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Bezahl-WC für mehr Sauberkeit?

Attraktive Innenstadt Bezahl-WC für mehr Sauberkeit?

Stadtentwicklungsreferent Wolfgang Liprecht nutzte die Jahreshauptversammlung des Markt- und Aktionskreises, um für den Stadtmarketing-Prozess in Marburg zu werben.

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Die öffentliche Toilette neben der Marburger Elisabethkirche: Eine Bezahlpflicht für die WC könnte die Sauberkeit der Örtchen erhöhen und zu mehr Aufenthaltsqualität in Marburg beitragen.Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. 500000 Euro an Kaufkraft fließen Jahr für Jahr aus Marburg ab - das ist der Ergebnis der Einzelhandelsstudie, die die Stadt im Jahr 2010 von der Cima erstellen ließ. „Marburg macht nicht genug aus seinen Stärken“, schlussfolgerte Liprecht vor dem Markt- und Aktionskreis - schlecht auch für die Gewerbetreibenden in der Stadt, denn der Wettbewerb um Kunden verschärft sich auch unter den Städten.

Im ersten Halbjahr des kommenden Jahres soll deswegen ein Stadtmarketing-Office mit zwei Halbtagskräften zentrale Koordinationsstelle für alle Bemühungen sein, eine gemeinsame Konzeption für ein Stadtmarketing voranzutreiben. Im Lauf des Jahres soll noch ein hauptamtlicher Stadtmarketing-Koordinator als Ganztagskraft hinzukommen - vorausgesetzt, alle Beteiligten an dem Prozess einigen sich über die Finanzierung der Stelle, wie Liprecht einschränkend sagte.

Kultur, Sport, Tourismus - und natürlich auch der Einzelhandel: Das sind die Elemente, so Liprecht, aus denen die Stadt ein integriertes Marketingkonzept erstellen muss. Als wesentliche Bausteine empfiehlt die Cima unter anderem die Entwicklung eines einheitlichen Außenauftritts, höhere Anzahl und höhere Qualität von Events und ein eigenes Innenstadt-Management.

Als zusätzlichen Schwerpunkt hat die Stadt, so berichtet Liprecht, das Bemühen um Sauberkeit und Sicherheit in der Stadt ergänzt. „Hier hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan“, freute sich Liprecht und verwies auf die Erfolge bei den Bemühungen um mehr Sicherheit am Lahn-Center.

Rudolf Braun-Elwert machte einen weiteren Vorschlag, der für mehr Sauberkeit in der Stadt sorgen soll: Er regt an, die öffentlich zugänglichen Toiletten in der Stadt kostenpflichtig zu machen. „Die Leute akzeptieren das“, sagte Braun-Elwert voraus und verwies auf die zahlreichen Beispiele entlang der Bundesautobahnen. Das System dort ist einfach: Der Kunde zahlt einen bestimmten Betrag und erhält später in der Autobahnraststätte beim Einkauf oder Verzehr einen Teil zurück. „Seitdem ist es sauber in den Autobahnraststätten“, sagte Braun-Elwert.

In Marburg könnten die Einzelhändler einen Teil der Nutzungsgebühr rückerstatten, schlug Braun-Elwert vor.

Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) zeigte sich zumindest offen gegenüber dem Vorschlag: „Ich unterstütze alle Ideen, die realistisch eine Erhöhung von Sicherheit und Sauberkeit in der Stadt zur Folge haben könnten“, sagte Vaupel.

Er verwies aber darauf, dass ein Teil der öffentlichen Toiletten, etwa die an der Elisabethkirche, bereits bewirtschaftet wird.

Insgesamt gibt es neun öffentliche Toiletten in der Kernstadt von Marburg, unter anderem am Marktplatz., am Oberstadtaufzug, an der Stadthalle und im Hauptbahnhof.

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