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Bauwagen soll Begegnung ermöglichen

Azubis-Projekt von Pharmaserv Bauwagen soll Begegnung ermöglichen

Zehn Pharmaserv-Azubis sorgten mit ihrem Projekt dafür, dass der Marburger Fib nun einen barrierefrei umgebauten Bauwagen nutzen kann – denn die jungen Leute bauten den Wagen komplett um.

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Die Pharmaserv-Azubis organisierten zunächst einen Bauwagen, dann bauten sie ihn komplett um und aus – und übergaben den Wagen dann an den Marburger Verein Fib.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Es ist schon gute Tradition: Das Unternehmen Pharmaserv unterstützt seine Auszubildenden des zweiten Lehrjahres jährlich mit 2000 Euro – damit diese ein Projekt für einen guten Zweck verwirklichen können.

In diesem Jahr entschieden sich zehn Auszubildende, den „Verein zur Förderung der Inklusion behinderter Menschen“ (Fib) zu unterstützen. Schnell war die Idee gefunden, wie die Azubis erzählen: Ein Bauwagen sollte her und dann barrierefrei umgebaut werden. Denn der Wagen soll unter anderem bei den Ferienspielen des Vereins eingesetzt werden.

Bei einem Marburger Bauunternehmen wurden die Azubis fündig, kauften den Bauwagen – und nahmen ihn fast komplett auseinander. „Wir haben die komplette Inneneinrichtung rausgeschmissen, die Dämmung entfernt und fachgerecht entsorgt – zum Schluss stand nur noch die Außenhülle“, erzählt Julian Pitz bei der Vorstellung des Projekts.

Dann wurde der Wagen komplett neu aufgebaut ( Privatfoto), eine neue Tür wurde an der Seite eingesetzt, die am Ende des Wagens verschlossen. Es folgte eine neue Dämmung, die mit einer Dampfbremse isoliert wurde. Im Anschluss wurde der Bauwagen von innen mit Holz verkleidet, außerdem erhielt er eine neue Elektro-Installation und einen neuen Fußboden. „Letztendlich hat alles gut geklappt“, so Pitz. Es werde auch noch eine Rampe angebaut.

Auch Pharmaserv-Geschäftsführer Thomas Janssen war mit seiner „tollen Truppe“, wie er sagte, zufrieden. „Ich bin auch im sechsten Jahr wieder völlig erstaunt, auf welch tolle Ideen unsere Azubis kommen“, sagte er – auch, wenn es immer schwieriger werde, Organisationen zu finden, mit denen man gemeinsam arbeiten könne.

Wolfgang Urban, Geschäftsführer des Fib, sagte: „Der Bauwagen passt genau zu dem, was wir tun – und die Zusammenarbeit mit den Jungs hat hervorragend geklappt.“

Der Verein wolle Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung schaffen. Dazu zählen beispielsweise auch Ferienspiele. Bei diesen kommt der Bauwagen direkt zum Einsatz. „Wir wollten schon immer gerne etwas Festes haben, um auch Spielmöglichkeiten bei schlechtem Wetter etwa in Waldnähe anzubieten. Mit dem Projekt haben sich zwei Ideen getroffen, die passten, wie die Faust aufs Auge“, so Urban.

Von den ursprünglichen Ideen, wie einem „Peter-Lustig-Bauwagen mit Terrasse auf dem Dach“, habe man sich zwar schnell verabschieden müssen, „denn der Wagen forderte doch ein großes Maß an Gründlichkeit“.

Aufgrund des Zustands sei man „schnell auf den Boden der Tatsachen“ zurückgeholt worden. „Wir haben aber noch viele Jahre Zeit, weitere Ideen mit dem Wagen umzusetzen“, ist sich Urban sicher.

Fünf Tage lang haben die Azubis an dem Wagen gearbeitet – das Budget von 2000 Euro reichte jedoch nicht aus. Der Fib legte weitere rund 1000 Euro drauf, „das war es uns auf jeden Fall wert“, betonte Urban.

von Andreas Schmidt

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