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Bewegung in der Gastronomieszene

Kneipen Bewegung in der Gastronomieszene

Drei Jahre vor Ablauf des Mietvertrages wird das "Piano" die Räume des "Alten Ritter" verlassen und an das "Sudhaus" übergeben. Auch das wird nicht lange leer stehen.

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Gäste sitzen in der neueröffneten Piano-Bar.

Quelle: Florian Gaertner

Marburg. Erst im Februar 2014 hatte das „Piano“, eine Cocktailbar mit Tanzfläche, das Lokal im Steinweg bezogen, nachdem es zuvor lange leer gestanden hatte. „Eigentlich wollte ich kein weiteres Lokal in Marburg mehr eröffnen, denn ich habe genug Arbeit“, sagte der Inhaber Nuri Yeniay bei der Eröffnung damals gegenüber der OP.

Heute, ein Jahr später, bekommen diese Worte des Marburger Gastronomen, der neben dem „Piano“ auch das „Café Barfuß“, das „Paprica“ und das „Maxx“ betreibt, eine aktuelle Bedeutung. Seit Ostermontag ist das Piano geschlossen. Am Abend zuvor fand eine Abschiedsparty statt, zu der Pressesprecher Robert Linzer unter anderem über Facebook eingeladen hatte.

Weder er noch Geschäfts­führer Yeniay selbst waren für die OP zu erreichen.

Geschäft im„Piano“ lief gut

„Yeniay hat keine Lust mehr auf das Nachtleben“, vermutet Fiona Grebe, Besitzerin des „Alten Ritter“, im OP-Gespräch. „Ich war immer zufrieden mit Nuri Yeniay“, so die Hausbesitzerin weiter. Er habe stets pünktlich seine Miete bezahlt und für gutes Unterhaltungsprogramm gesorgt: Cocktailabende, Motto-Parties, Firmenfeiern. „Das Geschäft lief gut.“

Umso überraschter war sie, als Yeniay sie Ende des vergangenen Jahres fragte, ob er vorzeitig aus dem Mietvertrag, der eigentlich noch bis Ende 2018 läuft, aussteigen könne. Grebe habe nur unter der Bedingung zugestimmt, dass er einen „vernünftigen Nachmieter“ für das Lokal findet.

Sudhaus zieht ein

Gegenüber der OP gab die Vermieterin an, dass die Stadtbücherei zwecks Erweiterung regelmäßig Interesse an den Räumen bekundet hatte. „Die konnten sich aber nicht einigen“, sagt sie.

Inzwischen steht fest, dass das Sudhaus in den „Alten Ritter“ zieht. Die Inhaber der Traditionskneipe, Torben Dommel, Thomas Pille und Tobias Schmitz, hatten bereits im vergangenen Jahr angekündigt, dass sie wegen erhöhter Pachtkosten aus dem Haus am Hirschberg ausziehen und sich einen neuen Standort suchen werden (die OP berichtete).

„Wir haben nach einer Lokalität gesucht, die ähnlich groß ist wie das Sudhaus, und haben dann erfahren, dass der alte Ritter wieder zu vermieten ist“, sagt Dommel auf Nachfrage der OP. Im „Alten Ritter“ sahen er und seine Kollegen das geeignete Gebäude für ihr Sudhaus.

Grebe ist mit dieser Entscheidung „sehr zufrieden“. Bei den Geschäftsführern handele es sich um „sehr sympathische Nachmieter“.

Auf Dommel und seine Kollegen Pille und Schmitz wartet nun eine Menge Arbeit. Denn bereits Ende Mai wollen sie das neue Sudhaus am Fuß des Pilgrimsteins eröffnen.

Renovierungsarbeiten haben bereits begonnen

Bis dahin müssen die Räume saniert, verputzt und die Elektrik neu verlegt werden. Ein zweiter Tresen soll her. Zudem sollen Holzvertäfelungen und Deckenbalken für eine „schönere Optik“ sorgen. Auch der Kicker zieht mit. Eben „so wie das Sudhaus - nur an einem anderen Ort“, wie Dommel sagt.

„Wir können das Sudhaus natürlich nicht imitieren, aber wir versuchen, den Großteil der Atmosphäre mit in das neue Haus zu nehmen; so, dass es nicht nigelnagelneu, sondern ‚verbraucht‘ und gemütlich aussieht.“ Auch die Terrassenfläche, die ihnen nun im Alten Ritter zur Verfügung steht, wollen sie nutzen.

Sudhaus wird zukünftig schon mittags öffnen

Durch die Nähe zur Elisabethkirche rechnen Dommel, Schmitz und Pille mit erhöhter Laufkundschaft. Dies wollen die Inhaber nutzen und das Sudhaus in Zukunft schon in der Mittagszeit öffnen und den Kunden täglich bis wöchentlich wechselnde Mittagsgerichte anbieten.

„Primär richtet sich unser Angebot an Studenten. Daher versuchen wir, auch in Zukunft preislich im gleichen Limit zu bleiben“, verspricht Dommel. „Wir bleiben auch weiterhin eine Abendkneipe mit einem Raucher- und Nichtraucherbereich“, so der Kneipier weiter.

Stellt sich nur noch die Frage, was aus dem alten Sudhaus wird. OP-Recherchen ergaben, dass der Inhaber des „Havana“, Farrokh Doosti, dort eine zweite Bar eröffnen wird. Dies bestätigte sein Bruder Iran Doosti auf Anfrage der OP. Auch dort werde „viel umgebaut und neu gemacht wie zum Beispiel der Balkon“, so Doosti. Über das gastronomische Konzept verrät er noch nichts.

Er lässt jedoch durchblicken, dass er selbst das „Mexicali“ an der Elisabethkirche übernehmen wird, das seit mehreren Monaten geschlossen ist.

von Ruth Korte

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