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Berufsinformationen auf Augenhöhe

„Peergroup-Projekt“ für Auszubildende Berufsinformationen auf Augenhöhe

Hemmschwellen verringern und auf Augenhöhe informieren: Das ist Ziel eines Projekts von Landkreis und Stadt Marburg, bei dem Azubis in Schulen über ihre jeweiligen ­Berufe informieren.

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Landrätin Kirsten Fründt (links) und Marburgs Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Zweiter von rechts) dankten den Azubis für ihr ehrenamtliches Engagement und überreichten ihnen ein Zertifikat über die Mitwirkung am Projekt.

Quelle: Andreas Schmidt

Stadtallendorf. Der Weg in den Beruf ist mitunter für Schüler schwierig: Welcher Beruf ist der Richtige? Muss es ein Studium sein? Oder ist eine Karriere im Handwerk der passende Weg? Um Schülern im Landkreis eine Information „aus erster Hand und auf Augenhöhe“ zu bieten, haben die Stadt Marburg und der Landkreis bereits seit sechs Jahren ein sogenanntes „Peergroup-Projekt“ initiiert.

Eine „Peergroup“ ist eine Bezugsgruppe von etwa gleichaltrigen Jugendlichen. Und dies verdeutlicht auch, worin die Stärken des Projekts liegen: „Die Schüler erhalten Informationen auf Augenhöhe – von Jugendlichen, die den Weg in eine Ausbildung gerade beschritten haben. Dadurch ist die Akzeptanz bei den Schülern wesentlich höher“, verdeutlicht Matthias Gnau vom Jugendbildungswerk der Stadt Marburg. Er weiß: „Die Berufswahlentscheidung der Schüler ist zum einen stark abhängig vom Elternhaus. Aber direkt danach kommen schon der Freundeskreis, Bekannte – oder die Peergroup.“

Gemeinsam mit Armin Plewa-Moormann von der Jugendförderung des Landkreises zeichnet er für das Projekt verantwortlich. Teams aus jeweils zwei bis drei Auszubildenden, die gerade die Phase der Berufswahl und der Bewerbung abgeschlossen haben, berichten in 90-minütigen Modulen in den Schulen über ihre Erfahrungen auf ihrem Weg in eine Ausbildung – und auch über Stolpersteine auf diesem Weg.

Schülern fällt es leichter, Gleichaltrige zu fragen

Dabei präsentieren sie sich nicht als „Super-Azubis“, sondern wollen Mut machen, sich mit den eigenen Fähigkeiten, Kompetenzen, Stärken und Schwächen ehrlich und glaubhaft darzustellen. Bei den Schülern stößt das Projekt auf große Resonanz, die Informationen von Gleichaltrigen werden sehr positiv bewertet. Und auch Hemmschwellen werden so abgebaut. Eine Schülerin habe berichtet, dass es ihr durch den Einsatz der Jugendlichen viel leichter gefallen sei, Fragen zu stellen.

Die Unterrichtseinheiten haben die Auszubildenden selbstständig im Rahmen eines Schulungstags erarbeitet. Er wird vom Jugendbildungswerk der Stadt Marburg und der Jugendförderung des Landkreises Marburg-Biedenkopf konzeptioniert und geleitet. Diese Institutionen übernehmen auch die pädagogische Begleitung der Teams während der Phase der Schulbesuche von März bis Oktober.

Die freistellenden Betriebe berichten, dass ihre Auszubildenden nach den Einsätzen in der Schule selbstbewusster auftreten und ihre Kompetenz in der Moderation und im freien Sprechen erhöht haben. „Außerdem werden wir als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen“, erläutert Sandra Kutta von dm.

Landrätin Kirsten Fründt und Marburgs Bürgermeister Dr. Franz Kahle dankten in Stadtallendorf den Azubis für ihr ehrenamtliches Engagement und überreichten ihnen ein Zertifikat über die Mitwirkung im Projekt.

  • Folgende Azubis engagieren sich in dem Projekt im aktuellen Schuljahr: Frederik Rosenberg, Patrick Pfeffer, Manuel Schneider (VR Bank Hessenland), Lukas Bromm, Jannis Ludwig, Nadja Bender, Johann Möller, Melina Herzog (Pharmaserv), Julian Kuhli, Patricia Künkel, Lisa-Marie Scherens, Johanna Lutz (Amt für Bodenmanagement), Caroline Balouschek, Sophie Ziegler, Rebecca Kredel (Siemens ­Healthcare), Hannah Kempf, Isabell Lehr, Gülistan Demiroglu (Elisabeth-von-Thüringen-Akademie), Franziska Lenz, Aline Göpel (Stadt Marburg), Mario Debus, Antonia Nau, Annalena Schnabel, Marie-Kristin Althaus (Landkreis Marburg-Biedenkopf), Laura Turturica, Ioana Turturica (Lidl), Hannah Seidel und Frederick Stotz (dm).

Ansprechpartner sind Matthias Gnau, Telefon: 06421/201-1302, E-Mail: matthias.gnau@marburg-stadt.de und Armin Plewa-Moormann, Telefon 06421/405-1682, E-Mail: plewa-moormannA@marburg-biedenkopf.de .

von Andreas Schmidt

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