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Auftragslage dämpft positive Stimmung

Metall- und Elektrobetriebe Auftragslage dämpft positive Stimmung

Trotz politischer Herausforderungen ist die heimische Metall- und Elektroindustrie positiv gestimmt – das ergab die Konjunkturbefragung unter 125 Mitgliedsbetrieben von Hessenmetall Mittelhessen.

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Die mittelhessische Metallbranche bewertet ihre aktuelle Wirtschaftslage überwiegend positiv – auch, wenn die Exporte weiter rückläufig sind.

Quelle: Jan Woitas / dpa

Gießen. „Gerade vor dem Hintergrund der wirtschaftspolitischen Herausforderungen im In- und Ausland bewerten die heimischen M+E-Unternehmen die aktuelle Wirtschaftslage überraschend positiv“, sagte Stefan Weber, Vorsitzender der Bezirksgruppe Mittelhessen, bei der Vorstellung der Ergebnisse in Gießen.

Ob die Stimmung von guter Dauer sei, müssten jedoch die kommenden Monate zeigen. Denn die Auswirkungen aktueller Entscheidungen wie des Brexits oder der Präsidentenwahl in den USA seien derzeit nur schwer kalkulierbar.

Ihre aktuelle Geschäftslage bewerten die heimischen Betriebe demnach derzeit überwiegend als gut – nahezu 38 Prozent berichten uns von einer sehr guten oder guten Geschäftslage, weitere 52 Prozent sind mit ihren Zahlen zufrieden. Mit Blick auf die Zukunft gehen 74 Prozent von einer vergleichbaren Entwicklung aus, 17,4 Prozent hoffen auf eine leichte Verbesserung. Neun Prozent gehen indes von einer Verschlechterung aus.

Da Auftragseingänge als einer der wichtigsten Zukunftsindikatoren gewertet werden, sei jedoch eine gewisse Vorsicht angebracht. Denn lediglich 14,5 Prozent der Betriebe sprechen von einer guten Lage, 27,5 Prozent vermelden indes zu geringe Aufträge. „Auch wenn der Trend für die kommenden Monate eine Umkehr dieser Verhältnisse in Aussicht stellt, sind hier klare Risiken zu erkennen“, sagte Oliver Rüspeler.

Der Umsatz ist laut Befragung indes bei 29 Prozent der Betriebe angestiegen, bei gut 53 Prozent blieb er stabil. Und im Ausblick rechnen 42 Prozent der befragten Unternehmen mit weiter steigenden Umsätzen, 10 Prozent befürchten eine Verschlechterung. Die Ertragsentwicklung kann damit jedoch nicht Schritt halten. Denn 71 Prozent der Befragten gehen von eher gleichbleibenden Erträgen aus, 17,4 Prozent erwarten eine Verbesserung, 11,6 Prozent befürchten, dass ihr Ertrag sinken wird.

Unternehmen sehen Trendwende bei Export

Deutlich gesunken ist erneut die Exportquote: Betrug diese in 2013 noch 46,2 Prozent, lag sie in diesem Jahr noch bei 42,4 Prozent. Neben dem EU-Raum sind vor allem Asien und Nordamerika die Exportländer. „Bei den wertmäßigen Exporten ist für die vergangenen Monate eine positive Entwicklung zu erkennen, da nur 9,5 Prozent der Unternehmen von rückläufigen Zahlen berichten und mit 17,5 Prozent immerhin jedes sechste Unternehmen das Exportgeschäft weiter ausbauen konnte. Dieser Trend wird in den kommenden Monaten noch an Fahrt aufnehmen“, erläuterte Vorstandsmitglied ­Tobias ­Selzer.

„Investitionsaktivitäten“ lautete die Sonderfrage in diesem Herbst – und die erzeugte laut Vorstandsmitglied Wolfram Kuhn etwa bei der Frage nach der Auslastung der Maschinen „ein heterogenes Bild, da zwar 20 Prozent der Betriebe von einer hohen Auslastung berichten, gleichzeitig aber mit 29 Prozent fast jedes dritte Unternehmen zu geringe Laufzeiten beklagt“.

Als relevante Investitionshemmnisse gaben die Betriebe zu hohen Arbeitskosten und die übermäßige Regulierung durch die Politik ebenso an, wie Fachkräftemangel und hohe Energiekosten. Als Reaktionen auf diese Hemmnisse wurden mit 78 Prozent strukturelle Anpassungen genannt, dann folgte mit 72 Prozent jedoch bereits eine stärkere Investition in ausländische Produktionsstandorte.

„Um eine solch schädliche Entwicklung für den Industriestandort Deutschland langfristig zu stoppen wird die Politik gefordert sein, wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen zu schaffen, die den heimischen Unternehmen wieder mehr internationale Wettbewerbsfähigkeit geben“, so Kuhn.

von Andreas Schmidt

Die Ergebnisse der Konjunkturumfrage stellte die Ortsgruppe Mittelhessen von Hessenmetall vor: Fritz-Georg Rincker (kleines Foto, von links), Oliver Rüspeler, Stefan Weber, Tobias Selzer, Wolfram Kuhn und Dr. Dirk Hohn. Foto: Andreas Schmidt
 
 
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