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„Bessere Chancen für Migranten schaffen“

Expertenrunde „Bessere Chancen für Migranten schaffen“

Jugendliche mit Migra­tionshintergrund für die Ausbildungen gewinnen – darum ging es bei der Expertenrunde von Pharmaserv am Standort Behringwerke.

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Dr. Nkechi Madubuko (von links), Angelika Funk, Kerstin Warnecke, Meriem Chenini, Christian Meineke, Gerlind Jäckle und Tobias Henkel.

Quelle: Lisa Scholz

Marburg. Das Xenos-Projekt „Ausbildung in Vielfalt an der Lahn“ veranstaltete das Treffen mit dem Thema „Betriebliche Willkommenskultur für Menschen mit Migrationshintergrund als Möglichkeit zur Nachwuchssicherung“. Hierzu trafen sich in etwa 40 Experten aus verschiedenen Fachrichtungen.

„Wir wollen Personen ins Gespräch bringen, die sich nicht kennen“, erklärte Angelika Funk, stellvertretende Geschäftsleiterin des Vereins Arbeit und Bildung. Sie diskutierten darüber, wie die Ausbildungsquote von jungen Menschen mit Migrationshintergrund erhöht und die Zahl der Ausbildungsabbrüche verringert werden kann. Ihr Ziel ist es auch, mehr Toleranz und Verständigung in der Zusammenarbeit von Menschen aus verschiedenen Kulturen zu erreichen.

Fragebogen trägt zu Verbesserungen bei

Bei der Diskussionsrunde unter dem Titel „Nachwuchs gewinnen – Fachkräfte sichern“ wurden Wege und Chancen aufgezeigt, mehr Migranten für Firmen zu gewinnen. Dazu gab es einen Vortrag von Meriem Chenini und Tobias Henkel von Pharmaserv.

In ihrer Master-Thesis erforschte Chenini mithilfe von Umfragen unter den Mitarbeitern des Unternehmens mögliche Gründe für den geringen Anteil an Migranten bei Pharmaserv. Zu Kritikpunkten stellte Henkel Lösungsansätze aus Betriebssicht vor. So wollten sie in Jobangeboten auch Migranten direkt adressieren und sie einladen, sich zu bewerben.

Zur Debatte steht auch, ob Bewerbungen anonymisiert werden sollen. Um in Kontakt mit jungen Menschen mit Migrationshintergrund zu treten, bauten sie Verbindungen mit entsprechenden Einrichtungen auf und nutzten „jugendliche Medien“, sagte Henkel.

Projektförderung läuft aus

Auch die Universitätsstadt Marburg möchte ihre „transkulturelle Kompetenz der Verwaltung erhöhen“, berichtete Christian Meineke, Integrationsbeauftragter und Fachbereichsleiter der Stadt Marburg für Kinder, Jugend und Familie. Bisher habe es inter- und transkulturelle Schulungen sowie kulturelle Veranstaltungen, wie den Tag der kulturellen Vielfalt, gegeben. Meineke sprach davon, dass etwa vier Prozent der Mitarbeiter in der Stadtverwaltung einen Migrationshintergrund haben. „Es dauert noch, bis die Verwaltung die Gesellschaft widerspiegelt.“

Daran möchte das Projekt „Ausbildung in Vielfalt an der Lahn“ arbeiten, das der Verein Arbeit und Bildung, die Praxis GmbH in Marburg und die Gesellschaft für Ausbildung und Beschäftigung (GAB) in Limburg entwickelten.
Das Bundesprogramm „Xenos – Integration und Vielfalt“ wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie dem Europäischen Sozialfonds gefördert. Xenos gibt es seit 2007 und es läuft zum Ende des Jahres aus.

Das Erarbeitete soll jedoch weitergeführt werden, zum Beispiel mit dem Netzwerk Integration durch Qualifizierung (IQ). Hierbei wird es vor allem um die interkulturelle Öffnung in kleineren und mittleren Unternehmen gehen.

von Lisa Scholz

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