Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 2 ° Regenschauer

Navigation:
Bäckerei Wagner: Ende des Familienbetriebs

Unternehmen Bäckerei Wagner: Ende des Familienbetriebs

Mit der Schließung der Bäckerei Wagner endet auch eine Ära in Marburg. Die Familie führte das Unternehmen in vierter Generation.

Voriger Artikel
Sahne und Schmand aus Marburg
Nächster Artikel
Deutlich mehr arbeitslose Männer

Die Bäckerei Wagner, die sieben Filialen hatte und mehrere Einrichtungen belieferte, war vor einem Jahr aus der Insolvenz gerettet worden. Nun gibt das Unternehmen seinen Betrieb auf.Archivfoto

Marburg. Schon von Weitem rochen Spaziergänger und Jogger am Lahnufer zwischen Cappel und dem Südbahnhof morgens den Duft von Backwaren. Denn Am Krekel befindet sich die Backstube und der Sitz der Firma Wagner, die sieben Filialen in Marburg hat. Doch das gehört nun der Vergangenheit an: Zum 31. Dezember hat das Unternehmen, das seit 114 Jahren von der Familie Wagner geführt wird, die Schließung bekannt gegeben.

Auf Nachfrage der OP gab das Unternehmen keine Gründe bekannt. Man führe das Wochenende über Gespräche mit Mitarbeitern, hieß es. Im Sommer 2011 hatten die Geschäftsführer, die Brüder Olaf und Michael Wagner, einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Zahlungsschwierigkeiten wurden damals als Grund angegeben. Keine drei Monate später wurde verkündet, dass der Betrieb gerettet sei.

Alle rund 40 Arbeitsplätze in der Produktion und in den Filialen konnten erhalten werden. Der Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Hartmut Mitze erklärte am Wochenende auf Anfrage der OP, dass das Insolvenzverfahren nichts mit der jetzigen Geschäftsaufgabe zu tun habe. Viele kleinere, regionale Bäckereien kämpfen im Wettbewerb mit Discountern, die günstig frische Backwaren anbieten, ums Überleben.

Dickel beliefert nun Krankenhaus und Schule

So schrumpfte die Zahl der Meisterbetriebe innerhalb von 20 Jahren deutschlandweit von 145000 auf rund 26000, erklärt der Zentralverband des Bäckerhandwerks. Dennoch wagen es Bäcker in der Region weiterhin, neue Filialen aufzumachen. Die Bäckerei Dickel aus Nieder-Ofleiden wird die Wagner-Filiale in der Frankfurter Straße übernehmen.

„Wir sind eine kleine Dorfbäckerei mit eigener Backstube“, sagt Inhaber Fridhelm Dickel, der im Landkreis Marburg-Biedenkopf bereits Fuß gefasst hat. In Marburg eröffnet er nun seine zweite Filiale. Zudem übernehme er von Wagner die Belieferung des Diakoniekrankenhauses Wehrda und der Kaufmännischen Schulen in Marburg. Insgesamt drei ehemalige Wagner-Mitarbeiter werde er übernehmen, so Dickel.

Auch er räumt ein, dass der Wettbewerb für Einzelunternehmer in der Branche hart sei. Sein Familienbetrieb setze aufs „ursprüngliche Backen, Holzofenbrot und Sauerteig sind unsere Spezialitäten“.

von Anna Ntemiris

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr