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Beim Bau eine Million Euro gespart

Neues Verwaltungsgebäude der Stadtwerke Beim Bau eine Million Euro gespart

Davon können andere Bauherren träumen: Die Gesamtkosten für den Umbau des Stadtwerke-Hauptsitzes betrugen am Ende weniger als vor drei Jahren prognostiziert.

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Wasserspiele vor dem umgebauten Stadtwerke-Verwaltungsgebäude Am Krekel.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Stahlbeton, graue Plattenverkleidung, Fertigbauteile aus Kunststoff, dunkle Holzdecken und vor allem Zugluft – an diese Aufenthaltsqualität und Architekturform können sich noch viele Mitarbeiter der Stadtwerke Marburg erinnern. Die Zeiten des Platzmangels, der schlechten Luft und in mehrfacher Hinsicht kalten Räume sind vorbei. Das 40 Jahre alte Verwaltungsgebäude und Kundenzentrum wurde in mehreren Bauabschnitten innerhalb von drei Jahren saniert. Am Freitag war Einweihung.

Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Schüren und Architekt Gerd Kaut berichteten den Gästen und Mitarbeitern des Unternehmens unter anderem von der energetischen Grundsanierung, der Installation einer neuen
Haustechnik, sowie größeren, freundlicheren Büroflächen.

Der Südflügel wurde um ein Geschoss aufgestockt, das Kundenzentrum erweitert – und für alle von außen sichtbar –, die Fassade architektonisch neu gestaltet. Die alten ungedämmten Tonnendächer wurden zugunsten eines einheitlichen begrünten Flachdachs zurückgebaut und der Vorplatz mit einer Regenwassernutzungszisterne und Versickerungsanlage ausgestattet.

Stolz erklärte Schüren, dass die Kosten mit 13,3 Millionen Euro am Ende um eine Million Euro geringer ausfielen als vor drei Jahren prognostiziert worden war. Es sei sogar noch locker Geld für ein Wasserspiel übrig gewesen, scherzte Schüren.

Auftrag der Stadtwerkeändert sich nicht

Als kommunales Unternehmen sei es in der Pflicht, gegen den Klimawandel und steigende Energiekosten anzukämpfen, sagte der Stadtwerke-Chef. Mehr als die Hälfte der bisherigen Energiekosten werde das Verwaltungsgebäude in Zukunft einsparen. Die Vorgaben der Energieeinsparverordnung von 2009 werde man sogar noch um 30 Prozent unterschreiten. Statt 1,1 Millionen Kilowattstunden Energiebedarf für Gas, Strom und Nahwärme liege der Verbrauch jetzt nur noch bei 420 000 Kilowattstunden – das sind 63 Prozent weniger, so Schüren.

Architekt Kaut beschrieb das Projekt als eine „Operation am offenen Herzen“: Die jeweiligen Gebäudeflügel wurden nach und nach bis auf die Stahlkonstruktion entkernt. Während der gesamten Bauphase arbeiteten die Mitarbeiter am Standort weiter, bis auf die Unternehmensspitze mussten sie allerdings abteilungsweise jeweils für mehrere Monate in Container vor der Baustelle umziehen. Daher war es dem städtischen Tochterunternehmen wichtig, dass zunächst das Kundenzentrum fertig wurde – das war im Dezember 2013.

Bürgermeister und Stadtwerke-Aufsichtsratschef Dr. Franz Kahle (Grüne) sagte, dass sich zwar das Gebäude verändere, nicht aber der Auftrag der Stadtwerke: „Die Stadtwerke sind Dienstleister für die Bürger vor Ort. Es geht ihnen nicht um viel Rendite. Das gilt heute noch genau so wie vor 40 Jahren.“

von Anna Ntemiris

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