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Beschäftigte zwischen Hoffen und Bangen

Praktiker Beschäftigte zwischen Hoffen und Bangen

Was geschieht mit der Marburger Praktiker-Filiale? Unternehmen und Insolvenzverwalter wollen sich noch nicht konkret äußern.

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Der Praktiker-Markt in Marburg: Bis die Mitarbeiter Klarheit über ihre Zukunft haben, wird es noch eine Weile dauern. Foto: Katharina Kaufmann

Marburg. Harald Günther, der Pressesprecher von Praktiker, bittet „noch um etwas Geduld“. Es sei noch zu früh, um etwas über einzelne Filialen und deren Zukunft zu sagen, sagte Günther gestern im Gespräch mit der OP.

Momentan gehe es vor allem darum, den Verkaufsbetrieb zu normalisieren, hieß es gestern in einer Stellungnahme des vorläufigen Insolvenzverwalters Christopher Seagon.

Seagon ist vom Amtsgericht in Hamburg zum vorläufigen Insolvenzverwalter für acht Gesellschaften der Baumarktkette Praktiker bestellt worden. Der Jurist will sich zunächst „konkrete Eindrücke von der wirtschaftlichen Lage bei den Unternehmenszweigen“ verschaffen, ehe er sich über eine mögliche Sanierung äußert.

Derweil soll der Betrieb in den 168 Praktiker-Baumärkten weiterlaufen. Seagon kündigte an, er wolle „möglichst viele Filialen und Arbeitsplätze sichern“.

Günther stellte im Gespräch mit der OP aber klar, dass der Markt in Marburg von dem Insolvenzantrag der Baumarktkette betroffen ist. „Überall da, wo Praktiker draufsteht, ist auch Praktiker drin“, sagte Günther. Der Markt in der Afföllerstraße sollte im August in Max Bahr umfirmiert werden. Die Max Bahr-Märkte sind von dem Insolvenzantrag ausdrücklich ausgenommen.

Insgesamt handelt es sich um acht Praktiker-Märkte, die kurz vor der Umfirmierung standen. „Ob und wenn ja wie die Umfirmierung von Praktiker zu Max bahr erfolgen kann, ist noch nicht klar“, sagte Günther.

Der Sprecher des Insolvenzverwalters Seagon, Holger Voskuhl, warnte vor zu großer Eile: „Wir sind noch in der Prüfphase“, sagte er, und: „Es ist noch zu früh, um zu einzelnen Märkten etwas zu sagen.“

Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ könnte die Marke Praktiker verschwinden und die von der Insolvenz ausgenommene Filialkette Max Bahr mit mehr Standorten weiter existieren. Dazu plane das Management, alle funktionierenden Praktiker-Filialen in Max Bahr zu integrieren.

Ziel sei eine Kette mit 180 bis 200 Filialen und einem Umsatz von 1,5 Milliarden Euro. Im Praktiker-Konzern war der Jahreserlöse 2012 doppelt so hoch. Vorstandschef Armin Burger hatte zur Sanierung des Konzerns die Umstellung von Praktiker-Filialen auf die ertragsstärkere Marke Max-Bahr vorangetrieben.

Für die Beschäftigten in den Praktiker-Tochterfirmen wurde gestern die Finanzierung des Insolvenzgeldes angeschoben. Eine Bank übernimmt die Lohn- und Gehaltszahlungen für drei Monate - bei Praktiker von Juli bis einschließlich September 2013. Das Kreditinstitut holt sich das Geld von der Bundesagentur für Arbeit zurück.

Und noch eine leise Hoffnung gab es gestern für die Praktiker-Mitarbeiter: An der Börse machte die Praktiker-Aktie gestern erluste aus der Vorwoche zum Teil wieder wett und legte zwischenzeitlich um mehr als 50 Prozent auf über 0,20 Euro zu.

von Till Conrad

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