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Banken-Fusion in Planung

VR Bank / Volksbank Banken-Fusion in Planung

Kunden und Mitarbeiter der VR Bank HessenLand könnten im nächsten Jahr zur Volksbank Mittelhessen gehören. Die Vorstände beider Kreditinstitute streben eine „intensivere Zusammenarbeit“ an. Gemeint ist eine Fusion.

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Die VR Bank HessenLand könnte im nächsten Jahr Teil der Volksbank Mittelhessen werden.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Dass die Volksbank Mittelhessen für Fusionen bereit steht, war bislang kein Geheimnis. Überraschend kam allerdings am Mittwoch die Mitteilung über laufende Sondierungsgespräche. Die VR Bank HessenLand und die Volksbank Mittelhessen kooperieren bereits seit Jahren in einzelnen Teilbereichen, wie zum Beispiel dem Zahlungsverkehr und der Finanzierung regenerativer Energien in der Region, teilten beide Kreditinstitute mit.

Eine engere Kooperation sei nun sinnvoll. „Vor dem Hintergrund steigender regulatorischer Anforderungen sowie intensiven Wettbewerbs im Bankenmarkt und angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase steht der gesamte Finanzdienstleistungssektor langfristig vor einer Konsolidierung“, teilte die Volksbank Mittelhessen mit, die ihren Sitz in Gießen hat.

Ihr Geschäftsgebiet überschneidet sich im Landkreis sowie in Homberg/Ohm zum Teil mit dem der VR Bank HessenLand, die ihren Sitz in Alsfeld hat. Nun könnte der größere Partner – die Volksbank Mittelhessen zählt mit einer Bilanzsumme von rund 6,5 Milliarden Euro zu den größten Kreditgenossenschaften Deutschlands – weiter wachsen. Sie hat der VR Bank Angebote zur Übernahme unterbreitet, die der Vorstand befürwortet.

„Die Gespräche laufen sehr gut und äußerst vertrauensvoll. In guter Nachbarschaft kennt und schätzt man sich und begegnet sich auf Augenhöhe“, sagte Dr. Peter Hanker, Vorstandssprecher der Volksbank Mittelhessen. Insbesondere in der Finanzierung im Bereich der Energiewende seien die Kollegen aus Alsfeld verdienstvoll tätig gewesen.

VR-Aufsichtsrat hat noch nicht zugestimmt

Der Vorsitzende der VR Bank HessenLand, Helmut Euler, äußerte sich ähnlich positiv über die Sondierungsgespräche. Die Bank sei zwar der kleinere Partner, habe aber eine gute Ausgangslage. Auf das zu Ende gehende Geschäftsjahr 2014 blicke der Vorstand mit großer Zufriedenheit. Es zeichne sich erneut ein überdurchschnittliches Wachstum im Kundengeschäft bei einer guten Ertragslage ab. Das Kreditwachstum beträgt in diesem Jahr 7,2 Prozent, teilte die VR Bank auf Nachfrage der OP mit.

Nach OP-Informationen hat offenbar der Aufsichtsrat der VR Bank noch kein grünes Licht für eine Fusion gegeben. Offiziell gibt es noch keinen Zeitplan für die weitere Abwicklung, da keiner der Vorstände das Wort „Fusion“ in den Mund nimmt. Die nächste Hauptversammlung der Volksbank Mittelhessen findet am 29. April 2015 statt. Dieses Datum könnte daher als eine „Frist“ in Frage kommen. Sollte die „intensivere Zusammenarbeit“ am Ende in eine Fusion münden, könnte der bislang vierköpfige Vorstand der Volksbank Mittelhessen um weitere drei Mitglieder erweitert werden – die Kollegen der VR Bank kämen hinzu.

In Orten wie Kirchhain, Stadtallendorf, Cölbe oder Homberg/Ohm, in dem beide Genossenschaftsbanken Filialen haben, würde jeweils eine geschlossen werden. Allerdings würde die Volksbank Mittelhessen die Mitarbeiter übernehmen. Eine Bestandsgarantie sei Teil der laufenden Gespräche, bestätigte der Vorstandssprecher. „Wir wollen den ländlichen Raum stärken“, so Hanker.

von Anna Ntemiris

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