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Ausbildung lohnt sich immer

Arbeitslosigkeit Ausbildung lohnt sich immer

Ein neues Projekt soll Arbeitslosen bei der Jobsuche helfen und der Wirtschaft unter die Arme greifen. Partner ist dabei das C+P Bildungszentrum in Breidenbach.

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Peter Schmidt bedient eine Fräsmaschine. Ursprünglich hat er den Beruf des Zimmermanns gelernt. Foto: Valentin

Quelle: Sascha Valentin

Breidenbach. Eine Ausbildung lohnt sich nicht nur direkt im Anschluss an die Schullaufbahn. Auch wer später noch einmal umlernt oder eine Lehre beginnt, kann dadurch seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen. Um solchen „Spätstartern“ den Einstieg in den Beruf zu erleichtern, riefen das Bundesarbeitsministerium und die Agentur für Arbeit die Initiative „AusBildung wird was“ ins Leben. Partner in der Region ist das C+P Bildungszentrum in Breidenbach. Das Projekt richtet sich an Arbeitslose und Beschäftigte ohne Berufsabschluss im Alter zwischen 25 und 35 Jahren. Deren Anteil an den 1576 Arbeitslosen im Landkreis Marburg-Biedenkopf liegt bei über einem Drittel, sagt Volker Breustedt, Leiter der Marburger Agentur für Arbeit. „Hessenweit haben sogar die Hälfte aller Arbeitslosen keine abgeschlossene Berufsausbildung“, ergänzt er.

Die Initiative, die über drei Jahre läuft, will aber nicht nur den Betroffenen eine Chance bieten, sondern greift gleichzeitig auch der Wirtschaft unter die Arme. Denn trotz Arbeitslosigkeit mangele es schon jetzt in vielen Bereichen der Industrie und im Handwerk an Fachkräften, erklärt Breustedt. Die Initiative versuche nun, beides in Einklang zu bringen.

Einen starken Partner habe die heimische Agentur dabei im C+P Bildungszentrum in Breidenbach gefunden, so der Leiter weiter. Immerhin handelt es sich dabei um den größten Ausbildungsverbund Hessens. Hier absolvieren aktuell sechs junge Erwachsene eine Umschulung beziehungsweise Erstausbildung zum Zerspanungs- oder Industriemechaniker. Einer von ihnen ist der 31-jährige Christian Conrad aus Silberg. Nachdem die Stellen reduziert wurden, fand der ausgebildete Forstwirt in seinem erlernten Beruf keine Arbeit mehr. „Für mich ist das eine Chance für die Zukunft - zumal es in unserer Region ja sehr viel metallverarbeitende Betriebe gibt“, sagt Conrad. Auch Martin Ebener aus Gladenbach verspricht sich von der Umschulung neue Impulse für seine berufliche Karriere. Ursprünglich hatte der 31-Jährige den Beruf des Siebdruckers gelernt, darin aber nie eine Anstellung gefunden. „Es ist definitiv ein Sprungbrett, um auch einmal weiter schauen zu können“, sagt Peter Schmidt (29) aus Holzhausen. Der gelernte Zimmermann war zuletzt im Flugzeugküchenbau beschäftigt und lernt nun zum Zerspanungsmechaniker um. Für die Betroffenen bedeute eine Umschulung zwar eine Umstellung, sagt Bernd Feige, Geschäftsführer der C+P Bildung GmbH. Aber sie biete auch die Möglichkeit, das eigene Leben in neue Bahnen zu lenken. Das Bildungszentrum biete dabei beste Voraussetzungen. „Im Sommer hatten wir drei Prüflinge, die alle mit der Note „sehr gut“ abgeschlossen haben“, so Feige. Neben finanzieller Unterstützung bietet die Initiative den Teilnehmern auch die Möglichkeit, die Ausbildungszeit für den neuen Beruf zu verkürzen. Im Regelfall dauert die Ausbildung 28 Monate. „Bei besonderen Leistungen kann diese Dauer um vier Monate verkürzt werden“, sagt Feige.

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