Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Bank zahlt sechs Prozent Dividende

Generalversammlung der Raiffeisenbank eG Bank zahlt sechs Prozent Dividende

Die einzige selbstständige Kreditgenossenschaft im Altkreis Marburg präsentierte bei der Generalversammlung eine um 15 Millionen Euro gesteigerte Bilanzsumme.

Voriger Artikel
Familienspaß im Schwanhof
Nächster Artikel
Auf Biegen und Brechen

Die Raiffeisenbank eG präsentiert bei der Generalversammlung positive Zahlen in schwierigem Marktumfeld.

Quelle: Martina Becker

Roth. „Ich wünsche der Bank weiterhin die Eigenständigkeit“, sagte Aufsichtsratsmitglied Heinrich Schneider zum Abschied aus seinem Amt. 24 Jahre lang hatte er diese ehrenamtliche Aufgabe inne. Dass sein Wunsch jedes Jahr aufs Neue eine ambitionierte Herausforderung für eine „kleine“ Bank ist, das konnte wohl kaum einer der 161 im Saal befindlichen Genossen besser einschätzen.

Bankvorstand Friedhelm Kemper sprach von „getriebenen Genossen“. Die ständig zunehmenden Regularien und die niedrigen Zinsen trieben die Genossenschaftsbanken in die Fusion, warnte der Vorstandsvorsitzende bei der Generalversammlung der Raiffeisenbank im Bürgerhaus von Roth.

Die Bank, deren Geschäftsgebiet die Gemeinden Ebsdorfergrund, Fronhausen und Teile von Weimar umfasst, zählte im Jahr 2014 mehr als 12.000 Kunden und 4214 Mitglieder. Damit hatte sich die Zahl der Genossen um 114 Teilhaber erhöht.

Eidam freut sich über Wertehaus mit Weitsicht

Wichtig für den Erfolg seien ein zukunftsorientiertes Arbeiten und die Nutzung der eigenen Stärken, meinte der Aufsichtsratsvorsitzende Walter Horn bei seiner Begrüßung. Diesem Kurs sei man mit dem Bau des neuen „Raiffeisenwertehauses“ in Roth gefolgt. Es wurde Mitte November 2014 von den Marktfolge-Abteilungen sowie den Individualkundenbetreuern bezogen.

„Kunden und Mitarbeiter berichten über eine gelungene Investition und begrüßen den Standort an der B-3-Abfahrt Roth“, so Horn. Weimars Bürgermeister Peter Eidam meinte zur Begrüßung, dass das „Wertehaus“ von Weitsicht zeuge und für mehr Präsenz der Bank in der Region zum Wohle der Bürger sorge.

Eine individuelle Beratung sei in der heutigen Zeit ein wichtiges Kriterium für den Erfolg einer Bank. „Alte Muster funktionieren nicht mehr“, sagte Kemper. Er erklärte, dass in den 90er Jahren eine Kapitalverdoppelung in etwa zwölf Jahren erreicht war. Heute sei die Zeit zehnmal so lange.

Wohin mit dem Geld in Zeiten historisch niedriger Zinsen? Für diese Frage wurden die Mitarbeiter der Raiffeisenbank in den vergangenen Jahren besonders geschult. Auch auf das – etwa durch Onlinebanking – veränderte Kundenverhalten müsse man rechtzeitig reagieren, meinte Kemper.

Emmerich sieht gute  Kosten-Nutzen-Quote

Er prognostizierte, dass sich das Bankgeschäft in den kommenden Jahren grundlegend verändern werde. Diese Herausforderungen wolle die Bank beherzt anpacken. „Auch für das Geschäftsjahr 2015 und 2016 erwarten wir einen unverändert harten Wettbewerb im Kundengeschäft“, sagte Kemper. Ein moderates Wachstum des Geschäftsvolumens halte er dennoch für möglich.

Das umfangreiche Zahlenwerk des abgeschlossenen Geschäftsjahres schlüsselte Vorstandskollege Harald Emmerich der Versammlung auf. Die Bilanz sei erfreulich. Emmerich sprach von einer geordneten Vermögenslage. „Wir haben 52 Cent ausgegeben, um einen Euro zu erwirtschaften“, sagte Emmerich, das sei eine gute Quote.

Das betreute Kundenvolumen der Bank lag bei 449 Millionen Euro. Aufgrund des weiterhin niedrigen Zinsniveaus boomte auch die Kreditvergabe: 590 Kredite mit einem Volumen von 40 Millionen Euro wurden neu bewilligt. Wie gut die Bank gewirtschaftet hatte, verdeutlichte die Bilanzsumme. Sie stieg im Vergleich zum vergangenen Jahr um 15 Millionen Euro auf 206,9 Millionen Euro.

„Ära im Aufsichtsrat“ endet nach 24 Jahren

Der Zinsüberschuss lag bei 5,7 Millionen Euro. Die Gewinn- und Verlustrechnung wies einen Bilanzgewinn von 309.630 Euro aus. Dies sei ein Plus von 5000 Euro im Vergleich zum Vorjahr. Davon fließt an die Mitglieder eine Dividende von sechs Prozent – das bestimmte die Versammlung einstimmig.

Norbert Kempf, der Abteilungsleiter des Genossenschaftsverbands, lobte das erfolgreiche Geschäftsjahr der Raiffeisenbank. Auch er sah kritisch in die Zukunft. Die Zunahme der Regularien sowie die Niedrigzinspolitik erschwerten das Erwirtschaften von Erträgen, so seine Meinung.

Er war aber auch gekommen, um das Aufsichtsratsmitglied Heinrich Schneider zu verabschieden. Seit 1991 hatte er dieses Amt ausgefüllt und viel Zeit zum Wohle der Bank investiert. Zum Ende dieser Ära wurde Schneider mit der Ehrennadel in Silber des deutschen Genossenschaftsverbandes ausgezeichnet.

Als Nachfolger wählte die Versammlung Markus Herrmann. Der 42-Jährige wohnt in Niederwalgern und ist von Beruf Diplom-Finanzwirt. Für eine weitere Amtsperiode wiedergewählt wurden die Aufsichtsräte Thilo Finger und Michael Herrmann.

von Martina Becker

Vorstand und Aufsichtsrat mit (von links): Friedhelm Kemper, Walter Horn, Michael Herrmann, Heinrich Schneider, Thilo Finger, Markus Herrmann und Harald Emmerich. Foto: Martina Becker
 
Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr