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Biedenkopfer Berufsschüler stehen Kopf

Verkehrssicherheitstage Biedenkopfer Berufsschüler stehen Kopf

Mit zwei Verkehrssicherheitstagen haben die 
Beruflichen Schulen 
Biedenkopf ihre Schüler für die Gefahren im Straßenverkehr sensibilisiert.

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Johannes beim Überschlag im Fahrsimulator: Der Versuch zeigte den Schülern, dass der Gurt bei einem Unfall Leben retten kann. Und die Jugendlichen versuchten, kopfüber aus dem Sicherheitsgurt zu schlüpfen.

Quelle: Sascha Valentin

Biedenkopf. Verschiedene Kooperationspartner wirkten bei den Verkehrssicherheitstagen mit. Der ADAC hatte unter anderem einen Fahrsimulator mitgebracht, in dem die Insassen spüren konnten, wie sich das Fahrverhalten unter Alkoholeinfluss verändert. Die Schüler konnten dabei den Grad der Alkoholisierung einstellen und beobachten, wie heftig danach die Schlangenlinien ausfielen und wie sich die Reaktionszeit verlängerte.

Auf eben diese Reaktionszeit ging der ADAC an einer weiteren Station ein. Das Szenario: Ein Auto mit einer Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern schafft es gerade noch, vor einem Hindernis anzuhalten. Die Schüler lernten, dass das Auto, wenn es statt mit 30 mit 50 Stundenkilometern unterwegs gewesen wäre, ungebremst auf das Hindernis geprallt wäre. „Tatsächlich hätte das Auto an dieser Stelle noch dieselbe Geschwindigkeit drauf – also Tempo 50“, erklärte Lehrerin Annina Hoffmann.

Entscheidend dafür seien die Reaktionszeit und der Weg, den das Fahrzeug während dieser Zeit zurücklegt. „Man geht grob von einer Reaktionszeit von einer Sekunde aus“, erklärte Hoffmann. In dieser Sekunde lege ein 30 Stundenkilometer schnelles Auto acht Meter zurück. Zusammen mit dem Bremsweg kommt man auf eine Distanz von etwa 13 Metern bis zum Stillstand. Ein 50 Stundenkilometer schnelles Auto rolle aber in der einen Reaktionssekunde 14 Meter weiter. Also fahre es nach 13 Metern noch immer mit seiner Ausgangsgeschwindigkeit.

Initiative „Bob“ informiert über Gefahren von Alkohol

Ein besonderes Erlebnis boten zwei Mitarbeiter der Deutschen Verkehrswacht mit dem Überschlagssimulator. Darin konnten bis zu vier Schüler Platz nehmen, die dann mitsamt dem Fahrzeug auf den Kopf gestellt wurden und so in ihren Gurten hingen. Diese Simulation zeige, wie wichtig es ist, sich anzuschnallen, betonte Manfred Pallagst von der Verkehrswacht. Denn in Deutschland ereigneten sich jährlich mehr als 20.000 Unfälle, bei denen sich das Fahrzeug überschlägt. Wenn diese Unfälle tödlich endeten, seien Insassen meist nicht angeschnallt gewesen und beim Überschlag aus dem Auto geschleudert worden.

An weiteren Stationen informierte die Polizei über die Initiative „Bob“ und verschaffte den Schülern mit Rauschbrillen einen Einblick in die Veränderungen der Wahrnehmung unter Alkoholeinfluss. Außerdem konnten die jungen Leute kostenlose Seh- und Hörtests absolvieren, sich über die medizinisch-psychologische Untersuchung nach einem Führerscheinentzug informieren und Rettungswagen von innen anschauen. Schüler hatten zudem ein Quiz erarbeitet.

Beim Verkehrssicherheitstag gehe es darum, die Gefahren im Straßenverkehr zu verdeutlichen und die Schüler zum Nachdenken anzuregen, sagte Lehrerin Annina Hoffmann. „Viele unserer Schüler sind ja selbst Fahrer oder haben den Führerschein frisch gemacht“, erklärte sie.

von Sascha Valentin

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