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Auspacken, Aufstellenund Stecker in die Dose

Solarstrom Auspacken, Aufstellenund Stecker in die Dose

Das Marburger Unternehmen „Sames Solar“ produziert eine neue Kompaktsolaranlage mit dem Namen „meinen Strom“, die in den Lahnwerkstätten des Lebenshilfewerkes endmontiert wird.

Marburg. Auspacken, aufstellen und Stecker in die Dose, um sofort selbst Strom zu produzieren, so einfach funktioniert die neue Kompaktsolaranlage des Marburger Unternehmens „Sames Solar.“ Entwickelt haben die Anlage Stephan Mourlane und Jojakim Sames. Wie Mourlane beim offiziellen Produktionsstart erläuterte, sei es das Ziel gewesen, eine preiswerte handliche Solaranlage zu produzieren, die überall dort aufgestellt werden könne, wo die Sonne scheine und die nur zwei Quadratmeter Platz braucht. „Meinen Strom“ sei ausschließlich für den Eigenbedarf und nicht für die Einspeisung ins öffentliche Netz gedacht, daher entfalle auch die Verpflichtung, die Solaranlage nach dem Einspeisegesetz auf dem Dach zu montieren. Standorte könnten beispielsweise der Garten, eine Fassade oder der Balkon sein, so Mourlane. Sie koste 699 Euro und sei sicher auch für Mieter interessant.

Zum Aufbau brauche es kein handwerkliches Geschick, so Sames. Mit wenigen Handgriffen sei das Modul einsatzbereit. Es müsse nur der Stecker in die Steckdose gesteckt werden, fertig. Eine Anlage produziere etwa 175 Kilowattstunden im Jahr. Mit zweien könne etwa zehn Prozent des Jahresverbrauchs abgedeckt werden. Und das Besondere sei, dass der Wechselrichter für zwei Module reiche, ein zweites ohne ihn koste dann auch nur 399 Euro.

Wie Mourlane vorrechnete, lohne sich die Anschaffung in jedem Fall. Bei einer Abschreibung über 20 Jahre koste die Kilowattstunde Strom bei einem Modul nur 19, bei zwei 16 Cent. Marburgs Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) verwies darauf, dass die Stadtwerke als günstiger Anbieter derzeit bei 26 Cent lägen. Das innovative Produkt zeige, dass die Photovoltaik den Kinderschuhen entwachsen sei. Zunehmend mehr Menschen würden Anlagen auf ihren Dächern verbauen, und nun könnten noch mehr auf Sonnenenergie setzen und auch kostendeckend Ökostrom produzieren. „Und die Selbstproduktion ist die große Zukunft der Photovoltaikanlagen.“

Besonders schön sei es, dass das Ökologische durch die Endmontage in den Lahnwerkstätten mit dem Sozialen verbunden werde, so Kahle. Laut Auskunft von Gruppenleiter Frank Heck würden ständig zwei bis drei Mitarbeiter damit beschäftigt sein, Module, Schienen und Wechselrichter zusammenzufügen und das fertige Produkt zu verpacken.

Das Produkt ist im Internet unter www.meinenstrom.de erhältlich. Dort gibt es auch weitere Informationen.

von Heiko Krause

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