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Aus Kollegen werden Genossen

Solar-Wagner Aus Kollegen werden Genossen

Sie rechnen, analysieren, kontaktieren Partner, Banken und Kunden und erarbeiten eine Satzung: Mitarbeiter der Firma Wagner wollen den Solarpionier aus Cölbe retten, indem sie eine Genossenschaft gründen.

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Die Gebäude der Firma Wagner Solar in Cölbe von oben – am Samstag aus dem Heißluftballon aus fotografiert. Mitarbeiter wollen die Firma retten.

Quelle: Thorsten Richter

Cölbe. Noch im nächsten Monat soll es losgehen: Die Mitarbeiterinitiative des Solarunternehmens Wagner kommt nach eigenen Angaben mit ihren Planungen zur Übernahme der Firma voran. Am Dienstagabend trafen sich 25 Mitglieder der Initiative, um die Gründung einer Genossenschaft vorzubereiten.

Es geht um Themen wie die Erstellung eines Business Plans, die Eröffnung eines Treuhandkontos oder die Satzung der künftigen Genossenschaft, erklärte Kai Sander, der als Entwicklungsingenieur bei Wagner beschäftigt ist und zu den Sprechern der Gruppe gehört. Man nehme auch Kontakt zu anderen Genossenschaften und Verbänden auf, um sich Hilfe zu holen oder über Risiken und Möglichkeiten zu informieren.

Ohne Geld helfen auch die besten Kontakte nichts

So wollen sich die Cölber zum Beispiel bei der Genossenschaft erkundigen, die „Hess Natur“ in Butzbach übernehmen wollte. In Marburgs jüngster Vergangenheit gibt es ein erfolgreiches Beispiel für ein genossenschaftlich organisiertes Unternehmen: Die Marburger Molkerei. Auch dort könnte man nachfragen, so Sander.

Externe Unternehmensberater wollen die Cölber zunächst nicht engagieren, damit habe man in der Vergangenheit keine gute Erfahrung gemacht.

Eine weitere Gruppe kümmert sich um das nötige Eigenkapital. Ohne Geld helfen auch die besten Kontakte und Konzepte nichts, wissen die Mitarbeiter. Ihr Arbeitgeber hatte vor zirka einem Monat Insolvenz angemeldet.

Ziel: eine schnelle Übernahme

Die jetzige Initiative mit dem Titel „Wir wenden weiter“ rechnet mit einer breiten Beteiligung und „ist frohen Mutes“, dass die Übernahme gelingt. Auch Kunden und ehemalige Kollegen seien im Boot, um das Unternehmen vor der Pleite zu retten, so Sander. Die Geschäftsführung und der vorläufige Insolvenzverwalter kommentieren die Pläne nicht. Sander erklärt, dass alle informiert seien, aber die Initiative noch keine offizielle Unterlagen an den Insolvenzverwalter ausgehändigt hat, der nach Investoren sucht. Fest stehe, dass die Genossenschaft an den Standbeinen Solarwärme, Heiztechnik und Photovoltaik festhalten werde.

Das nächste Treffen findet am Montag statt, weitere Mitstreiter, die sich finanziell an der Genossenschaft beteiligen wollen, werden gesucht, so Sander. Ziel sei, so schnell wie möglich die Firma zu übernehmen und die beiden Standorte in Kirchhain und Cölbe mit rund 100 Arbeitsplätzen zu erhalten.

von Anna Ntemiris

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