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Azubis sind ein „begehrtes Gut“

Arbeitsmarkt Azubis sind ein „begehrtes Gut“

Der Aufschwung auf 
dem Arbeitsmarkt hält 
im Landkreis weiter an: Zwar hat sich die Bewegung verlangsamt, doch die Zahl der Arbeitslosen ist erneut gesunken.

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Mathias Pratscher absolvierte bei der Justus Becker GmbH zunächst eine Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker – mittlerweile ist der 24-Jährige bereits Meister.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Laut Agentur für Arbeit Marburg ist die Zahl der Arbeitslosen sowohl gegenüber vergangenem März als auch im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen.

Im Landkreis waren im April 5 06 Personen arbeitslos gemeldet, 292 Personen oder 5,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Im Vergleich zum Vormonat gab es 119 oder 2,2 Prozent weniger arbeitslose Menschen. Die Arbeitslosenquote lag bei 4 Prozent – sie ist im langfristigen Vergleich um 0,3 Punkte gesunken.

„Es geht langsam in Richtung drei vor dem Komma“, sagte Breustedt. Der Arbeitsmarkt zeige sich „stabil, aber bewegungsärmer – es gibt nicht mehr so viel rein und raus wie in den Vormonaten“, betonte er. Allerdings verzeichne die Agentur eine „drastische Senkung im Arbeitslosenbestand im SGB III auf 2205 Menschen – das sind 10 Prozent weniger als im Vorjahr.“

Den größten Rückgang gebe es bei den Arbeitslosen, die älter als 55 Jahre sind. Deren Zahl sank binnen Jahresfrist um 111 auf 870 – was einem Rückgang von 11,3 Prozent entspricht. „Das zeigt auch, dass Erfahrung etwas wert ist und dass sie eine Chance haben, unterzukommen“, verdeutlichte Breustedt.

Zahl der Bewerber ist 
um 4,8 Prozent gesunken

Deutlich angestiegen ist indes erneut die Zahl der arbeitslosen Ausländer: 1277 waren im April als arbeitslos registriert – 157 mehr als vor einem Jahr, was einem Plus von 14 Prozent entspricht. „Wesentlicher Faktor dabei sind die Asylzugangsländer, dieser Anstieg war zu erwarten und macht uns nicht übermäßig nervös“, betonte Breustedt.

„Die Zukunft und die Innovationskraft liegt oftmals bei den kleineren Betrieben“, betonte Breustedt. Aus diesem Grund stellte er die aktuellen Arbeitsmarktdaten am Donnerstag auch bei der „Justus Becker GmbH“ in Niederwalgern vor – einem der großen Landmaschinenbetriebe in der Region. Denn gerade solche Betriebe stünden dafür, „dass sie kontinuierlich ausbilden und auch die Weiterentwicklung der jungen Leute unterstützen“, sagte Breustedt.

Der Agenturchef betonte: „Wer an der falschen Ecke spart und die Ausbildung einstellt, der hat sich bei der aktuellen Marktlage selbst ins Knie geschossen.“ Auszubildende würden immer wertvoller – denn ihre Zahl sinke kontinuierlich.

So seien seit Beginn des Berichtsjahrs 1524 Bewerber bei der Agentur gemeldet – was einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um 4,8 Prozent oder 77 Personen entspricht. Gleich­zeitig sei die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen gestiegen: von 1413 im Vorjahr um 0,8 Prozent oder 12 Stellen auf 1425.

Die Erfahrung hat auch schon Geschäftsführer Reiner Becker gemacht: Hätten sich früher die Bewerbungen noch auf dem Schreibtisch gestapelt, so müsse der Betrieb heute um die Auszubildenden werben.

Frühjahrsaufschwung auch bei Langzeitarbeitslosen

„Zwar haben wir derzeit keine akuten Probleme auf dem Arbeitsmarkt“, sagte Breustedt. Doch spiele die Qualifikation eine wesentliche Rolle. Bei der Nachqualifizierung könne die Arbeitsagentur behilflich sein, „aber es ist schon wesentlich besser, wenn die Qualifikation im Betrieb erworben wird“.

Die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB II beim Kreisjobcenter (KJC) im Landkreis ist im Vergleich zum Vormonat wieder leicht angestiegen. Demnach sind insgesamt 3001 erwerbsfähige Leistungsberechtigte als arbeitslos registriert.

Im Vergleich zum Vormonat März ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen um 40 Personen oder 1,4 Prozent leicht angestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Zahl indes um 46 Personen gesunken – das entspricht 1,5 Prozent. Die Quote der arbeitslosen Grundsicherungsempfänger an den zivilen Erwerbspersonen liegt weiter bei 2,3 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Quote noch bei 2,4 Prozent.

Der Frühjahrsaufschwung hat die Arbeitslosigkeit im Landkreis auf den niedrigsten April-Wert seit Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 gedrückt. „Die guten Nachrichten vom regionalen Arbeitsmarkt halten an.

Mehr Menschen auf staatliche Unterstützung angewiesen

Der langfristige Rückgang zeigt, dass die Unternehmen eine gute Auftragslage haben und verstärkt Arbeitskräfte suchen. Der Landkreis als Partner der Wirtschaft wird weiter seinen Beitrag dazu leisten, dass die Wirtschaft die passend qualifizierten Mitarbeiter findet“, sagte Landrätin Kirsten Fründt.

Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften ist im April erneut angestiegen, sodass mehr Menschen im Landkreis auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. Im Vergleich zum Vormonat erhöhte sich die Zahl der Bedarfsgemeinschaften um 74 auf insgesamt 6446. Das ist ein Anstieg um 1,2 Prozent. Verglichen mit dem Vorjahresmonat bedeutet dies einen Anstieg um 31 Bedarfsgemeinschaften oder 0,5 Prozent.

Bei den erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ist im Vergleich zum Vormonat nahezu keine Veränderung zu verzeichnen – die Zahl sank um lediglich drei Personen im Vergleich zum Vormonat. Im langfristigen Vergleich liegt die Zahl um 0,7 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Dies entspricht einem Rückgang um 57 Personen.

von Andreas Schmidt

 
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