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„Er zeigt uns, dass er es wirklich schaffen will“

„Wirtschaft integriert“ „Er zeigt uns, dass er es wirklich schaffen will“

Es ist ein gelungenes 
Beispiel beruflicher Integration: Nach dem Durchlaufen mehrerer Fördermodule hat der 24-jährige Karam Tezeni im August seine Ausbildung im Autohaus Gnau begonnen.

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Der Syrer Karam Tezeni (von links) absolviert seine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker im Autohaus Gnau. Geschäftsführer Stefan Gnau und Ausbildungsleiter Dieter Löchel schauen ihm bei der Arbeit an einer Bremsanlage zu.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Innerhalb von dreieinhalb Jahren wird der junge Syrer das Handwerk des Kfz-Mechatronikers erlernen und kann sich während der gesamten Dauer seiner Ausbildung auf eine umfangreiche Unterstützung des Bildungswerks der hessischen Wirtschaft verlassen. In seiner neuen Heimat wurde so ein solider Grundstein für eine gute berufliche Zukunft gelegt.

Dass der erfolgreiche Ausbildungsbeginn geklappt hat, ist letztendlich der gelungenen Zusammenarbeit von verschiedenen Akteuren und insbesondere dem Ausbildungsbetrieb zu verdanken.

Stefan Gnau liegt die Förderung des Nachwuchses besonders am Herzen, und er hat in Tezeni einen Auszubildenden gefunden, auf den er große Stücke hält. „Karam kann auf jeden Fall die Ausbildung schaffen. Natürlich hat er sprachliche Hindernisse zu überwinden, aber er zeigt uns, dass er es wirklich schaffen will.“ Auch Ausbildungsleiter Dieter Löchel ist von Tezeni begeistert und erklärt, dass der Auszubildende sich gut im Unternehmen integriert hat und mit viel Elan seinen Tätigkeiten nachgeht.

Den erhöhten Sprachförderbedarf deckt das Bildungswerk mit Begleitangeboten ab. Neben dem regulären Berufsschulunterricht besuchen die Teilnehmer des Projekts zusätzlichen Stützunterricht, der ihnen die nötigen Sprachkompetenzen vermittelt. Selva Süseli, Projektleiterin und pädagogische Mitarbeiterin des Bildungswerks, erklärt, dass sich Karam Tezeni von Anfang an als hochmotiviert und freundlich gezeigt hat. „Durch seine Berufserfahrung in der Wartung von Schiffsmotoren kam er mit soliden Fachkenntnissen nach Deutschland. Das Engagement des Betriebs hat ihn zusätzlich in seinem Ausbildungswunsch bestärkt.“

Teilnehmer erhalten gezielte Sprachförderung

Tezeni selbst zeigt sich sehr dankbar und erklärt: „Ich habe hier sehr gute Ausbilder, die mich auch bei Problemen immer unterstützen. Außerdem gibt es unter den Kollegen ein sehr gutes Verhältnis.“

Das Konzept des Hessischen Wirtschaftsministeriums, des Bildungswerks der hessischen Wirtschaft sowie der Jobcenter und der Agenturen für Arbeit gliedert sich in drei Bausteine. Zunächst durchlaufen die Teilnehmer eine Berufsorientierung, bei der sie mindestens drei Berufsfelder in Bildungszentren des Handwerks kennenlernen und Kompetenzen festgestellt werden. In der folgenden Einstiegsqualifizierung sammeln sie erste Erfahrungen in einem Unternehmen als Vorbereitung auf eine mögliche Ausbildung. Dabei werden sie an eineinhalb Tagen pro Woche gezielt gefördert, erhalten Stütz- und Förderunterricht. Während der Ausbildungsbegleitung werden Teilnehmer mit erhöhtem Sprachförderbedarf durch Begleitung, Beratung und Förderung unterstützt. Das Projekt findet an Standorten hessenweit statt und ist in seiner Form einmalig in Deutschland.

Tezenis Beispiel zeige mit Bravour, wie erfolgreiche Berufsintegration aussehen könne. Mit der passenden Unterstützung werden ihm die Möglichkeiten gegeben, in Deutschland eine vielversprechende Zukunft aufzubauen. Auch die Verantwortlichen freuen sich über seinen beruflichen Werdegang. „Sein Beispiel kann als Vorbild für andere dienen. Momentan sind noch mehrere Plätze im Projekt frei“, resümiert Süseli.

von Felix Busjaeger

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