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Arbeitsmarkt auf „Frühlingskurs“

Bilanz Arbeitsmarkt auf „Frühlingskurs“

Seit 24 Jahren war die Arbeitslosigkeit in Deutschland im März nicht mehr so niedrig wie dieses Jahr: Die Zahl sank im Vergleich zum Februar um 85.000 und liegt nun bei 2,932 Millionen.

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Die Zahl der Arbeitslosen ist im Landkreis erneut leicht gesunken.

Quelle: dpa

Marburg. Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Punkte auf 6,8 Prozent zurück, wie die Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Binnen Jahresfrist verringerte sich die Zahl der Erwerbslosen um 123.000.

Auch in Hessen sank die Zahl der Arbeitslosen erneut: Zum Stichtag waren 184.270 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag berichtete. Das waren 4343 weniger als im Februar und 5451 weniger als im Vorjahresmonat.

Die Arbeitslosenquote sank somit um weitere 0,1 Prozent auf 5,7 Prozent. Trotzdem ist die übliche Frühjahrsbelebung vergleichsweise schwächer ausgefallen: Die milden Temperaturen im Februar hatten bereits zu einer hohen Beschäftigungsrate beigetragen.

Aufschwung geht an einigen vorbei

Ähnlich stellt sich die Situation im Landkreis dar: Dort waren im März 5581 Personen arbeitslos gemeldet, 202 oder 3,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,2 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent. „Die Zahlen sind schon relativ gut“, kommentierte Volker Breustedt, Leiter der Marburger Arbeitsagentur, der den Bestand der Arbeitslosen als „saisonüblich“ bezeichnete.

Allerdings komme der Aufschwung nicht bei allen Gruppen gleich deutlich an: So machten arbeitslose Ausländer derzeit 21,1 Prozent aller Arbeitslosen im Landkreis aus – ihre Zahl ist im Vergleich zum Vorjahresmonat um 156 Personen gestiegen – ein Zuwachs von 15,3 Prozent.

Und mit dem Zuzug von Flüchtlingen werde sich dieser Wert wahrscheinlich auch nicht so schnell verbessern. Allerdings werde man in Kürze gemeinsam mit dem Landkreis ein Projekt auflegen, das sich verstärkt um die Vermittlung von Ausländern in den Arbeitsmarkt kümmern solle.

Jugendliche profitieren besonders deutlich

Gleichzeitig sehe es bei den Jugendlichen unter 25 Jahren deutlich besser aus als im Vorjahr: Waren im Vorjahres-März noch 593 Jugendliche arbeitslos gemeldet, sank deren Zahl binnen Jahresfrist um 54 Personen auf 539 – ein Rückgang um 9,1 Prozent. „Wer einen Jugendlichen hat, lässt ihn nicht mehr weg“, sagte Breustedt.

Abgebaut hat die Agentur indes die Zahl von sogenannten „aktivierenden Maßnahmen“, die dazu dienen, Menschen allgemein wieder fit für den Markt zu machen. Deren Zahl sank im Vergleich zum Vorjahr von 16 oder 18,4 Prozent auf 71. Demgegenüber stiegen die individuellen Weiterbildungen um 39,5 Prozent von 329 auf 459. Denn: „Nur noch aktivieren kann nicht das alleinige Mittel der Wahl sein. Vielmehr spielt die Qualifizierung mittlerweile eine große Rolle“, verdeutlichte der Agenturleiter.

Neu arbeitslos meldeten sich im März 1459 Personen, das waren 197 oder rund 16 Prozent mehr als im Vorjahresmonat und 37 oder 2,5 Prozent weniger als im Februar. Nach vorheriger Erwerbstätigkeit meldeten sich 686 Personen arbeitslos, das waren 142 oder 26,1 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Ausbildungsmarkt auf hohem Niveau

Gleichzeitig haben sich 1529 Personen aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet. Das waren 131 oder 9,4 Prozent mehr als vor einem Jahr und 117 oder 8,3 Prozent mehr als im Februar 2015. Es gibt 1492 gemeldete Bewerber für Berufsausbildungsstellen, das sind 9,3 Prozent oder 127 Jugendliche mehr als vor einem Jahr. Parallel dazu sind bis jetzt 1344 Berufsausbildungsstellen bei der Agentur für Arbeit Marburg gemeldet worden, das sind 7,2 Prozent oder 90 Stellen mehr als ein Jahr zuvor. Zurzeit gibt es 881 nicht versorgte Bewerber und 684 unbesetzte Ausbildungsstellen.

„Wir wollen, dass Ausbildungsinteressierte und Ausbildungsbetriebe sich schnell finden“, so Breustedt. Im Fokus stehe der direkte Übergang Jugendlicher von der Schule in den Beruf. „Die Demografie zeichnet knapper werdende Fachkräfte ab, deshalb ist Ausbildung ein zentrales Thema für alle Unternehmen, die mit Fachkompetenz am Markt wettbewerbsfähig bleiben wollen“, ist sich Breustedt sicher.

Zahlen stimmen Zachow optimistisch

Nachdem bereits im Vormonat die Zahl der arbeitslosen Menschen im Rechtskreis SGB II beim Kreisjobcenter (KJC) leicht gesunken war, ist im März ein weiterer Rückgang zu verzeichnen. Das KJC weist für März 3051 erwerbsfähige Leistungsberechtigte aus, die arbeitslos sind – 32 Personen oder 1 Prozent weniger als im Februar. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl um 117 Personen oder 3,7 Prozent gesunken. Die Quote der arbeitslosen Grundsicherungsempfänger liegt bei 2,4 Prozent – sie sank binnen Jahresfrist um 0,1 Punkte.

„In den Wintermonaten zeigten sich viele Unternehmen noch eher zurückhaltend bei Neueinstellungen. Umso erfreulicher ist diese positive Entwicklung bei der Zahl der Langzeitarbeitslosen. Die kommenden Monate sind erfahrungsgemäß gut für die Vermittlungszahlen und der damit verbundenen Hoffnung auf einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit“, erläuterte der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow. „Besonders erfreulich ist, dass wir trotz steigender Leistungsberechtigter die Zahl der Arbeitslosen weiter senken konnten“, betonte Zachow.

Die positive Entwicklung der Arbeitslosenzahl wirkte sich jedoch nicht auf die Zahl der Bedarfsgemeinschaften aus. Im Vergleich zum Vormonat erhöhten diese sich um 79 oder 1,3 Prozent auf insgesamt 6338. Verglichen mit dem Vorjahr ist das ein Anstieg um 26 oder 0,4 Prozent. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten stieg zum Vormonat um 1,1 Prozent oder 91 Personen auf 8238. Im Jahresvergleich liegt die Zahl um 1 Prozent oder 84 Personen über dem Wert des Vorjahres.

von Andreas Schmidt und unserer Agentur

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