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Ausbildung geht auch halbtags

Altenpflege Ausbildung geht auch halbtags

Sie sind keine üblichen Azubis: Sie lernen und ­arbeiten nur halbtags, sie sind Mütter und sie sind sich jetzt schon sicher, dass sie am Ende ihrer Ausbildung eine Stelle ­finden werden.

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Dozentin Kornelia Heinze (vorne, rechts) mit ihren Schülerinnen der Klasse „M59“. Die Frauen absolvieren in Teilzeit eine Ausbildung zur Altenpflegefachkraft oder -hilfskraft.Foto: Anna Ntemiris

Marburg. Maria Strerath hätte nie gedacht, dass sie einmal in der Altenpflege arbeiten wird. Die 31-jährige Mutter eines zwölfjährigen Kindes macht derzeit eine Ausbildung zur Altenpflegefachkraft. Das Kreisjobcenter finanziert ihren Lehrgang bei der Altenpflegeschule der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Das Besondere an dieser Ausbildung: Junge Mütter wie Maria Strerath können die Lehre in Teilzeit ausüben.

„Das ist richtig gut“, sagt sie. Einziger Nachteil: Viele ihrer Mitschüler seien längst mit der Ausbildung fertig, sie kann erst im nächsten Jahr in den regulären Arbeitsmarkt. „Die Vorteile überwiegen“, sagt die Auszubildende Elena Riesen.

Lange Fahrt fürTeilzeitausbildung

Wer ein Kind habe, könne nun mal nicht so einfach im Schichtdienst voll arbeiten und die Ausbildung so schnell absolvieren. Die Ausbildung zur Altenpflegekraft dauert bei der AWO viereinhalb statt drei Jahre, die zur Altenpflege-Hilfskraft 17 statt 12 Monate, erläutert die AWO-Dozentin Kornelia Heinze.

Der Teilzeit-Kurs ist beliebt, die Teilnehmerinnen kommen auch aus anderen Landkreisen eigens für den Unterricht nach Marburg. Janine Bürger (26) pendelt regelmäßig aus der Region Winterberg nach Marburg. Sie ist beim DRK-Krankenhaus in Winterberg angestellt und weiß, dass sie dort nach ihrem Examen weiter arbeiten könnte. Auch die anderen Teilnehmerinnen haben längst einen Jobangebot in der Tasche.

Die meisten berichten, dass sie zwischen mehreren Angeboten wählen könnten. Auch die älteren Teilnehmerinnen, die schon andere Ausbildungen abgeschlossen haben, kennen ihre künftigen Arbeitgeber bereits.„Die demografische Entwicklung ist der Grund. Fachkräfte werden dringend benötigt“, sagt Liudmilla Fahrenbruch. Sie hat im Kurs ein Referat zu diesem Thema vorbereitet.

Die Statistiken sind den Frauen bekannt. Was den Finanz- und Gesundheitspolitikern Sorgen bereitet, ist für die angehenden Altenpflegerinnen kein Problem: Das sei nunmal so, dass es immer mehr alte Menschen gebe. Berührungsängste haben die jungen Mütter nicht, im Gegenteil. „Die Menschen im Heim schätzen es, wenn man menschlich zu ihnen ist - ob jemand Auszubildende ist oder nicht spielt nicht so eine große Rolle“, sagt eine junge Frau. Sie berichtet, dass sie ab und an auch ihr Kind ins Heim mitbringt. Die Bewohner seien begeistert.

„Die Auszubildenden können ihr Kind auch mal mit in die Schule bringen, wenn es nicht anders geht. Damit können wir umgehen“, sagt die Dozentin.

Der Teilzeit-Kurs sei aber nicht nur für junge Mütter oder Väter geeignet, sondern auch für ­diejenigen, die aufgrund familiärer Bedingungen nicht so viel Zeit haben oder für diejenigen, die mehr Zeit zum Lernen brauchen.

Der nächste Teilzeit-Kurs der AWO-Pflegeschule startet am 1. Juni. Anmeldungen sind ab sofort möglich, nähere Informationen bei der AWO in der Neuen Kasseler Straße in Marburg unter Telefon 06421/6900080. Laut AWO gibt es diesen Teilzeit-Kurs im Landkreis nur dort. Das Kreisjobcenter fördert diese Ausbildung. Auch dort gibt es nähere Auskünfte.von Anna Ntemiris

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