Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Azubi-Übernahme mit Hindernissen

UKGM Azubi-Übernahme mit Hindernissen

Am Standort Marburg des UKGM wurden in diesem Jahr alle Auszubildenden übernommen – dennoch habe es im Vorfeld Diskussionen gegeben, moniert der Betriebsrat.

Voriger Artikel
Konjunktur trübt sich langsam ein
Nächster Artikel
Fleisch gehört für viele einfach dazu

Am UKGM wurden dieses Jahr 29 Azubis übernommen – laut UKGM alle, die sich beworben hatten. Der Betriebsrat sagt jedoch, dass es trotz Jobzusagen zu Diskussionen gekommen sei.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Durch die Personalsituation, die wir hier am UKGM haben, ist die Ausbildungsqualität nicht mehr so gut, wie sie eigentlich sein sollte“, sagt Tobias Fischer, Vorsitzender der Jugend- und Auszubildendenvertretung des Betriebsrats. Denn die Personaldecke sei so dünn, „dass es zum Teil nicht mehr genug Fachkräfte gibt, die die Auszubildenden anleiten können“.

Letztendlich seien alle Azubis übernommen worden, „die hier am Standort Marburg bleiben wollten“, sagt Fischer. Allerdings sei es „erneut ein Ringen bis kurz vor knapp“ gewesen – vor allem für sechs Azubis.
„Allen Auszubildenden wurde eine mündliche Zusage gemacht, dass sie übernommen werden können“, erläutert Fischer. „Allerdings haben sechs Azubis eine Woche vor Ausbildungsende mitgeteilt bekommen, dass sie doch nicht übernommen werden – und das, obwohl man ihnen vorher zu 200 Prozent Stellen zugesagt hatte.“

Für die betroffenen sechs Auszubildenden sei die Situation allerdings „äußerst schwierig“ gewesen: Sie konnten sich beispielsweise nicht fristgerecht bei der Arbeitsagentur als arbeitssuchend registrieren, was ihnen eine Sperre eingebracht hätte. Außerdem hätten sie ja beispielsweise auch Mietverträge unterschrieben und vorherige Stellenzusagen zurückgenommen, „weil man ihnen vorher mündlich versichert hat, ihre Jobs seien sicher“, erläutert Fischer.

29 Auszubildende wollten gerne am UKGM bleiben

Als Begründung, warum sie nicht übernommen werden sollten, habe man den Azubis gesagt, für die Jobs bräuchte man „fachweitergebildetes Personal“ – „und das hat man ihnen einen Tag vor dem mündlichen Examen mitgeteilt – das ist eine Frechheit“, findet Fischer. Das wollte sich der Jugendvertreter nicht gefallen lassen, daher habe er mit dem kaufmännischen Direktor Dr. Gunther K. Weiß das Gespräch gesucht, „um schnellstmöglich eine Klärung zu schaffen“. Im Endeffekt wurden also auch die sechs jungen Leute übernommen.

Zum Oktober 2015 haben laut Mitteilung des UKGM 37 Auszubildende in der Krankenpflege und Kinderkrankenpflege ihr Examen bestanden. „Davon hatten sich 29 für eine Weiterbeschäftigung im UKGM beworben. Alle 29 sind übernommen worden“, teilt Christine Bode, Pressesprecherin des UKGM, auf Anfrage der OP mit.

Allerdings seien die Stellen „nicht on Top gekommen: Die Stellen waren wirklich frei, es war kein Sondergeschenk der Geschäftsführung, um den Stellenplan aufzupushen“, verdeutlicht Tobias Fischer. Die Aussage, dass eine Übernahme bei sechs Auszubildenden verweigert wurde, da nur fachweitergebildetes Personal benötigt würde, könne das UKGM indes nicht bestätigen.

„Bei der großen Anzahl von Einstellungen, die es in den letzten Jahren in dieser Größenordnung nicht gegeben hat, muss immer wieder ein Abgleich mit dem aktuellen Bedarf erfolgen“, erläuterte die UKGM-Pressesprecherin. Dies habe „zu einer verzögerten Einstellung einiger weniger Auszubildender“ geführt.

von Andreas Schmidt

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr