Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Baubranche kurbelt Griff-Geschäft an

HOPPE AG Baubranche kurbelt Griff-Geschäft an

Erstmals fand die Jubilarfeier der HOPPE AG im sächsischen Crottendorf statt. Das Werk, das jetzt zum Logistikzentrum ausgebaut wird, gehört seit 25 Jahren zum Stadtallendorfer Unternehmen.

Voriger Artikel
Alle Gäste werden wie Tester bekocht
Nächster Artikel
Wenn nach dem Dienst nicht Schluss ist

Diese Männer und Frauen wurden für 25-jährige Firmenzugehörigkeit geehrt. Die Mitarbeiter im Bild unten wurden für 40 Jahre ausgezeichnet. Sie arbeiten alle im Werk in Stadtallendorf.Fotos: HOPPE

Marburg. Am Montagmorgen starteten Mitarbeiter und ehemalige Kollegen der HOPPE AG von Stadtallendorf und Bromskirchen mit Bussen ins rund 360 beziehungsweise 420 Kilometer entfernte Erzgebirge, um an der Jubilar- und Abschiedsfeier teilzunehmen. Bisher fand diese Feier im jährlichen Wechsel in Stadtallendorf und Bromskirchen statt, den hessischen Standorten der HOPPE AG mit Sitz Stadtallendorf.

Nun wurde auch das Werk im Erzgebirge in den Turnus integriert: Erstmals fanden die Ehrungen in Crottendorf statt. „Leicht nachzuvollziehen, warum: In diesem Jahr gab es dort erstmals ,25-jährige‘ Jubilare“, erklärt HOPPE-Sprecherin Dr. Ute Müller-Ludolph.

Beitrag zum „Aufbau Ost“

Am 1. Juli 1991 hatte HOPPE die Crottendorfer Baubeschlag GmbH i. G. mit allen damals 98 Mitarbeitern übernommen. Hiermit wollten Unternehmensgründer Friedrich Hoppe und seine beiden Söhne auch einen Beitrag zum „Aufbau Ost“ leisten, entsprechend einem jahrzehntealten Grundsatz der Standortwahl, die Arbeit zu den Menschen zu bringen. Bereits in den ersten Monaten wurden viele weitere Mitarbeiter eingestellt. Seit Langem hat das Werk nach Angaben des Unternehmens kontinuierlich mehr als 500 Mitarbeiter. Bei der Jubilar-Ehrung konnten 72 Mitarbeiter geehrt werden, 32 davon „Mitarbeiter der ersten Stunde“.

Aus Stadtallendorf hatten sich weitere 59 Jubilare auf den Weg gemacht, 16 aus Bromskirchen. 11 von ihnen waren sogar schon 40 Jahre im Unternehmen. „Hier in Crottendorf mit den Kollegen aus Sachsen gemeinsam zu feiern, war ein gutes Gefühl. Bei HOPPE ist die deutsche Einheit schon seit Langem positiv gelebte Realität. Den Unterschied Ost-West spürt man höchstens noch beim anderen Dialekt. Aber einen entsprechenden Unterschied hört man ja auch bei den Mitarbeitern in Südtirol und der Schweiz“, so Müller-Ludolph.

Zur Feier gab es ein erweitertes Rahmenprogramm im größten Einzelwerk der HOPPE-Gruppe, das vor allem eine Betriebsbesichtigung vorsah. Es gab für alle viel zu sehen, weil das Werk völlig umgewandelt worden ist. Im Rahmen des Strategieprojektes der HOPPE-Gruppe wurde es von einem Betrieb mit kompletter Wertschöpfung zum Logistik-Zentrum der Gruppe. Von hier werden die Türbeschläge und Fenstergriffe an die nationalen und internationalen Kunden ausgeliefert. Damit bekommt das Werk eine noch wichtigere Bedeutung in der Unternehmensgruppe.

Wolf Hoppe begann seinen Rückblick mit einem Blick auf die große weite Welt und fasste zusammen: „Das politische Umfeld war 2016 äußerst unfreundlich. Die Anzahl der ‚Pulverfässer‘ hat zugenommen, und die ‚Lunten‘ sind immer kürzer geworden.“

Das wirtschaftliche Umfeld sei dagegen insgesamt wie besonders in der Bauwirtschaft „äußerst freundlich“ gewesen. Hoppe zitierte aus einer Branchenzeitschrift, das Jahr sei super gelaufen. Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen in Deutschland und Europa habe zugenommen, die Zahl der Fenster und Außentüren bzw. der Innentüren sei in Deutschland um je zirka vier Prozent beziehungsweise 2,6 Prozent gestiegen. Und die Zahl der Baugenehmigungen von Januar bis September habe 24 Prozent über der des Vorjahreszeitraums gelegen.

Sonntagsarbeit in größerem Ausmaß

Auch wenn man an eine Genehmigung keinen Griff montieren kann, nicht alle genehmigten Wohnungen auch gebaut werden, war das Fazit des Unternehmers: „Das Umfeld Bauwirtschaft ist grundsätzlich positiv, und die Perspektive ist mittelfristig ebenfalls positiv.“

Die Auftragseingänge bei HOPPE in diesem Jahr hätten diesen positiven Trend widergespiegelt. Im Stadtallendorfer Werk laufe es gut. Derzeit werde eine weitere „Spur“ der „Autobahn“ aufgebaut, sprich eine weitere Fertigungsstraße, auf der Edelstahl-Beschläge hochautomatisiert hergestellt würden.

Dieser Aufbau sei nötig, um den steigenden Bedarf vom Markt befriedigen zu können. Im Werk in Bromskirchen sei besonders die Nachfrage nach den sogenannten Secustik-Fenstergriffen, die mit einem patentierten Sperrmechanismus gegen unbefugtes Verschieben des Fensterbeschlags von außen ausgestattet sind, sehr hoch.

Das habe Sonntagsarbeit in größerem Ausmaß in diesem Bereich zur Folge gehabt. Während im Stadtallendorfer Werk keine Verlagerungen mehr geplant seien, stünden noch einige Verlagerungen zur Optimierung der Produktion von Bromskirchen ins Schwesterwerk in Crottendorf in den ersten Monaten des neuen Jahres an.

Mitarbeiterzahl ist gestiegen

Die Gesamtleistung der HOPPE AG, Stadtallendorf, habe sich um 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 189 Millionen Euro erhöht, die der HOPPE-Gruppe um sechs Prozent auf 265 Millionen Euro.

Die in der deutschen AG um 70 Personen gegenüber dem Jahresbeginn auf 1590 und in der HOPPE-Gruppe um 140 auf 2884 gestiegene Mitarbeiterzahl sei auf den vorübergehenden Mehrbedarf beim Aufbau der neuen Strukturen im Zusammenhang mit dem Strategieprojekt zurückzuführen, erläuterte Wolf Hoppe.

Zufrieden schaute er auf die Sozialbilanz des Unternehmens. Insgesamt seien intern (Hilfe in Notfällen, Ausschüttungen an Rentner und Jubilare) und extern (Spenden) insgesamt rund 643000 Euro aufgewendet worden.

Als Ehrengast war Bürgermeister a.D. Bernd Reinhold eingeladen. Er hatte die Ansiedlung von HOPPE in Crottendorf von Anfang an unterstützt. Bei der anschließenden Ehrung ging Wolf Hoppe auf die hohe Zahl der Jubilare auch in Hessen ein. Die erkläre sich mit der erhöhten Nachfrage nach HOPPE-Produkten nach dem Fall der Mauer. Ein neuer Markt mit einem großen Nachholbedarf sei zu den bisherigen Märkten dazugekommen. Das habe bedeutet, dass auch in den hessischen Standorten mehr Mitarbeiter nötig geworden seien, damit eben diese erhöhte Nachfrage habe gedeckt werden können.

von Anna Ntemiris

 
Jubilare

25-jähriges Jubiläum feierten folgende Mitarbeiter:

Olcay Akarcay, Stadtallendorf; Stefan App, Kirchhain; Ahmet Avan, Stadtallendorf; Susanne Buschmann, Marburg; Heiko Daub, Rauschenberg; Sandra Daub, Rauschenberg; Manfred Dehnert, Stadtallendorf; Frank Dornhöfer, Stadtallendorf; Ilona Essmann, Kirchhain; Melanie Föth, Amöneburg; Stefan Frömel, Schwalmstadt; Volker Gade, Wohratal; Ralf Graumann, Velbert; Heiko Harf, Stadtallendorf; Dirk Helwig, Schwalmstadt; Peter Hofmann, Amöneburg; Claudia Hoos, Schwalmstadt; Marion Hoyer, Stadtallendorf; Dirk Jäckel, Wasenberg; Peter Kläs, Kirchhain; Ingrid Klein, Neustadt; Mark Krupa, Schwalmstadt; Frank Kuhn, Neustadt; Tanja Lauer-Nau, Stadtallendorf; Frank Linker, Stadtallendorf; Manfred Ludwig, Weimar; Andreas Markus, Stadtallendorf; Kerstin Mohr, Stadtallendorf; Steffen Möller, Kirtorf; Reinhard Müller, Gemünden; Dr. Ute Müller-Ludolph, Ebsdorfergrund; Peter Nipshagen, Heiligenhaus; Stephanie Platte, Hallenberg; Olaf Richter, Dröbischau; Michael Roth, Willingshausen; Zekeriya Sarikaya, Stadtallendorf; Anneliese Schmidl, Stadtallendorf; Viktor Schmidt, Schwalmstadt; Karl-Heinz Schröder, Stadtallendorf; Walter Schug, Kirchhain; Michael Seckinger Laubach; Udo Sprenger Rauschenberg; Ferhat Uysal, Stadtallendorf; Klaus Wagner, Neustadt; Gottfried Walach, Kirchhain; Jakow Walder, Stadtallendorf; Wolfgang Weitzel, Stadtallendorf; Hedwig Wysocki, Stadtallendorf; Nihat Yalcin, Stadtallendorf; Martin Ziegler, Stadtallendorf.

40-jähriges Jubiläum feierten folgende Frauen und Männer:

Karin Bornträger, Amöneburg; Theo Emmerich, Marburg; Christian Henkel, Rauschenberg; Walter Horner, Stadtallendorf; Alfred Mönninger, Stadtallendorf; Heinrich Ochs, Schrecksbach; Dagmar Pohlers, Kirchhain; Karl-Heinz Schreiner, Neustadt; Halil-Ibrahim Tuerkdoenmez, Stadtallendorf.

 
HINTERGRUND

Die HOPPE-Gruppe ist europaweit Marktführer in der Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Beschlagsystemen für Türen und Fenster. Das 1952 gegründete Familienunternehmen mit Sitz in der Schweiz beschäftigt weltweit 2884 Mitarbeiter. Es wird von Wolf Hoppe und Christoph Hoppe in der zweiten Generation geführt. Zur deutschen Tochter der HOPPE-Gruppe, mit der Hauptverwaltung in Stadtallendorf, gehören die Werke in Stadtallendorf, Bromskirchen und Crottendorf.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr