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"Biederes Geschäftsmodell" glänzt

Bilanz der Sparkasse "Biederes Geschäftsmodell" glänzt

Der Vorstand ist sehr zufrieden: In allen wesentlichen Geschäftsfeldern gab es ein Plus. Das Einlagengeschäft der Sparkasse wuchs um fast drei Prozent, obwohl die Zahl der Kundenkonten um 1,8 Prozent zurückging.

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Vorstandschef Andreas Bartsch (Mitte) sowie die Vorstandsmitglieder Rolf Zährl (rechts) und Norbert Höpp sind mit der Bilanz der Sparkasse Marburg-Biedenkopf sehr zufrieden.Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Die Sparkasse Marburg-Biedenkopf hat ein glänzendes Geschäftsjahr hinter sich, erklärte der Vorstandsvorsitzende Andreas Bartsch während der Vorstellung der Bilanz. Das sei keine Selbstverständlichkeit, schließlich sei der Wettbewerb nicht einfach und die Zinsen bewegten sich auch 2013 wieder auf sehr niedrigem Niveau.

Die Bilanzsumme beträgt fast 3,2 Milliarden Euro und liegt damit um 30,5 Millionen Euro über dem Vorjahreswert. Der Jahresertrag liegt - sowohl vor als auch nach Bewertung - bei über 37 Millionen Euro. Das sei ein Plus von 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Investition in Betongold

Auf zwei Zahlen legt Bartsch besonderen Wert: Die Einlagen, also das Geldvolumen auf den Kundenkonten, wuchsen um 2,8 Prozent. Das Kreditgeschäft verzeichnet ein Plus von 2 Prozent. Zu den Krediten erklärte Vorstandsmitglied Norbert Höpp, dass im vergangenen Jahr Darlehen mit einem Volumen von insgesamt 451 Millionen Euro bewilligt wurden. Das seien elf Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Davon entfielen 60 Prozent auf private Haushalte und 40 Prozent auf Unternehmen oder Selbstständige.

Der Gesamtbestand der Kredite und Darlehen wurde von rund 180 Millionen Euro um 35,5 Millionen (ein Plus von 2 Prozent) auf 1,8 Milliarden Euro gesteigert. Die meisten Kunden nahmen sich Kredite, um eine Immobilie zu kaufen oder zu sanieren. Bei der Vergabe von Wohnungsbaukrediten machte die Sparkasse ein Plus von 5 Prozent. Das zeige, dass die Menschen in der Region nach wie vor in Immobilien investieren, also auf das „Betongold“ setzen, so Bartsch.

Umbau in Gladenbach

Die Sparkasse spürt, wie andere Kreditinstitute auch, die niedrigen Zinsen. Dennoch lag 2013 mehr Geld auf den Konten der Kunden als 2012. „Das Besondere dabei: Die Einlagen der Privatkunden wuchsen, es lag keine höhere Firmenliquidität vor“, so Vorstandsmitglied Rolf Zährl. Der Bestand der Aktien-Depots stieg 2013 um rund 4 Prozent auf 493,5 Millionen Euro. „Das andauernd niedrige Zinsniveau verstärkte den Trend zu renditestarken Aktien. Dies führt zu einer deutlichen Belebung der An- und Verkäufe dieser Papiere. Der Umsatz stieg hier um rund 75 Prozent“, erklärte Zährl.

Auch mehr Bausparverträge wurden im Vergleich zum Vorjahr abgeschlossen. Für die nächsten Jahre erwarten die Bank-Mitarbeiter eine größere Nachfrage nach der Riester-Rente. Die Sparkasse habe seit diesem Jahr ein eigenes Altersvorsorge-Angebot, das als Riester-Sparplan gefördert werde. Das Besondere dabei: Die Anlage sei kostenfrei. Bei allem gelte: Die Beratung sei das A und O, und daher setze das Kreditinstitut auch im Internet-Zeitalter auf viele Geschäftsstellen. „Die ein oder andere mag sich nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht rechnen. Aber wir wollen in der Fläche bleiben“, so Bartsch.

Marktanteil von 50 Prozent

Die Sparkasse hat einen Marktanteil von rund 50 Prozent im Kreis, jeder zweite Bürger ist also Sparkassen-Kunde. Bei der Immobilienvermittlung gilt die gleiche Quote. Vorstandschef Bartsch interpretiert diese Entwicklung so: „Trotz eines biederen, im positiven Sinne langweiligen Geschäftsmodells bieten wir Sicherheit für unsere Kunden. Wir sind ein verlässlicher Partner in der Region.“

Die Verbundenheit zur Region erkläre sich nicht nur durch das Modell und die damit verbundene Trägerschaft von Stadt und Kreis. Die Sparkasse helfe bei Existenzgründungen im Kreis: im vergangenen Jahr begleitete sie 49 Unternehmensgründer, die 61 neue Arbeitsplätze schufen. 1,2 Millionen Euro flossen an Spenden und Sponsoring, und das heimische Kreditinstitut zahlte 15,7 Millionen Euro an Steuern.

Die Sparkasse investierte zudem in den Um- und Ausbau von zwei Geschäftsstellen und die Sanierung des Parkdecks am Hauptsitz. In diesem Jahr steht die Modernisierung der großen Geschäftsstelle in Gladenbach an. Der Umbau der Filiale sowie die Ausgaben für energetische Sanierung belaufen sich auf insgesamt zwei Millionen Euro.

von Anna Ntemiris

Trotz der regionalen Nähe kommt auch eine Sparkasse nicht umhin, sich global umzuschauen. Der Ausblick für 2014 ist relativ optimistisch. Erwartet wird ein weiterhin niedriges Zinsniveau, aber man rechne nicht mit einer Inflationssteigerung, Preissteigerungen blieben moderat. Konsumklima und Arbeitsmarkt seien in Deutschland gut, die Region als Wirtschaftsstandort gesund. „Entscheidenden Einfluss auf die Wirtschaftsdaten in Deutschland wird die Entwicklung der Euro-Krisenstaaten und der so genannten Schwellenländer haben. Aber auch die sich andeutende, straffere Geldpolitik der USA wird nicht spurlos bleiben“, so Bartsch.

von Anna Ntemiris

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