 Prozent der Teilnahme- und Prüfungsgebühren werden übernommen. „Es ist eine gute Möglichkeit, die eigene berufliche Zukunft abzusichern und die Stellung im Betrieb zu festigen“, betont Weichert.

Das Projekt schließt an die seit Jahren laufende Qualifizierungsoffensive des Landkreises an. Diese wurde mit der neuen Förderperiode eingeschränkt. Der Förder-Schwerpunkt liegt nun auf Projekten, die definitiv zu einem Berufsabschluss führen. Allgemeine, berufliche Fortbildungen, wie etwa die Teilnahme an Computerkursen, werden nicht mehr unterstützt. Die maximale Fördergrenze der sogenannten „Qualifizierungsschecks“ wurde von 500 Euro auf maximal 4000 Euro angehoben.

Die Initiative „Pro Abschluss“ ist Teil des Bündnisses Ausbildung Hessen. Das Projekt der Nachqualifizierung wird zu 80 Prozent aus Mitteln des europäischen Sozialfonds und Landes Hessen sowie zu 20 Prozent vom Landkreis getragen.

Eine Auftakt-Informationsveranstaltung über die Qualifizierungsoffensive findet am 24. September im TTZ Marburg statt. Weitere Informationen im Internet unter www.wifoe.marburg-biedenkopf.de oder unter Telefon 06421/405-1229.

von Ina Tannert

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