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Arnulf Preis: „Es geht bereits gut los“

Innungs-Versammlung Arnulf Preis: „Es geht bereits gut los“

Positive Auftragszahlen, Mindestlohn sowie Rechte und Pflichten bei der Urlaubskasse waren Themen der Jahreshauptversammlung der Maler- und Lackierer-Innung.

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Arnulf Preis (links) und Meinhard Moog (rechts) überreichten Friedhelm Fackiner die Ehrenurkunde für sein 40-jähriges Meisterjubiläum.

Quelle: Ina Tannert

Wolfshausen.. Die Mitgliedsbetriebe der Maler- und Lackierer-Innung Marburg sind „gut ausgelastet und zufrieden“, konnte Innungsmeister Arnulf Preis während der Jahreshauptversammlung am Freitag berichten. Nach einer wetterbedingt ungewöhnlich langen, guten Saison 2014 könnten sich die insgesamt 58 Innungsbetriebe derzeit auch über einen positiven Start in den Frühling freuen. „Es geht bereits gut los“, so Preis.

Während das bisherige Großgeschäft rund um die Außendämmung mit rückläufigen Auftragszahlen auffällt, wird die Innendämmung nach wie vor stark nachgefragt. Ungewöhnlich sei derzeit ein steigendes Problem mit Schimmelbildung, entsprechende Aufträge für Sanierungsmaßnahmen würden steigen.

Auch bei der Ausbildung stehe die Innung gut da, die Ausbildungssituation sei nach wie vor stabil, „Nachwuchs suchen wir trotzdem“, sagte Preis. Lob gab es zudem für die Innungsmitglieder, die aktiv in den verschiedenen Ausschüssen tätig seien, „Marburg ist traditionell immer noch gut vertreten“, so der Obermeister.

Meinhard Moog, Geschäftsführer der Kreishandwerker-schaft, warnte die Anwesenden indes vor dem Hintergrund des neuen Mindestlohngesetzes vor nachlässiger Buchführung. Im Rahmen des Gesetzes wurde die Aufzeichnungspflicht der Arbeitgeber über die geleistete Arbeitszeit der Mitarbeiter unter anderem auch auf geringfügig beschäftigte Kräfte ausgeweitet.

Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit müssten genau fest gehalten werden, „nicht die Arbeitnehmer, die Arbeitgeber stehen hier in der Pflicht“, betonte Moog.

Mindestlohn: Mitglieder sollen „up to date“ bleiben

Ab einer bestimmten Vergütung und entsprechend höherem Monatsentgelt bestehe diese Verpflichtung jedoch nicht mehr, die tariflich gebundenen Innungsbetriebe seien daher von der Regelung nicht betroffen, erklärten mehrere Anwesende.

„Unklarheiten und Unsicherheit“ herrsche bei den betrieblichen Kontrollen jedoch immer noch vor. Innungsmeister Preis rief die Anwesenden auf, sich stets „up to date“ über das Mindestlohngesetz zu halten. Auch wenn die Innung „weit über der Lohngrenze“ liege, sollten die Betriebe über aktuelle Entwicklungen Bescheid wissen.

Des Weiteren ehrte die Versammlung den Maler- und Lackierermeister Friedhelm Fackiner aus Wohratal für sein 40-jähriges Meisterjubiläum. Arnulf Preis und Meinhard Moog überreichten dem Jubilar die Ehrenurkunde der Handwerkskammer Kassel.

Über das System und Leistungen der Urlaubs- und Zusatzversorgungskasse, Altersvorsorge und Rentenbeihilfe der Branche informierte Betriebsberater Andreas Hausmann.

Aufgabe der Urlaubskasse ist die Sicherung der Urlaubsansprüche der Arbeitnehmer des Maler- und Lackiererhandwerks, die Zusatzversorgungskasse gewährleistet deren überbetriebliche Altersversorgung. Die Einzahlung ist für alle Betriebe des stark saisonabhängigen Handwerks verpflichtend, gerade bei Sonderregelungen abseits des Bundesurlaubsgesetzes, Mitglieder der Innung genießen einen besonderen Schutz, erklärte der Referent.

Viele Arbeitgeber seien sich ihrer möglichen Rechte und Pflichten nicht in vollem Umfang bewusst, nutzten das System nicht voll aus. Als Beispiel nannte er die witterungsbedingte Kündigung, bei der Ausgleichsbeiträge geltend gemacht werden könnten. In diesem Fall würden betroffene Mitarbeiter außerhalb der Saison nicht beschäftigt, der Arbeitgeber sei jedoch verpflichtet, diese zur neuen Saison wieder einzustellen. Häufig würde jedoch vergessen, die arbeitsfreie Zeit in der Lohnnachweiskarte anzugeben, entsprechende Gelder der Kasse verfielen damit ungenutzt.

„Holen Sie sich das Geld wieder“, so der Referent. Die Beiträge der Arbeitgeber könnten etwa in vollem Umfang erstattet werden, die Betriebe teilweise sogar mehr aus einer Erstattung erhalten als eingezahlt wurde, „aber nur, wenn die Möglichkeiten voll ausgeschöpft werden“, betonte Hausmann und rief die Anwesenden auf, sich verstärkt zu informieren.

Darüber hinaus erinnerte er an die vergangene Tarifänderung bezüglich Urlaubsanspruch. Berechnete sich dieser in der Vergangenheit nach dem Alter der Mitarbeiter, werde der Anspruch seit einigen Jahren nach der Gewerbezugehörigkeit erteilt. Die Übergangsphase ende im kommenden Jahr, „dies muss vom Arbeitgeber geprüft werden“, betonte Hausmann.

von Ina Tannert

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