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Arbeitsmarkt bleibt stabil

November-Bilanz Arbeitsmarkt bleibt stabil

Im November hat die 
Zahl der Arbeitslosen im Landkreis erneut leicht abgenommen – die ­Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum Vorjahr 
um 0,2 Punkte auf 3,5 
Prozent.

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Dank voller Auftragsbücher in vielen Unternehmen nimmt Zahl der Erwerbslosen ab.

Quelle: Foto: Stefan Sauer / dpa

Marburg. Laut Agentur für Arbeit Marburg waren im November 5  525 Menschen im Landkreis arbeitslos gemeldet – knapp 300 Personen oder 6,2 Prozent weniger als noch im ­November vergangenen Jahres. Im Vergleich zum Oktober blieb die Zahl der Arbeitslosen mit zehn Arbeitslosen weniger jedoch nahezu konstant – ebenso wie die Arbeitslosenquote, die unverändert bei 3,5 Prozent lag. „Der Arbeitsmarkt ist dennoch sehr stabil und solide, er zeigt sich weiterhin in einer sehr guten Verfassung“, sagt Bereichsleiter Gerhard Wenz.

Bei der Arbeitsagentur ist auch die Zahl der ausländischen Arbeitslosen weiter gesunken: Waren im vergangenen November noch 1417 Ausländer arbeitslos gemeldet, sind es aktuell noch 1199 – ein Minus von 218 Personen oder 15,4 Prozent.

Dies liege jedoch zum großen Teil daran, dass der eingeschlagene Kurs in Sachen Anerkennung von Asylanträgen weitergehe – viele Migranten hätten den Status gewechselt, tauchten nun also nicht mehr in der Statistik des Versichertenbereichs (SGB III), sondern im SGB II auf. Dementsprechend sank in der Versichertengemeinschaft die Zahl der arbeitslosen Ausländer um 321 oder 58,7 Prozent.

Doch gebe es auch insgesamt weniger arbeitslose Ausländer: Zum Stichtag im April seien 379 Personen, „die im Fluchtkontext stehen, in sozialversicherungspflichtiger ­Beschäftigung – das waren fast doppelt so ­viele wie im April vergangenen ­Jahres“, verdeutlicht Wenz. Das sei ebenfalls ein Indiz dafür, „dass der Arbeitsmarkt sehr auf­nahmefähig ist“, verdeutlicht der Bereichsleiter.

Starker Anstieg bei gemeldeten Stellen

Neu arbeitslos meldeten sich im Landkreis im November 1404 Personen, 63 oder 4,3 Prozent weniger als vor einem Jahr; gegenüber Oktober waren es 75 Personen oder 5,6 Prozent mehr. Zuvor erwerbstätig waren 489 Personen gewesen. Gleichzeitig konnten sich 1414 Personen aus der Arbeitslosigkeit abmelden, 15 weniger als im Oktober und 16 mehr als vor einem Jahr. Für 411 Personen endete die Arbeitslosigkeit mit Aufnahme einer Erwerbstätigkeit.

Der November sei jedoch sehr stark bei den neu gemeldeten Arbeitsstellen gewesen: 798 wurden bei der Arbeitsagentur gemeldet, das waren 119 oder 17,5 Prozent mehr als vor einem Jahr und 135 oder rund 20 Prozent mehr als einen Monat zuvor. „Besonders viele Stellen wurden mit 236 von Zeitarbeitsfirmen gemeldet“, verdeutlicht Pressesprecherin Dr. Heike Beber. Auch bei Gesundheits- und Sozialberufen gebe es ein Plus von 94 Stellen, das verarbeitende Gewerbe meldete 99 neue Stellen. Und auch der Handel rüstet sich mit 61 neuen Stellen für das Weihnachtsgeschäft. Insgesamt blieb die Zahl der Stellenzugänge mit 7654 seit Jahresbeginn um 203 unter dem Vorjahresniveau.

KJC verzeichnet Anstieg der Langzeitarbeitslosen

Spitzenreiter bei der Arbeitslosenquote ist das Hinterland mit 2,9 Prozent – 936 Personen waren dort arbeitslos gemeldet. Einen „Johnson-Effekt“ habe man bisher nicht feststellen können, verdeutlichte Wenz im Hinblick auf die Werksschließung von Johnson Controls in Friedensdorf. Dies sei – wie die gesamt gute Lage – der wirtschaftlichen Stabilität geschuldet.

Gleichwohl sei es weiterhin schwierig, Personen mit Benachteiligungen wie Krankheiten oder ohne Ausbildung in Arbeit zu vermitteln. Dazu gelte es, die Menschen zu qualifizieren und gleichzeitig auch bei den Arbeitgebern zu werben, diesen Personen eine Chance zu geben. Chancen böten beispielsweise Praktika, „zudem kann die Agentur Firmen mit Zuschüssen unterstützen“, so Wenz.

Die Zahl der arbeitslosen Menschen, die das Kreisjobcenter (KJC) betreut (Rechtskreis SGB II), ist im November gestiegen. Laut Statistik des KJC ­waren 2912 erwerbsfähige Leistungsberechtigte als arbeitslos registriert – 41 Personen oder 1,4 Prozent mehr als im Vormonat. Gegenüber dem Vor­jahresmonat ist die Zahl um 19 Personen oder 0,7 Prozent angestiegen. Die Quote der arbeitslosen Grundsicherungsempfänger an den zivilen Erwerbs­personen liegt bei 2,2 Prozent.

Zachow: Heimische Arbeitsmarkt zeigt sich aufnahmefähig

„Zugenommen hat die Arbeitslosigkeit vor allem, weil schrittweise immer mehr Flüchtlinge nach dem Abschluss von Sprach- und Integrationskursen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und somit nun als arbeitslos gezählt werden. Da bisher viele Flüchtlinge an verschiedenen Maßnahmen teilgenommen haben, gingen diese nicht in die Arbeitslosenzahl ein“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete und zuständige Sozialdezernent Marian Zachow (CDU).

„Der heimische Arbeitsmarkt zeigt sich aber weiterhin robust und aufnahmefähig – die Stellenmeldungen ­deuten auf einen konstanten Bedarf an qualifizierten Beschäftigten hin“, erläuterte Zachow.

Im Vergleich zum Vormonat stieg die Zahl der Bedarfsgemeinschaften um 68 oder 1 Prozent auf 6868 an. Verglichen mit dem Vorjahresmonat bedeutet dies einen deutlichen Anstieg um 467 oder 7,3 Prozent. Auch einen Anstieg der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten verzeichnete das KJC – um 98 Personen oder 1,1 Prozent auf 9008. Im langfristigen Vergleich liegt die Zahl um 9,1 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Dies entspricht einem Anstieg um 749 Personen.

Bei den Angaben zu Bedarfsgemeinschaften und erwerbsfähigen Leistungsberechtigten handelt es sich um einen zum Stichtag 14. November 2017 ermittelten vorläufigen Bestand. Der endgültige Bestand für den Berichtsmonat November wird von der Bundesagentur für Arbeit nach einer Wartezeit von drei Monaten festgeschrieben.

von Andreas Schmidt

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